Aug 152013
 
maddave

Da ich ja bekannterweise in meiner Freitzeit sehr gerne an PC oder Konsole zocke ist es mir natürlich ein Bedürfnis auch über die aktuellen Spielethemen im Bilde zu sein.
In meiner Schulzeit hab ich mir deshalb immer im Kaufhaus die "PC-Games" durchgelesen und mein knappes Taschengeld nur investiert wenn was interessantes auf der DEMO-Disk war. Später hab ich mir gelegentlich auch mal den "Gamestar" – also die Konkurrenz gekauft. Meist war eh das Selbe an Themen drin – ausschlaggebend war der Inhalt der beiliegenden Disk. Allerdings hatte ich oft Probleme mit den Disks vom "Gamestar" , was mich aber nicht abhielt es mit dem nächsten Heft nochmal zu versuchen usw.

Naja, dann kam die Jahrtausendwende wo man auch noch nicht so wirklich Internet hatte – zumindest nicht flatratemässig. Da hab ich mir sogar mehrere Magazine (Mags) pro Monat gekauft. "PC-Games", "PC-Games Hardware" und vielleicht sogar noch eins wie "PC-Welt", "c´t" oder so. Die Disks mit AdobeAcrobatReader, DirectX, WinZip, bestimmten Demos ,3DMarks usw. wurden immer gut gehütet und kamen spätestens alle 2 Wochen zum Einsatz wenn man das komplette System neu aufsetzte.

Inzwischen hat man Internet. Internet am PC, Internet am Smart TV, auf dem Tablet, auf dem Smartphone und bald wahrscheinlich sogar auf dem Toilettenpapier aus flexiblem OLED Gewebe. Ich kaufe keine Magazine mehr. Steht ja alles im Netz und die Tools sind mit DSL und Flatrate auch fix runtergeszogen, wenn sie nicht schon im Downloadordner der Terrabyte-Platte liegen, aber anstatt sich die Mühe zu machen dort zu suchen, kann mans dann ja doch gleich runterladen – geht schneller.

Natürlich haben die geliebten Magazine ihr Angebot auch auf das Netz ausgeweitet. Meist finanziert durch unendlich viele Werbebanner, die einem bei dem Versuch die Themen durchzustöbern zunehmend epilleptische Zuckungen ins Auge rufen. Nachdem ich nun ausreichend weit ausgeholt habe und auch den Nostalgikern zur Reaktivierung der neuralen Rumpelkammer verholfen habe, komm ich nun zu dem, weshalb ich diesen Beitrag in die namensgebende Rubrik des Blogs schreibe – die Computec Media AG.

Die Computec Media AG hat gefühlte 90% der deutschsprachigen Spielemagazine in der Hand. An sich kann diese Tatsache Einem der (natürlich NUR als Beitrag zum Umweltschutz) keine Printmagazine kauft egal sein, aber ich stöbere täglich in den Spielenews im Internet. Da Computec in den letzten Jahren so ziemlich jedes andere Magazin (ausser die von der IDG Entertainment Media GmbH) offenbar aufgekauft und "gleichgeschaltet" hat, kommt man nicht mehr um diesen Mogul herum, wenn man im deutschsprachigen Internet schmökert. Um nur einige wenige Magazine zu nennen, welche ich gerne gemocht hatte: Golem, 4Players, GamesIndustry oder Gamezone.

Nun könnte man mir natürlich vorwerfen, was ich mich denn aufrege, ich müsse ja schliesslich nicht auf deren Seiten gehen. Ich mach es aber. Und ich reg mich auf. Warum denn aber? Immerhin sind die genannten Games-Seiten doch noch am Netz? Ja das sind sie. Aber geht doch mal auf die "PC-Games" Seite und macht Euch je einen Tab mit den in der Fußzeile deren Seite genannten Seiten auf und dann vergleicht mal die Beiträge dieser Seiten. Rein hypothetisch könnte da auch irgendwo ein einzelner Schreibfuzzi sitzen, der die Datenbank und damit den Content von jeder dieser Seiten mit ein und demselben Inhalt  füttert.

Wir sind Computec.
Öffnen Sie Ihre Crossposting-Schnittstelle.

Wir werden ihre journalistischen und investigativen Charakteristika den unsrigen hinzufügen.
Ihre Marke wird sich anpassen und uns dienen.
Wiederstand ist zwecklos!

Ich kann nur raten, dass zig Seiten von Computec mit nahzu identischem Inhalt lediglich zum generieren von Klicks und Werbegeldern dienen muss. Ich find es Schade, dass die Diversität der Meinungen auf diese Weise imme weiter gedämpft wird.

Es stellen sich zwangsläufig die Fragen: "Wann ist mein Lieblingsmagazin zu diesem Monster geworden?" (Wer hat  es nach Mitternacht gefüttert?) und "Wie erkläre ich meinem Sohn, dass ich durch meine Spielemagazinsucht in jungen Jahren eine gewisse Mitschuld für die Gleischschaltung der Spiele-Informationsmedien habe?"

Einziger Lichtblick sind immer neue Projekte, welche inzwischen oftmals von Privatpersonen gewuppt werden die es allerdings durch fehlende Mittel für Werbung etc schwierig haben sich zu etablieren bzw. einige Bekanntheit zu erreichen (um dann wahrscheinlich wiederum assimiliert zu werden). Ein solches Magazin ist aktuell für mich Gamgea, zwar bringen die nicht stündlich 2.000 News aber wenn was kommt ist es meist doch sehr unterhaltsam. Weiterhin schau ich gerne bei Onlinewelten rein oder auch mal bei gamona..allerdings bei Letzterer nur mit dem verstohlenen Blick ob ich unbeobachtet bin und ob mein Sohn ausser Reichweite ist, da man letzthin auf den ersten Blick gamona auch für ein…sagen wir mal für ein "Magazin für Männer" halten könnte wenn man sich die vielen, entblößten virtuellen Schönheiten in den Seitenleiten anschaut.