Mai 112014
 
maddave

Hallo liebe Leser,

 

nachdem ich nun schon einige Wochen überfällig bin, hab ich nun endlich einmal wieder die Zeit und ein Thema gefunden um Trollpit mit einem neuen Artikel zu bereichern.

Wie gesagt, bin ich in den letzten Wochen nicht dazu gekommen. Als bekennender Nerd kann ich auch öffentlich die Gründen nennen ohne dabei tot zu werden:

  • ich habe mit einem bekannten eine Gilde gegründet
  • The Elder Scrolls Online ist herausgekommen, und ich musste natürlich Betatesten
  • ich habe wochenlang an der Gilden-Webseite, Grafiken und CSS  rumgebastelt und genau das mach ich heute zum Thema meines Artikels

Eigentlich gibt es manchmal Tage, an denen man sich fragen muss, warum man wider besseren Wissen so handelt wie man handelt. Im konkreten Beispiel habe ich ja vor einigen Monaten in meinem Artikel  CMS Vergleich – die Drei von der Tankstelle schon ausführlich die Stärken und Schwächen der großen, kostenlosen CMS analysiert. Doch anstatt sich mit den dort getroffenen Schlussfolgerungen abzufinden musste David es ja wieder einmal auf die Spitze treiben und sich seiner eigenen Empfehlung entziehen.

Was ich getan habe? Ich habe die Gilden-Webseite mit WordPress realisiert.

BuddyPress and Me

„Ja, und?“ denkt ihr sicherlich. „Ja..und“…ich war selber zu dem Schluss gekommen, dass Joomla und e107 wahrscheinlich die besseren Alternativen wären. Aber ich wollte es ausprobieren. Ich hatte im letzten Jahr schon eine Joomla-Community bei der ich ein Feature eingebaut hatte, welches mich total begeistert hat. Und zwar eine sogenannte Activity-Wall auf der man sämtliche Aktivitäten auf der Seite sehen kann. Vom neuen Artikel, über neue Forenbeiträge und Fotos, neue Mitglieder oder einfach nur ein Statusupdate.

Für mich war die Nutzung eines solchen Activity-Streams die Offenbarung im Bezug auf Communityseiten und deren Nutzung.  Die Bedienung und Nutzung so einer Seite gestaltet sich mit so einem Stream ungleich angenehmer. Jeder der irgendwie einen Account auf einer Communityseite hat, sei es für Hundefreunde, Autoliebhaber, Gartenhobbyisten oder eben Spieler kennt das: man muss alle möglichen Links klicken um auf den aktuellen Stand zu kommen oder die letzten Aktivitäten im Blick zu haben. So kann das auch schon mal so enden, dass man schlicht die Lust verliert und gar nicht mehr einloggt. Mit einem Aktivitätenverlauf (Avctivity Stream) hat man doch sehr bequem über den Aufruf einer einzigen Seite Überblick darüber, was zuletzt so auf der Seite gelaufen ist. Das sieht dann in etwa so aus:

ScreenShot117

Daher war für mich klar, dass ich dieses Feature unbedingt meiner neuen Gilde zugänglich machen muss.

Das Problem: die besagte Joomla Software empfand ich als wenig ausgereift und schon im letzten Jahr kam es mir nicht so vor, als würde es das Plugin noch lange geben. Also was jetzt?

Einfach mal nach Activity Stream googeln. Neben Facebook und Co bekommt man dort auch die Webseiten-Baukästen von Enjin angezeigt, die im Prinzip genau das bieten was ich haben will. Doch das wäre zu einfach und würde mich als Hobby-Webmaster zu keinem Zeitpunkt befriedigen. Im gegenteil, es würde an mir nagen 😉

Ich stieß dann auf BuddyPress nachdem ich keine Entsprechungen für Joomla, Drupal und wie sie alle heißen finden konnte.

BuddyPress ist eine Komponente, die das eigentlich ausschließlich für Blogs erdachte WordPress um Communityfeatures erweitert.

Profilseiten, erweiterte Benutzerprofile, Gruppen, Diskussionen und sowas halt. Neben all diesen Sachen aber auch einen Activity Stream. Ich habe daher direkt eine Testinstallation gewagt und war eigentlich sehr begeistert, dass doch sehr viele namen hafte WordPress Plugins mit BuddyPress kompatibel sind, was am Ende bedeutet, dass die Funktionen all dieser Plugins sich auch auf Wunsch im Aktivitätenverlauf (Stream) wiederfinden. Fantastisch!

Also Haken dran. Das schien gut zu funktionieren.

Doch was ist das A und das O, Anfang und Ende, Alpha und Omega einer Communityseite? Natürlich…das Forum.

bbpress harder

Gibt es auch. Mehrere. Aus Unwissenheit nahm ich direkt das erstbeste und bekannteste Forum: bbpress.

Ein großer Fehler wie sich später herausstellen sollte. bbpress funktioniert. Es hat alle Grundfunktionen eines Forums. Man kann Foren erstellen. Themen, Beiträge. Man kann sogar Avatare haben. Aber das war es auch schon mit den eingebauten Funktionen. Leider kam mir diese Erkenntnis erst einige Zeit, nachdem die Live-Seite für meine neue Gilde schon online war. Und sie kam auch eher schleichend.

Funktionen wie eine Forensignatur, Beitragszähler, WYSIWYG Editor, Anhänge sucht man in bbpress vergebens. Alles muss man entweder als Plugin dazuinstallieren oder selber irgendwie zusammencoden. Als Ergebnis hat man selbst nach tagelanger wurschtelei ein Forum, welches irgendwie zusammengeflickt wirkt, wenn man sich kostenlose Foren wie phpbb, smf, burningboard und wie sie alle heißen anschaut.

Noch nerviger ist das Rechtemanagement. Im WordPress selber nervt eigentlich schon die Begrenzung auf 5 vorgegebene Nutzergruppen. Aber bei Foren kann es dann echt zur Qual werden nur eben diese 5 Gruppen zur Verfügung zu haben und schon zu wissen, dass man selbst nach langem Sinnieren über die Berechtigungsstruktur der Seite spätestens dann zu kreiseln beginnt, wenn man auch nur eine weitere Nutzergruppe bräuchte.

Signatur und WYSIWYG Editoren für bbpress sind durchweg nicht mehr als „Krücken“.

Zuletzt das CSS. Also das mitgebrachte CSS von bbpress ist schlicht. Es erinnert niemanden wirklich an ein Forum und man braucht Tage , sehr viele php und CSS Kenntnisse um es zumindest annähernd so aussehen zu lassen.

Tja nun war guter Rat teuer. Die Frage war nun eigentlich, ob ich wieder zu Joomla ziehe,bevor es zu spät sein würde und zuviel Content auf der WordPress Seite wäre oder mit den „Krücken“ leben?

Zum Glück gab es noch eine weitere Option.

SimplePress here

Ich war fast schon soweit und hatte mich seelisch darauf vorbereitet sämtliche Inhalte und Forenposts zu Joomla und Kunena zu migrieren. Doch dann kam ich durch Zufall auf die Idee einfach mal nach anderen Foren für WordPress zusuchen. Zum Glück! Denn ich fand SimplePress. Wahnsinn! SimplePress kostet nichts, doch die Plugins und der Support kosten Geld. Draus geschissen! Nachdem ich dem WWW-Kollaps so knapp entkommen war, sollten mich 39 Kröten nicht von meiner Glückseligkeit trennen.

Livesite sichern. Datenbankbackup machen und installieren. Forenmigration von bbpress ist bereits eingebaut, Geilomat!
Und wieder erwarten funktioniert SimplePress sogar und es sieht wie ein Forum aus, fühlt sich so an und hat alles was man aus Foren so kennt. Sogar BuddyPress wird unterstützt so dass ich meine Grundidee mit dem Stream nicht ad acta legen muss.

Shit fuckin´car

Jaja..schönes funkelndes Auto…
Die Freude währte nicht lange. Denn irgendwie wollte das ganze nicht so fluffig Zusammenarbeiten wie auf meiner Testinstallation. Dateiuploads und Forum gingen nicht, der BuddyStream zeigte falsche Zeiten an und war immer 2 Stunden voraus irgendwie kam ich den vielen kleinen Plagegeistern nicht auf die Schliche. Die wirklich netten und hilfsbereiten Jungs vom SimplePress Support machten mein schönes gekauftes Design dafür verantwortlich. Doch ich konnte..ich wollte es einfach nicht wahrhaben. Das fucking Design hatte mich immerhin 45€ gekostet und nun war es für die Aussetzer einiger Funktionen verantwortlich? Was weiß ich denn von „bootstrap“ und dessen Inkompatibilitäten mit WordPress..bin ich Gates?

Aber es war die Wahrheit. Die Abschaltung des Designs brachte die harte Wahrheit ans Licht. Das Design war Schuld. Trotz der Bemühungen die ich mit Hilfe des SimplePress Supports anstellte und und dem nicht geleisteten Hilfe (und Willen) seitens des „Skywarrior Theme Design“ Teams konnte ich meine bis dahin geleistete Anpassungsarbeit am Design über den Haufen werfen.

Shakka

Letztenendes habe ich es geschafft, dass die Seit eam Ende so geworden ist, wie ich sie mir in etwa gewünscht hatte. Zudem hab ich wieder Einiges dazugelernt zum BEispiel, dass die Investition von Geld manchmal sehr sinnvoll sein kann (im Falle von SimplePress) und manchmal eben, ohne die entsprechenden Kenntnisse, auch schnell mal wieder „Lehrgeld“ sein kann (siehe Skywarrior Design).

Als Fazit kann ich sagen, dass ich jedem Hobbywebmaster der seiner Gemeinschaft mit einer Communityseite etwas Gutes tun will, aber nicht unbedingt die Geduld aufbringt, die ich investiert habe, besser zu Joomla greift.

Die namhaften AddOns greifen einfach viel besser ineinander und sind zum überwiegend besser abgestimmt, leichter handhabbar und irgendwie vielfältiger.

Auch nach 9 Jahren ist WordPress immernoch vorwiegend für Blogger geeignet. Wer sich mit weniger Funktionen zufrieden gibt und wen der Look nicht stört, der kommt auch mit WordPress+bbpress und BuddyPress an sein Ziel. Aber für „Perfektionisten“ ist es ohne Einiges an Eigenleistung einzubringen nicht das Wahre, da man selber viele PHP Dateien verändern muss und sich die Codeschnipsel auch von überall zusammentragen muss. Wer es dennoch wagen will kann sich gerne an mich wenden, wenn er Tipps braucht oder Fragen haben sollte.

Auch ist Joomla als solches nach einiger Zeit wesentlich transparenter und bietet mehr Einsicht für Administratoren in die Installation als es WordPress gestattet. Nicht zuletzt ist der Umzug einer Joomla Seite z.B. auf eine gänzlich neue Domain vollkommen problemlos uns schnell möglich. Bei WordPress würde ich dies nicht zu behaupten wagen.

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