Jan 032014
 
happydave

Vielerorts in Foren oder auch auf privaten Blogseiten hört bzw. sieht man zunehmend Einträge zur Einrichtung von Home Servern oder NAS (Network Attached Storage) Geräten. Tatsächlich scheinen nicht nur PC-affine Benutzer immer häufiger zu überlegen, wie sie in Zeiten von SmartTV, DLNA fähigen Kühlschränken, Multimedia-Konsolen und nicht zuletzt Tablets und schlauen Telefonen ihre Medien zu Hause am besten verfügbar machen, ohne sich in jedem Zimmer einen Stapel USB-Festplatten zurechtzulegen, die nach jeder Familienfeier nacheinander  zwecks verfügbar Machen der aktuellen Alkoholausrutscher von Onkel Detlef und Tante Jutta an die Digitalkamera geklemmt werden.

Das Zauberwort heisst Heimserver. Einmal die Medien (Fotos, Musik, Filme) speichern, überall im Heimnetzwerk abrufbar. Nicht nur für NERDs ein interessantes Ding – im Gegenteil.

Vorüberlegung:

Zuerst einmal muss sich jeder überlegen, welche Anforderungen er an ein künftiges Datengrab stellt. Die häufigste Nutzung liegt heute wohl im Bereich der privaten Mediennutzung. Also Verfügbarkeit der eigenen Fotos, Musik und Filmdateien im gesamten Heimnetzwerk um anschliessend mit dem Smartphone, dem Tablet, dem SmartTV oder DLNA fähigen Endgeräten auf eine gemeinsame Quelle zugreifen zu können.
Für diese recht einfache Nutzung ist heutzutage eigentlich nicht viel mehr als eine externe Festplatte erforderlich, denn viele aktuelle DSL-Router bringen diese Funktionalität bereits mit. Sie muss lediglich im Webinterface angeschaltet werden. Alle, denen dies vollkommen ausreicht, brauchen im Prinzip ab hier nicht  mehr weiterzulesen. Stattdessen empfehle ich die Lektüre des Handbuches und wünsche viel Spass.

Kommen erweiterte Funktionen ins Spiel, dann wird es schon interessanter. Aber welche Funktionen könnten das denn nur sein? Nun, wie ist es denn um die Sicherheit Eurer Daten bestellt? Gibt es Backups die regelmässig angelegt werden? Oder vielleicht ladet ihr manchmal in Ermangelung einer fetten DSL-Leitung über Nacht große Datenmengen herunter und lasst dazu Euren PC laufen? 

Die Vielfalt der Einsatzmöglichkeiten moderner NAS-Systeme out-of-the-box ist schier unglaublich. Sei es um zeitgesteuerte Backups Eurer wichtigsten Daten aufzunehmen oder stromsparend Downloads abzuschliessen. Selbst kleine CRM Systeme oder CMS sind heute schon auf einfachen NAS realisierbar. Durch den stromsparenden Aufbau solcher Geräte werden hier selten mehr als 20W verbraucht was in Zeiten steigender Energiepreise auch ein immer wichtigerer Faktor ist.

Anforderungen, welche zur Empfehlung eines Microservers im eigenen Hause führen wären z.B. Transkodingfunktion während des Medienstreamings, eigene Spieleserver oder Voiceserver. Allerdings ist dies nur dann wirklich sinnvoll wenn ihr eine ordentliche DSL Leitung ab 16MBit aufwärts oder (eher unwahrscheinlich) ein Netzwerkkabel zu allen euren Freunden verlegt habt. Achso, transkodieren heisst vereinfacht – dass z.B. Filme in Echtzeit in ein Format umgewandelt werden, welches das Endgerät auch anzeigen kann, denn nicht alle Geräte können auch alle Dateiformate lesen.

Meine Anforderungen:

Eine gemeisame Medienquelle für all meine Enderäte war schon seit Jahren auf meiner Wunschliste schwirrten doch tatsächlich schon 3 USB Festplatten in den verschiedenen Räumen umher . Doch erst mit dem Bau des Eigenheimes konnte ich die Infrastruktur dafür auch beeinflussen. So ließ ich bei der Planung direkt in jedem Raum eine Dose für das Netzwerk anbringen (Immernoch zu Wenige, wie sich herausstellte). Leider, leider wird dies heutzutage nicht direkt mit angeboten und so mancher frischer Eigenheimbesitzer hat dann das nachsehen, wenn er merkt, dass er all seine Geräte ja irgendwie vernetzen muss. Sicher, es gibt WLAN..aber spätestens wenn es an das streamen von Full-HD Inhalten geht, ist schnell Ende im Gelände.

So schaffte ich Ende 2012 ein NAS an. Damals war ich der Meinung ein 1-bay NAS (ein NAS mit Platz für eine Festplatte) wird wohl erstmal reichen. Da waren wir noch auf DSL 2MBit (RAM) und keine Besserung in Sicht. Meine "Hobbyserver" – also Voice und Webserver hatte ich eh schon seit Jahren angemietet und drücke seither monatlich einen Obolus dafür ab. Meine Wahl fiel dabei nach langer Recherche auf ein einfaches Gerät der Firma Synology. Im Nachhinein kann ich wirklich jedem empfehlen: wenn NAS- dann Synology. Die Dinger sind einfach Spitzenklasse. Vor Allem was die ganze Bedienung und das Interface, sowie verfügbare "Apps" anbetrifft. Wer in die NAS-Welt einsteigen will, sollte die paar Euro-Fuffzich ausgeben und sich Quälereien mit Billigschrott ersparen. Im Übrigen solltet ihr für den Einsatz in einem NAS oder Server immer auch die richtige Festplatte einsetzen, sonst sind alle guten Vorsätze für die Katz. Diese Festplatten sind kaum teurer als normale Platten, aber für den Dauereinsatz ausgelegt – dafür ist deren Einsatz in einem PC ausdrücklich nicht zu empfehlen. Ich kann nur empfehlen direkt ein NAS mit mindestens 2 Einschüben für Festplatten zu erwerben. Man kann ja erstmal eine einzelne Platte reinhängen. Ein späteres Upgrade mit einem 1-bay NAS gestaltet sich eher …unvorteilhaft.

Der NAS:

Wie gesagt war mein Einstieg in die Welt des "Zuhauseservers" eine Synology Diskstation. Ein Modell mit einem Einschub. DS 110j. 800Mhz ARM CPU mit 128MB RAM.

DSCF2572 (Andere)

Die Einrichtung ist spielend leicht und unkompliziert. Die Optionen sind vielfältig wie auch die Verwendungsmöglichkeiten. Doch es sei vorab gesagt: die Leistung ist, wie man anhand der Hardwaredaten eventuell erraten kann, extrem eingeschränkt. Wie dem auch sei, das OS von Synology sucht seinesgleichen. Einfach, intuitiv und wirklich fix.

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Der "Desktop" des Diskstation OS "DSM". Alles da. Die Systemsteuerung. Vielfältige Optionen, alles was gebraucht wird.


Die Pakete, welche über das "Paketzentrum" per klick installierbar sind reichen von Medienservern über Backuptools hin zu Mailservern, CRM, CMs oder Mailservern.
Weiterhin gibt es noch etliche sogenannte 3rd Party Pakete die man zuerst auf den PC laden kann und dann installieren kann. Wer sich anehen will, welche Pakete es gibt seien die folgenden Links empfohlen.

Synology Pakete: http://www.synology.com/de-de/dsm/app_packages
3rd Party Pakete: http://www.synology-wiki.de/index.php/%C3%9Cbersicht_%C3%BCber_verf%C3%BCgbare_3rd-Party-Apps_aus_unserer_Community

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Das Paketzentrum des DSM. Management installierter Packete.

Die Installation einer Diskstation lässt sich in wenigen Stichpunkten zusammenfassen:

  • Festplatte in die Station einbauen
  • die DS an das Netzwerk anschließen
  • warten bis die DS bereit ist (blaue LED)
  • über 192.168.2.107 mit dem Browser auf das Webinterface gehen
  • Benutzer in der Systemsteuerung anlegen
  • Pakete installieren und Freigaben erteilen

Bleibt noch zu erwähnen, dass es für mobile Geräte im Google Play Store bereits kostenloses Apps für den Zugriff auf Medien auf einem Synology NAS gibt. Empfehlenswert!

Beyond the NAS

Also ich dann Anfang des Jahres eine dicke Leitung mit VDSL 50 bekommen habe, reifte das Verlangen auch einige meiner ausgelagerten Dienste zu mir "nach Hause" zu holen. Um meinen Webspace auf einen Heimserver zu legen, sind die Sicherheitsbedenken einfach zu groß. Doch den Voiceserver für mich und ein paar Freunde wäre halt schon nett. Zudem wurde der Platz auf der Diskstation langsam eng, was nicht zuletzt auch der knappen Bestückung mit "nur" 500GB zuzuschreiben ist. Eigene Selberschuld.

Somit musste nun was Neues her. Zuerst habe ich nach einer Diskstation gesucht, doch schnell wurde klar, für einen Voiceserver – welcher nur auf x86 Architektur läuft würde das wohl sehr ins Geld gehen. Also blieb als einzige Option der Eigenbau.
Die "Basis" hab ich im Hardwareluxx Forum gebraucht für 130€ erstanden: Einen kleinen Microserver auf MicroITX Basis mit Atom CPU und einer 1TB NAS HDD. Board und CPU hab ich ausgetauscht. Ich habe mir für knapp 60€ ein ASUS C8HM70-I mit Celeron 847 Dualcore CPU besorgt. Weiterhin habe ich als "Systemplatte" eine übrig gebliebene SSD mit 60GB verbaut.

DSCF2571 (Andere)

Doch was installiert man als Synology DSM verwöhnter User auf so einem Teil? Ich habe verschiedenste OS probiert:

1.) AMAHI – im Prinzip ein Fedora Linux mit aufgesetzter Homserver Software: Es gibt fertige Pakete, die man auch wie beim DSM per klick installieren kann, doch irgendwie habe ich es nicht so recht ans laufen bekommen, jedenfalls nicht so wie ich es mir gedacht habe. Durch das Linux im Hintergrund, kann man mit Konsole (Bash) sicherlich als versierter Linux User eine ganze Menge mehr draus machen. Mir war es aber zu umständlich und ich habe AMAHI verworfen.

2.) OMV (Open Media Vault) – ebenfalls Linuxbasiert ist OMV eine fertige NAS Software die auch leicht zu installieren ist. Die Optionen sind extrem vielfältig. Doch auch hier hatte ich nicht die Muße, mich mit seitenlangen Bash-Befehleszeilen zu befassen.

Somit bin ich am Ende bei XPenology gelandet. Das ist eine vom Synology DSM adaptierte Software für verschiedene NAS Systeme oder Microserver. Also für mich eine bekannte und bewährte Lösung. Ausschlaggebend war hier auch, dass man a) Synology udn deren 3rd Party Pakete ohne Weiteres installieren kann und b.) es ein fertige Teamspeak Serer Paket gibt, welches man ohne Umstände aufspielen und einrichten kann. Somit kann ich zumindest diesen Posten künftig einsparen – immerhin 50€ im Jahr. Verrechne ich die zusätzlichen 15W Stromverbrauch des Microservers im Vergleich zum Synology NAS, dann passt das schon.

DLNA Server:

Das ist mir doch einen zusätzlichen Absatz wert. DLNA steht für Digital Living Network Alliance. Viele moderne Home-Entertainment Geräte sind nach DLNA zertifiziert und können auf einen entsprechend konfigurierten Server zugreifen. Für DSM/XPenology gibt es gleich mehrere fertige Pakete um einen Medienserver mit DLNA Funktionalität bereitzustellen. Neben dem Synology eigenen Mediaserver/ Audiostation und Photostation sind Plex Mediaserver, ReadyMedia alias MiniDLNA sowie Serviio zu erwähnen. Für "nicht x86" Geräte gibt es zudem fertige Pakete für den bekannten Twonky Mediaserver. Zwar gibt es auch Versionen für Linux, die ich hätte sicher installieren können, aber ich habs mir ehrlich gesagt nicht zugetraut, zumal mein Server jetzt schon fast so lief wie er sollte und ich nix zerschießen wollte. Einziges Manko war das Folgende:  mein Sohn kann auf den Medienserver zugreifen, soll er auch. Doch es gibt keine Möglichkeiten (?) mit nur einer Medienserver Software den Benutzern Zugriff auf bestimmte Ordner zu verweigern. Doch das Risiko, dass mein Sohn mal in einem unbeobachteten Moment die "ab 18" Medien entdeckt wollte ich nur sehr ungern eingehen. Daher hab ich mir nun neben dem Mediaserver von Synology noch Serviio installiert und eingerichtet und die "ab 18" Medien über den Mediaserver abgebildet, mit welchem man zumindest bestimmten Geräten im Netzwerk den Zugriff aus selbigen komplett verweigern kann. Somit: Serviio für Alle, Mediaserver zusätzlich für die "Erwachsenen". Genial bei Serviio ist auch, dass man "Online Medien Streams" hinzufügen kann wie z.B. die ARD Mediathek und dass die Software auch in Echtzeit transkodieren kann.

Als Schlußwort bleibt zu sagen: keine Scheu vor dem Homserver/NAS. Die Anschaffung lohnt in jedem Fall wenn man im Hause verschiedene Geräte hat, mit denen man auf seine Medin zugreifen möchte.

Nutzt die Kommentarfunktion, wenn ihr Anmerkungen, Anregungen oder Fragen zu diesem Beitrag haben solltet.

  One Response to “NAS dorowje!”

  1. Hi!

    Kannst du kurz umschreiben oder mir ein Tutorial im Internet nennen, wie ich als Linux DAU XPenology auf meinen Microserver installieren kann? Am liebsten unter ESXi oder Promox….

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