Sep 262013
 
geocaching

Eigentlich ist es schon schwer genug den eigenen Hintern mal von der Couch zu bekommen aber noch schwerer ist es heutzutage seinen achtjährigen Sohn zu überzeugen, auch mal nach draussen zu gehen. Trotz massivem Aufgebot von "Draussenspielzeug" in Form von Autos, LKWs, Bauarbeitern für den heimischen Sandberg über Tretauto, Fahrrad, Inlineskates, Skateboard, Fußball, Badmington und Basketballequipments bis hin zu zu dem geilen Nerf-Set bestehend aus 2 Blastern, 2 Westen und 2 Schutzbrillen…welches ich nur in Ermangelung gleichwertiger Schlachtfeldgegner nicht häufiger nutze…also trotz all diesem Zeug, ist es nahezu unmöglich die Kids zu überzeugen mal zusammenhängend eine Stunde ausserhalb vom Haus zu verbringen. Klar, es gibt im Sommer die Tage wo den ganzen Tag im Pool gehockt wird, oder alle halbe Jahr geht man mal für 30 Minuten auf den Spielplatz um die Ecke…aber ansonsten? Pustekuchen! In der Rolle des Erziehungsberechtigten ist man ja doch oft genug bemüht, diese Wohnzimmerbindung aufzubrechen. Dinopark hier, Go-Kart Bahn da, dazwischen mal noch in diesen Park und dort hin…aber das kann man vielleicht mal alle 4-8 Wochen bringen, ansonsten gehen Einem auch schnell die Attraktionen und noch schneller die Kohle aus.

Im Anbetracht dieser Tatsachen, habe ich mich im Frühjahr mal mit dem Thema Geocaching befasst. Nun, ich hatte schon zuvor hin und wieder davon gehört und mir auch überlegt, dass es ganz witzig klingt. Doch weiter gingen die Überlegungen noch nicht. Ich greife nur soweit voraus, dass ich Euch sagen kann: schnappt Euch die Kids, probiert es aus.

Was ist Geocaching eigentlich?
Bei Geocaching, für unsere Mond- und Höhlenbewohner, handelt es sich um eine Art moderner Schatzsuche. Geocacher suchen und verstecken überall auf der Welt kleine Behälter. Derjenige der etwas versteckt publiziert sein Versteck im Internet. Leute die das Versteck finden wollen, tun dies anhand der GPS Daten des Versteckes. Ich denke das ist kurz und prägnant genug, mehr dazu weiss unser oller Kumpel Google zu erzählen.

Einstieg

Zuerst kommen natürlich die Überlegungen, was man denn nun zum Geocachen braucht. Mir schwirrten Bilder von einer jungen, durchtrainierten, dynamischen Familie durch den Kopf…

Er: mit kurzämligem Karohemd, Markenjeans und gelbbraunen Dockers,
Sie: schlank, langes kastanienbraunes Haar mit Poloshirt, ebenfalls Markenjens und Dockers
und Allen voran der etwa zehnjährige Sohn mit Justin-Biber Frisur und Jack Wolfskin Jacke.
Alle drei natürlich ausgerüstet mit Helm, Mammut-Wanderrucksack und GPS Gerät wie sie gerade aus dem Untzerholz auf einen Felsvorsprung treten – im Hintergrund ein Alpenpanorama.

Nachdem ich also schon einige Zeit herumgesurft bin und mir GPS Geräte angeschaut habe, bekam ich in einem Forum als Antwort auf meine Frage nach einer Empfehlung für ein solches Gerät doch glatt zu hören, dass man als Smartphone Besitzer erst einmal ohne zusätzliche Anschaffungen mit dem Geocaching starten könne. Schade eigentlich, kein neues Technikspielzeug für mich.

Ein Blick in den Google Playstore bringt einige Geocaching Apps zum Vorschein. Ich entscheide mich für c:geo und lade es auf mein SGS II.

Equipment/Software

Wie erwartet, muss man sich mal wieder registrieren. Es gibt mehrere vorgegebene Seiten, mit deren Login man auch in die App einloggen kann Geocaching.com, Opencaching.de, GCvote.com und Opencaching.pl. Ich entscheide mich, da ich ja eh für keine der Seiten ein Login besitze, für geocaching.com. Dies ist die offizielle Geocaching-Webpräsenz.
Dort kann man sich im Übrigen auch erstmal genauer informieren über Alles rund ums Geocaching: wie sieht ein Cache aus, wie finde ich ihn, was muss ich dann machen, worauf muss geachtet werden, welche Arten von Caches gibt es…usw.

h_ckchen_im_kreisSmartphone mit Android/iOS und einer Geocaching-App

Weiterhin empfehle ich es, einen kleinen Rucksack zu packen. Sinnvolle Accessoires sind auf jeden Fall: ein Stift, ein kleiner Notizblock, Getränke..wenn ihr mit den Kids loszieht nehmt darüber hinaus noch Pflaster und eine Box mit Caches, also kleinen Tauschgegenständen, mit. Als Cache eignet sich eigentlichg alles Mögliche, seien es Glasmurmeln, kleine Figuren oder Schlüsselanhänger. Nicht geeignet ist alles, was sich bei Feuchtigkeit auflöst oder ablöst sowie essbare Dinge. Diese kleinen Schätze sind eigentlich meist für die Kids als kleines Gimmik gedacht. Leider gibt es auch offenbar genug Vollhonks, die sich nicht zu Schade sind einen Knopf oder einen Kronkorken in die Cachebox zu legen. Ich hab mir etwas Bastelmasse besorgt, aus denen ich mit meinem Sohn demnächst eigene Geocoins machen werde, die wir anschliessend im Ofen noch brennen und dann etwas Günstiges und Besonderes haben, was wir auch noch selber gebastelt haben :)

h_ckchen_im_kreisRucksack mit Geocaching-Stuff: check!

Natürlich solltet ihr die Kleidung entsprechend Eures Ziels wählen. Ich meine sehr, sehr viele Caches sind mit alltagstauglichen Klamotten erreichbar weil sie tatsächlich an Orten versteckt sind, die man täglich mehrmals passiert ohne etwas davon zu bemerken. Will sagen, für den Anfang braucht es eigentlich nichts Besonderes. Natürlich solltete ihr, falls es in den Wald oder über Stock und Stein oder durch hohes Gras oder Brennesseln bzw Dickicht geht schon drauf achten entsprechende Kleidung an oder mit zu haben.

h_ckchen_im_kreisangemessene Kleidung

So, das war jetzt zwar viel Text. Aber eigentlich muss man ja gar nicht soooo wahnsinnig viel tun um loslegen zu können. Wenn man es eilig hat und man nur mal mit 2-3 Chaches um die Ecke starten will um es auszuprobieren reichen auch ein Schlüpper, das Handy und nen Stift aus.

 

eins, zwei, drei, vier Eckstein…alles muss versteckt sein

Damit sind wir "Ready for takeoff!". Zuerst einmal müsst ihr Euch natürlich fragen, wo denn der nächste Cache versteckt ist. Nicht selten, ist das manchmal gar nicht soweit weg. Um einen Cache zu finden, schmeisst ihr die c:geo App auf Eurem Smartphone an. Nachdem ihr einmalig eure Anmeldedaten eigegeben habt, gehts zum Hauptmenü mit den Punkten:

 

ScreenShot216
c:geo Hauptmenü

 

  • Live-Karte, eine Karte der Umgebung mit Position der Caches
  • In der Nähe, eine Liste der Caches in der Umgebung
  • gespeicherte , Eure gespeicherten Caches
  • Suche, suche nach einem Ort anhand der Koordinaten oder Adressdaten
  • Überall, öh..ja
  • Sucheinstellungen, lässt Euch einstellen, ob ihr nach bestimmtech Cachetypen sucht oder nach Allen

Idealerweise startet ihr über die Live-Karte, in Euer erstes Cache-Abenteuer. Ich glaube, außer der Witjas II Tiefe und einem Ort in der Wüste Gobi gibt es keinen Punkt auf der Erde, von dem aus man weiter als 1.000 Meter bis zum nächsten Cacheversteck laufen muss.

ScreenShot217
c:geo Live Karte

Habt ihr aus der Live-Karte ein Versteck in Eurer Nähe ausgemacht, so könnt ihr darauf tippen und bekommt ein Infofenster angezeigt.

ScreenShot218

Neben dem Namen und dem Geocode findet ihr dort auch durchaus wichtige Angaben, wie z.B. Infos zur Schwierigkeit. Wählt auf jeden Fall am Anfang erstmal etwas Einfaches: 1-2. Auch Infos zum Terrain können unter Umständen interessant sein, wenn ihr erst einmal Caches als Ausflugsziele setzt. Unter "Mehr Details" gibt es…mehr Details. Unter Anderem eine Beschreibung des Caches oder aber des Ortes an dem der Cache versteckt wurde. Manche Leute schreiben dort ne ganze Geschichtschronik des Gebäudes oder Ortes rein. Manchmal gibt es noch einen "Hinweis" der idR verschlüsselt ist und erst durch antippen lesbar wird um nicht als Spoiler zu wirken. Zu guter letzt natürlich das Cache-Logbuch. Zurück auf der Live-Karte findet ihr nach antippen des zu besuchenden Caches oben rechts an dem Popup ein kleines Kompass-Symbol   ScreenShot219. Um nun endlich mal loszulegen, klickt da drauf.

Leider lässt sich der Screen nicht so schön fotografieren im Bluestacks. Aber ihr seht nun einen Kompass und die Entfernung. Was zu tun ist, erklärt sich eigentlich von selbst. In die Richtung drehen, in die der Kompass weist, und ab geht die Luzi. Die Suche an sich, ist eigentlich – wie man sich sicher denken kann- der spannendste Teil am Geocachen. Ich geb das Handy dann immer meinem Junior, der es füt unablässlich erachtet mir dann alle halbe Meter die Entfernung anzusagen….da können 300 Meter echt weit sein.

Zum Auffinden der Verstecke gibt es ein paar Tipps auf der genannten Seite. Wichtig ist hierbei auch, dass ihr in etwa wisst, wonach ihr sucht. Beim ersten Cache haben wir uns ganz schön schwer getan, da es ein Microcache war…und das Versteck war echt, ziemlich klein. Denkt auch an die anderen Cacher und noch mehr an die "Nicht Cacher" welche im Geocachingslang ganz nach Harry-Potter Art als "Muggel" bezeichnet werden – soll heißen, versucht ein bisschen diskret beim auffinden der Caches vorzugehen. Es gibt genug neugierige Leute, die das Ganze nicht verstehen oder nichts damit anfangen können und die Caches dann aus Spass verschwinden lassen nachdem sie einen unachtsamen Cacher beobachtet haben.

Ist der Cache gefunden, gilt es den Besuch zu "loggen". Das heisst, das Cachelog, dass eigentlich immer im Cache befindlich ist mit Datum, Uhrzeit und Pseudonym zu quittieren, und auch in der App, entweder sofort oder am Ende der Session das Auffinden zu protokollieren. Nur so, wird das Auffinden dann auch zum "Cachekonto" des eigenen Accounts hinzugefügt.

Fazit

Tja, Fazit…Geocaching fetzt schon. Ich meine, bisher sind wir noch nicht extra irgendwo hingereist, nur um zu Cachen. Aber ein langweiliger Besuch bei den Schwiegereltern z.B. kann durch Geocaching schon extremst "upgegraded" werden. Ist man erstmal dabei, dann packt es Einen schon, denn das nächste Versteck ist imemr nur einen Steinwurf entfernt. Zudem ist die Grafik auch ziemlich gut. Der Sound geht so, leider haben die Entwickler an der Hintergrundmusik gespart, so dass man entweder drauf verzichtet oder seinen Walkman einpacken muss. Steuerung ist, solang man nüchtern ist…quasi ein Spaziergang.  Spielzeit würd ich mal auf "unmöglich schaffbar" schätzen, da es weltweit inzwischen Milliarden von Caches gibt. Einziges Manko, sind die "Questbelohnungen"  -die von "Aha?!" bis nicht vorhanden gehen. Aber beim Geocaching ist der Weg das Ziel und es macht trotzdem riesen Spass.

Deshalb 8,5 von 10 möglichen Punkten für diese Freizeitaktivität.

Wertung: 8,5/ 10 lovedave

 

Das Geocaching Logo ist Eigentum von Geocaching.com.

  One Response to “Review: Geocaching”

  1. Hey,

    bin nun auch ins geocaching gerutscht und bin bisher echt begeistert. Es verbindet Technik mit Natur und ein wenig Neugier. Frische Luft ist gut und Bewegung schadet auch nicht. Ob ich die 81 Matrix jemals füllen werde, wage ich zu bezweifekln, aber Spaß macht es trotzdem!

    Gruß,
    deckelmouck

 Leave a Reply

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

(required)

(required)