Okt 252013
 
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Tower Rush. Im Großen und Ganzen ist das Spielprinzip, ob seiner Einfachheit, schnell erklärt. Über eine Karte bewegen sie Gegner auf eine Basis oder einen Ausgang zu, den es zu schützen gilt. Das ist die Aufgabe des Spielers. Durch das Bauen von Verteidigungsanlagen – Türmen- müssen die Gegnerhorden im besten Fall auf Null dezimiert werden, bevor sie das "Ziel" erreichen. Klingt einfach, isses auch…aber wird zunehmend schwieriger und taktischer…und macht süchtig.

Auf der Suche nach einem Tower-Rush Spiel nach meinem Geschmack, stieß ich im Playstore recht schnell auf "Kingdom Rush", welches mich vom Setting (Fantasy/Mittelalter) am ehesten ansprach. Auch die Optik, entsprach auf dem ersten Blick meinem erlesenen Geschmack ­čśë

Easy to learn, hard to master

Der Einstieg gestaltet sich recht leicht, wenn man das oben beschriebene Spielprinzip verinnerlicht hat.
Man startet auf einer Weltkarte, auf der man an der Käste beginnt und sich dann vorarbeitet.

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vorher nachher


Stellt man die Schwierigkeit auf "Einfach" hat man eigentlich bis zum Endlevel kaum Schwierigkeiten einen Level erfolgreich ohne ein einziges Herz Verlust abzuschliessen. Achja, Herzen. Man hat in Jedem Level (ausser den Herausforderungslevels) erstmal 20 Herzen. Jeder Gegner der den Ausgang erreicht zieht ein Herz ab, dickere Brocken bringen es auf bis zu 5 Herzen die dann sofort dahin schwinden. Dass der Level bei Verlust aller Herzen als gescheitert gilt, erwähne ich hiermit in einem Nebensatz. Von den am Ende verbleibenen Herzen hängt die Levelwertung ab, die man nach erfolgreichem Levelabschluss erhält. Maximum sind drei Sterne. Zusatzsterne kann man durch die Herausforderungen erringen, derer es in jedem Level noch zwei gibt. Dafür  gibt es je einen Stern.

Die Sterne sind eine von drei Ingame-Währungen. Mit den Sternen kann man sich Vorteile erspielen. Dazu gibt es eine Übersicht im Spiel auf der man sich je Kategorie von unten nach oben durcharbeiten muss. Der Einsatz dieser Upgrades ist essentiell, erhalten doch dadurch Spezialfähigkeiten, Türme und Einheiten Vorteile wie größere Reichweite, bessere Rüstung usw.

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Die andere "Währung" sind Edelsteine. Auch die erhält man im Spiel durch das vernichten von Einheiten. Im Shop kann man Edelsteine gegen allerlei nützliche Gegenstände wie einem Behälter, der Herzen wiederherstellt, kleine Sprengladungen, einem Vereisungselexier, einem Stab um alle Gegner auf der Karte zu stoppen, einem Sack voller Goldmünzen (der dritten Währung im Spiel) bis hin zur Megabombe, die alle Gegner auf der Karte wegplättet. Meine Empfehlung, hebt Euch die Edelstein Items für die Herausforderungen und die Elite Level, welche nach dem besiegen des Endbosses freigeschaltet werden, auf. Edelsteine können auch durch Echtgeld erworben werden, aber erforderlich ist es nicht, da man Level wiederholen kann um die eigene Schatztruhe aufzufüllen. Es dauert dann halt länger.

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"Du ….. kannst nicht …. vorbei!"

Am Anfang kommt man noch relativ leicht damit durch einfach wild die verschiedenen Türme zu bauen. Dabei sind die Bauplätze in jedem Level limitiert und vorgegeben. Zu Beginn eines Levels hat man etwas Gold und ausreichend Zeit sich eine Strategie zu überlegen und seine Starttürme zu bauen und aufzuwerten. Wenn man sich bereit wähnt, genügt ein Klick um den Gegnerstrom zu entfesseln. Wieviele Wellen von Gegner zu erwarten sind steht oben links. Dabei wird es natürlich von Welle zu Welle nicht einfacher. Für getötete Gegner erhält man neben den erwähnten Edelsteinen auch Gold, welches man direkt in Ausbau bestehender oder Errichtung neuer Türme investieren muss. Weiterhin stehen zwei Spezialfähigkeiten in Form von Unterstützungseinheiten, die man beliebig auf der Karte platzieren kann, wo sie dann für eine gewisse Zeit am Gemetzel teilnehmen und einem Kometenschauer der ebenfalls an eine beliebige Stelle entfesselt werden darf. Beide Special lassen sich ausbauen und haben eine gewisse Cooldown-Zeit bis man sie erneut einsetzen darf.

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Die Bauplätze für Türme sind limitiert udn vorgegeben (kleine Schildchen). Die Totenköpfe zeigen, woher die Gegner auf die Karte strömen werden. In vielen Leveln zeigt sich erst nach dem ersten Start der Gegnerwellen, ob man taktisch klug gebaut hat. Meist braucht zumindest es einen Testlauf um das Level perfekt abzuschliessen.

So ist es im Spielfortschritt zunehmend erforderlich die Plätze für bestimmte Türme wohl zu wählen um deren Fähigkeiten und Reichweite bestmöglich zu nutzen. Dabei muss man auch die verschiedenen Upgrade-Optionen der Türme zunehmend in seine Überlegungen einbeziehen. So kann man in der letzten Ausbaustufe zum Beispiel die Bogenschützen entweder zu Scharfschützen mit langsamen Tempo aber tödlicher Präzision, oder aber zu Dauerfeuernden Ballerelfen entwickeln. Doch als wäre das nicht genug, kann man die höchste Ausbaustufe auch noch durch Spezialfähigkeiten verbessern. Da sind wirklich coole Sachen dabei und es macht Spass den Bildschirm mit zuckenden Blitzen und umherschwirrenden Homing-Missiles zu beobachten. Aber ich will mal nicht zuviel verraten.

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Es gibt vier Arten von Türmen welche im späteren Verlauf jeweils noch einmal 2 unterschiedliche Spezialisierungen zulassen.
Von links: Bogenschützen, Kämpfer, Zauberturm, Artillerieturm.

Ein weiteres Feature sind die Helden. Die einzigen Einheiten die man während des Spiels beliebig über das Feld bewegen darf. Im Spiel enthalten sind 11 Helden, von denen man allerdings "nur" 3 im Spielverlauf freischalten kann. Die restlichen Helden müssen durch Echtgeld erkauft werden, und kosten zwischen 2€ und 5€ je nach Status (Normal, Elite, Legendär). Allerdings kommt man auch gewiss ohne "Kaufhelden" gut zurecht.

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Zock, Zap, Pow…

Die Grafik ist angemessen, Ich finde sie vom Stil her Super. Das ist aber sicherlich ein Stück weit auch Geschmacksache. Besonders abgefahren finde ich die Lautsprache die an Comics erinnert. Der Sound ist Okay. Die Musik hab ich eh abgeschaltet, die Soundeffekte passen.
 

Fazit

Naja, wie man unschwer bemerken wird. Bin ich ein Fan von Ironhides "Kingdom Rush" geworden. Das Spielprinzip und die Umsetzung sind wie gemacht für Tablet und Smartphone. Im Moment schlage ich mich noch durch die Herausforderungen und Elitelevels, welche es wirklich in sich haben. Mehr Levels wären natürlich cool gewesen, das ist auch das Einzige, was man enfernt als Manko durchgehen lassen könnte. Doch auch die Fortsetzung "Kingdom Rush Frontiers" hat inzwischen den Weg auf mein Smartphone gefunden, wartet dort aber noch auf seine Gelegenheit mich zu erfreuen. Alles in Allem ist "Kingdom Rush" eines der coolsten Spiele, die ich je auf meinem Smartphone hatte. Die knapp 1,50€ Anschaffungskosten im Google Playstore sind jeden Cent wert.

Eine abgespeckte Version (weniger Levels) kann man im Browser spielen, was ich allerdings noch nicht gemacht habe. Somit kann ich schlecht beurteilen, welche der Aussagen dieses Tests auf die Browserversion zutreffen und welche nicht. Hie rist der Link zur Browserversion. Klick mich hart!

Bilder/Logos: Armorgames

Wertung: 9,5/ 10 lovedave

Okt 142013
 
happydave

Eigentlich geht mein Sohn doch ganz gerne in die Schule. Natürlich würde er es selber nicht zugeben, denn Schule ist "blöd" und "wozu hat man die eigentlich erfunden?" denn immerhin "hat Mami gesagt, dass ich für immer bei Euch wohnen bleiben darf" und in dem Fall "brauch ich später gar nicht arbeiten zu gehen". Zum Glück spiegelt sich diese Einstellung in keinster Weise in seinen Noten wieder.

Seit der zweiten Klasse, müssen die Kids nach den Herbstferien eine Buchvorstellung machen. Im letzten Jahr bekamen wir eine "Eins Minus" mit dem Hinweis, dass bitte keine Sachbücher vorgestellt werden sollen. Problem: Wir haben zwar auch Geschichten, aber die sind echt "Baby". Mein Sohn hat sich bis dato, wenn überhaupt, nur Sachbücher zugelegt…meist über Reptilien, Schlangen, Dinosaurier…Tiere eben. So musste nun also ein Buch her. Zuerst kaufte er zusammen mit meiner besseren Hälfte ein Buch aus der Reihe "Der kleine Drache Kokusnuss". Erstaunlicherweise las er das Buch innerhalb eines Tages durch. Allerdings hatte auch ich mich schlau gemacht, welche Bücher denn aktuell so bei den Kids ankommen würden, ich meine "Kleiner Drache Kokusnuss" wäre letztes Jahr noch "Okay" gewesen, aber dritte Klasse/ Acht Jahre alt? Für so eine Recherche ist für mich Amazon.de die erste und beste Anlaufstellen, egal ob ich mir etwas kaufe oder ein Geschenk suche…die Rezensionen dort, sind einfach ein super Indikator. Nachdem die Leselust durch den "Kleinen Drachen Kokusnuss" angestachelt war, bestellte ich "Ferno  -Herr des Feuers" aus der "Beast Quest" Reihe von Adam Blade. Erschienen 2007 im Loewe Verlag. Der Preis ist mit 8,90€ pro Band angemessen.

"Beast Quest" schlug voll ein. Nachdem mein Sohn an zwei Tagen die 122 Seiten förmlich verschlungen hat, musste ich nun für Nachschub sorgen. Ich bestellte Band 2-5, welche dann am Folgetag kamen. Da mein Sohn zu dieser Zeit gerade krank war und somit nicht in die Schule ging, waren die 4 Bände schon nach weiteren drei Tagen ausgelesen. Inzwischen ist er bei Band 8 (zum Glück musste er dann wieder zur Schule). Insgesamt gibt es wohl derzeit 30 Bände. Da die Herbstferien seit gestern vorbei sind, mussten wir nun also die Buchvorstellung auch vorbereiten. Natürlich soll "Beast Quest" vorgestellt werden. Um besser "mitreden" zu können, bzw für die Auswahl der Leseproben, hab ich mir gestern selber einmal den ersten Band der Reihe durchgelesen.

Ferno – Herr des Feuers

Location: Die Geschichten der "Beast Quest" Reihe spielen sich in dem Fantasiereich "Avantia" ab. Tja, was mehr soll ich dazu noch sagen…man schlage den Einband von <<beliebige Fantasiegeschichte einfügen>> auf und in 90% der Fälle gibt es dort eine mehr oder weniger vollständige Karte eines Fantasiereiches. So also auch hier. (Anm.: Ich persönlich mag diese Karten voll gern, besonders wenn auch – und das ist oft nicht der Fall- alle Handlungsorte der Geschichte dort wiederzufinden sind.)

Handlung: In den ersten sechs Bänden geht es um die Biester. Sechs mächtige Bestien, die das Land Avantia und seine Einwohner beschützen und behüten sollen wurden vom bösen Zauberer Malvel verflucht und wenden sich nun gegen ihre Bestimmung. Tom, ein elfjähriger Junge aus einem kleinen Dorf, welches im ersten Band vom Drachen Ferno angegriffen wird, zieht los um den Bestien Einhalt zu gebieten. Schon nach kurzer Zeit, findet er mit Storm, seinem Pferd neue Freunde und Gefährten auf seinem Weg: Elenna und Silver.

Meine Meinung:

Ja, ne? Klingt doch toll. Aber ich fang mal von vorn an. Die Aufmachung der Bücher ist recht nett. Der Einband ist stabil und das Motiv auf dem Cover ist zum Teil etwas erhaben. Heute würde man sagen, es hat einen 3D-Effekt. Wenn man das Buch aufschlägt, findet man – wie schon beschrieben- eine Karte von Avatia. Die Schrift ist recht groß und die Geschichte wird dann und wann von monochromen Illustrationen unterbrochen. Diese Illustrationen befinden sich – zumindest im Band eins- auch tatsächlich immer an den Stellen, an denen man gerne ein Bild hätte. Die helfen also wirklich, das Erzählte in der Fantasie greifbar zu machen und zu "unterstützen".  Natürlich ist mir bewusst, dass man die jungen Leser nicht mit allzuvielen Details und drumherum  belangen will – es soll ja nicht langweilig werden. Dennoch war mir die Lektüre des ersten Bandes allzu oberflächlich. Trotz der Gedanken im Hinterkopf welche Altersklasse angesprochen werden soll.

Diesen Absatz sollten Sie nun überspringen, wenn Sie selbst in die Buchrreihe einsteigen wollen, denn hier muss ich ein bisschen spoilern.
Die Geschichte beginnt mit dem tapferen Ritter Keldor, zahlreiche Schlachten geschlagen, der tapferste Held des Königs Hugo. Der Drache Ferno macht diesen Ritter in der ersten Szene so platt, dass nur noch ein qualmender Kettenhandschuh von ihm übrig bleibt. Die Szene wechselt in ein Dorf wo Tom gegen Heusäcke "kämpft" als er bemerkt, dass draussen Aufruhr herrscht und es verbrannt riecht. Der Drache verbrennt Felder und trocknet Flüsse aus. Die Dorfbewohner versuchen zu retten was sie können. Toms Onkel ist der Dorfvorsteher und schickt Tom zum König um Hilfe zu erbitten.  Dort kommt Tom auch an, schleicht sich in das Schloss, schafft es bis zum König, wird entdeckt – fast verhaftet und gewinnt das Vertrauen des Königs und des Hofzauberers einzig durch die Ähnlichkeit zu seinem Vater (einem berühmten Schwertkämpfer). Soweit so unspektakulär…oder doch nicht? Das was so klingt als hätte ich es aus etlichen Kapiteln zusammegefasst, passiert tatsächlich innerhalb weniger Seiten. Für mich natürlich vollkommen lächerlich, doch dem Lesespaß meines Sohnes scheint es keinen Abbruch zu gewähren, dass schon der Auftakt zu 30 Bänden derart kurz gefasst und ist. Ich meine klar, da kommt ein Bauernjunge ins Schloss – gemeinsam mit der Botschaft, dass der tapferste und edelste Ritter als Grillkohle geendet ist und alle so "Oh nein! Wir werden alle sterben! Ach Moment, wer bist Du denn. Ach der Sohn von Dingenskirchen aus Kleinsiehstemichnich?! Na dann legen wir eben Dir das Schicksal des gesamten Reiches in die Hände. So nu hier haste noch ne Karte und ein Pferd…ab dafür. Tschööö!". Und da das Buch wie gesagt nur 122 Seiten hat geht es rasant weiter, denn Tom muss auf den verbleibenden 60 Seiten noch seine treuen Freunde finden und den Drachen befreien. Wahnsinn….

Fazit:

Ich hab mir vorgenommen, meine eigene Wertung etwas zurückzustufen, da ich vom Alter der Zielgruppe um etwa 28 Jahre abweichen dürfte.
Wie gesagt, ich verstehe ja, dass man hier andere Maßstäbe ansetzen muss um die Kinder bei der Stange zu halten. Aber den Auftakt und die Schlüsselszene in der er seine Gefährten erstmals trifft, hätten doch etwas ausführlicher sein dürfen. Leider bleibt keine Zeit, den Figuren etwas Profil zu verleihen, was ich Schade finde, da man diese ja noch über etliche Bände hinweg begleitet das ist eigentlich neben der durchrauschenden Story mein Hauptkritikpunkt. Auch wenn sich die Geschichte an Erstleser richtet, denke ich, dass man diesen hier etwas mehr hätte zumuten können und sollen. Gewalt gibt es nur in Maßen, so werden die Biester des ersten Zyklus ja auch nicht geschlachtet, sonden befreit. Sprich Tom muss ihnen ein Halsband, durch welches sie vom bösen Zauberer kontrolliert werden abnehmen.

Nichtsdestotrotz kommen die "Beast Quest" Bücher in der Altersgruppe der 8-9 jährigen scheinbar sehr, sehr gut an, was ja das Wichtigste ist da so der Einstieg in die Welt der Bücher geschafft ist, Fantasie und Lesefähigkeit werden extrem gefördert. Insofern kann ich allen Eltern mit lesefaulen Zweit-/Dritt- oder vielleicht sogar noch Viertklässlern nur empfehlen den Kids in der videospielfreien Zeit diesen Buch in die Hand zu drücken.

 

Wertung: 7,5 /10

Am Anfang seiner nun schon 30 -bändigen Reise bekommen Tom und seine Freunde keinerlei Profil verliehen. Die Geschichte rauscht vorbei.

 



 

 

 

 

 

Bilder: Loewe Verlag