Sep 262013
 
geocaching

Eigentlich ist es schon schwer genug den eigenen Hintern mal von der Couch zu bekommen aber noch schwerer ist es heutzutage seinen achtjährigen Sohn zu überzeugen, auch mal nach draussen zu gehen. Trotz massivem Aufgebot von "Draussenspielzeug" in Form von Autos, LKWs, Bauarbeitern für den heimischen Sandberg über Tretauto, Fahrrad, Inlineskates, Skateboard, Fußball, Badmington und Basketballequipments bis hin zu zu dem geilen Nerf-Set bestehend aus 2 Blastern, 2 Westen und 2 Schutzbrillen…welches ich nur in Ermangelung gleichwertiger Schlachtfeldgegner nicht häufiger nutze…also trotz all diesem Zeug, ist es nahezu unmöglich die Kids zu überzeugen mal zusammenhängend eine Stunde ausserhalb vom Haus zu verbringen. Klar, es gibt im Sommer die Tage wo den ganzen Tag im Pool gehockt wird, oder alle halbe Jahr geht man mal für 30 Minuten auf den Spielplatz um die Ecke…aber ansonsten? Pustekuchen! In der Rolle des Erziehungsberechtigten ist man ja doch oft genug bemüht, diese Wohnzimmerbindung aufzubrechen. Dinopark hier, Go-Kart Bahn da, dazwischen mal noch in diesen Park und dort hin…aber das kann man vielleicht mal alle 4-8 Wochen bringen, ansonsten gehen Einem auch schnell die Attraktionen und noch schneller die Kohle aus.

Im Anbetracht dieser Tatsachen, habe ich mich im Frühjahr mal mit dem Thema Geocaching befasst. Nun, ich hatte schon zuvor hin und wieder davon gehört und mir auch überlegt, dass es ganz witzig klingt. Doch weiter gingen die Überlegungen noch nicht. Ich greife nur soweit voraus, dass ich Euch sagen kann: schnappt Euch die Kids, probiert es aus.

Was ist Geocaching eigentlich?
Bei Geocaching, für unsere Mond- und Höhlenbewohner, handelt es sich um eine Art moderner Schatzsuche. Geocacher suchen und verstecken überall auf der Welt kleine Behälter. Derjenige der etwas versteckt publiziert sein Versteck im Internet. Leute die das Versteck finden wollen, tun dies anhand der GPS Daten des Versteckes. Ich denke das ist kurz und prägnant genug, mehr dazu weiss unser oller Kumpel Google zu erzählen.

Einstieg

Zuerst kommen natürlich die Überlegungen, was man denn nun zum Geocachen braucht. Mir schwirrten Bilder von einer jungen, durchtrainierten, dynamischen Familie durch den Kopf…

Er: mit kurzämligem Karohemd, Markenjeans und gelbbraunen Dockers,
Sie: schlank, langes kastanienbraunes Haar mit Poloshirt, ebenfalls Markenjens und Dockers
und Allen voran der etwa zehnjährige Sohn mit Justin-Biber Frisur und Jack Wolfskin Jacke.
Alle drei natürlich ausgerüstet mit Helm, Mammut-Wanderrucksack und GPS Gerät wie sie gerade aus dem Untzerholz auf einen Felsvorsprung treten – im Hintergrund ein Alpenpanorama.

Nachdem ich also schon einige Zeit herumgesurft bin und mir GPS Geräte angeschaut habe, bekam ich in einem Forum als Antwort auf meine Frage nach einer Empfehlung für ein solches Gerät doch glatt zu hören, dass man als Smartphone Besitzer erst einmal ohne zusätzliche Anschaffungen mit dem Geocaching starten könne. Schade eigentlich, kein neues Technikspielzeug für mich.

Ein Blick in den Google Playstore bringt einige Geocaching Apps zum Vorschein. Ich entscheide mich für c:geo und lade es auf mein SGS II.

Equipment/Software

Wie erwartet, muss man sich mal wieder registrieren. Es gibt mehrere vorgegebene Seiten, mit deren Login man auch in die App einloggen kann Geocaching.com, Opencaching.de, GCvote.com und Opencaching.pl. Ich entscheide mich, da ich ja eh für keine der Seiten ein Login besitze, für geocaching.com. Dies ist die offizielle Geocaching-Webpräsenz.
Dort kann man sich im Übrigen auch erstmal genauer informieren über Alles rund ums Geocaching: wie sieht ein Cache aus, wie finde ich ihn, was muss ich dann machen, worauf muss geachtet werden, welche Arten von Caches gibt es…usw.

h_ckchen_im_kreisSmartphone mit Android/iOS und einer Geocaching-App

Weiterhin empfehle ich es, einen kleinen Rucksack zu packen. Sinnvolle Accessoires sind auf jeden Fall: ein Stift, ein kleiner Notizblock, Getränke..wenn ihr mit den Kids loszieht nehmt darüber hinaus noch Pflaster und eine Box mit Caches, also kleinen Tauschgegenständen, mit. Als Cache eignet sich eigentlichg alles Mögliche, seien es Glasmurmeln, kleine Figuren oder Schlüsselanhänger. Nicht geeignet ist alles, was sich bei Feuchtigkeit auflöst oder ablöst sowie essbare Dinge. Diese kleinen Schätze sind eigentlich meist für die Kids als kleines Gimmik gedacht. Leider gibt es auch offenbar genug Vollhonks, die sich nicht zu Schade sind einen Knopf oder einen Kronkorken in die Cachebox zu legen. Ich hab mir etwas Bastelmasse besorgt, aus denen ich mit meinem Sohn demnächst eigene Geocoins machen werde, die wir anschliessend im Ofen noch brennen und dann etwas Günstiges und Besonderes haben, was wir auch noch selber gebastelt haben :)

h_ckchen_im_kreisRucksack mit Geocaching-Stuff: check!

Natürlich solltet ihr die Kleidung entsprechend Eures Ziels wählen. Ich meine sehr, sehr viele Caches sind mit alltagstauglichen Klamotten erreichbar weil sie tatsächlich an Orten versteckt sind, die man täglich mehrmals passiert ohne etwas davon zu bemerken. Will sagen, für den Anfang braucht es eigentlich nichts Besonderes. Natürlich solltete ihr, falls es in den Wald oder über Stock und Stein oder durch hohes Gras oder Brennesseln bzw Dickicht geht schon drauf achten entsprechende Kleidung an oder mit zu haben.

h_ckchen_im_kreisangemessene Kleidung

So, das war jetzt zwar viel Text. Aber eigentlich muss man ja gar nicht soooo wahnsinnig viel tun um loslegen zu können. Wenn man es eilig hat und man nur mal mit 2-3 Chaches um die Ecke starten will um es auszuprobieren reichen auch ein Schlüpper, das Handy und nen Stift aus.

 

eins, zwei, drei, vier Eckstein…alles muss versteckt sein

Damit sind wir "Ready for takeoff!". Zuerst einmal müsst ihr Euch natürlich fragen, wo denn der nächste Cache versteckt ist. Nicht selten, ist das manchmal gar nicht soweit weg. Um einen Cache zu finden, schmeisst ihr die c:geo App auf Eurem Smartphone an. Nachdem ihr einmalig eure Anmeldedaten eigegeben habt, gehts zum Hauptmenü mit den Punkten:

 

ScreenShot216
c:geo Hauptmenü

 

  • Live-Karte, eine Karte der Umgebung mit Position der Caches
  • In der Nähe, eine Liste der Caches in der Umgebung
  • gespeicherte , Eure gespeicherten Caches
  • Suche, suche nach einem Ort anhand der Koordinaten oder Adressdaten
  • Überall, öh..ja
  • Sucheinstellungen, lässt Euch einstellen, ob ihr nach bestimmtech Cachetypen sucht oder nach Allen

Idealerweise startet ihr über die Live-Karte, in Euer erstes Cache-Abenteuer. Ich glaube, außer der Witjas II Tiefe und einem Ort in der Wüste Gobi gibt es keinen Punkt auf der Erde, von dem aus man weiter als 1.000 Meter bis zum nächsten Cacheversteck laufen muss.

ScreenShot217
c:geo Live Karte

Habt ihr aus der Live-Karte ein Versteck in Eurer Nähe ausgemacht, so könnt ihr darauf tippen und bekommt ein Infofenster angezeigt.

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Neben dem Namen und dem Geocode findet ihr dort auch durchaus wichtige Angaben, wie z.B. Infos zur Schwierigkeit. Wählt auf jeden Fall am Anfang erstmal etwas Einfaches: 1-2. Auch Infos zum Terrain können unter Umständen interessant sein, wenn ihr erst einmal Caches als Ausflugsziele setzt. Unter "Mehr Details" gibt es…mehr Details. Unter Anderem eine Beschreibung des Caches oder aber des Ortes an dem der Cache versteckt wurde. Manche Leute schreiben dort ne ganze Geschichtschronik des Gebäudes oder Ortes rein. Manchmal gibt es noch einen "Hinweis" der idR verschlüsselt ist und erst durch antippen lesbar wird um nicht als Spoiler zu wirken. Zu guter letzt natürlich das Cache-Logbuch. Zurück auf der Live-Karte findet ihr nach antippen des zu besuchenden Caches oben rechts an dem Popup ein kleines Kompass-Symbol   ScreenShot219. Um nun endlich mal loszulegen, klickt da drauf.

Leider lässt sich der Screen nicht so schön fotografieren im Bluestacks. Aber ihr seht nun einen Kompass und die Entfernung. Was zu tun ist, erklärt sich eigentlich von selbst. In die Richtung drehen, in die der Kompass weist, und ab geht die Luzi. Die Suche an sich, ist eigentlich – wie man sich sicher denken kann- der spannendste Teil am Geocachen. Ich geb das Handy dann immer meinem Junior, der es füt unablässlich erachtet mir dann alle halbe Meter die Entfernung anzusagen….da können 300 Meter echt weit sein.

Zum Auffinden der Verstecke gibt es ein paar Tipps auf der genannten Seite. Wichtig ist hierbei auch, dass ihr in etwa wisst, wonach ihr sucht. Beim ersten Cache haben wir uns ganz schön schwer getan, da es ein Microcache war…und das Versteck war echt, ziemlich klein. Denkt auch an die anderen Cacher und noch mehr an die "Nicht Cacher" welche im Geocachingslang ganz nach Harry-Potter Art als "Muggel" bezeichnet werden – soll heißen, versucht ein bisschen diskret beim auffinden der Caches vorzugehen. Es gibt genug neugierige Leute, die das Ganze nicht verstehen oder nichts damit anfangen können und die Caches dann aus Spass verschwinden lassen nachdem sie einen unachtsamen Cacher beobachtet haben.

Ist der Cache gefunden, gilt es den Besuch zu "loggen". Das heisst, das Cachelog, dass eigentlich immer im Cache befindlich ist mit Datum, Uhrzeit und Pseudonym zu quittieren, und auch in der App, entweder sofort oder am Ende der Session das Auffinden zu protokollieren. Nur so, wird das Auffinden dann auch zum "Cachekonto" des eigenen Accounts hinzugefügt.

Fazit

Tja, Fazit…Geocaching fetzt schon. Ich meine, bisher sind wir noch nicht extra irgendwo hingereist, nur um zu Cachen. Aber ein langweiliger Besuch bei den Schwiegereltern z.B. kann durch Geocaching schon extremst "upgegraded" werden. Ist man erstmal dabei, dann packt es Einen schon, denn das nächste Versteck ist imemr nur einen Steinwurf entfernt. Zudem ist die Grafik auch ziemlich gut. Der Sound geht so, leider haben die Entwickler an der Hintergrundmusik gespart, so dass man entweder drauf verzichtet oder seinen Walkman einpacken muss. Steuerung ist, solang man nüchtern ist…quasi ein Spaziergang.  Spielzeit würd ich mal auf "unmöglich schaffbar" schätzen, da es weltweit inzwischen Milliarden von Caches gibt. Einziges Manko, sind die "Questbelohnungen"  -die von "Aha?!" bis nicht vorhanden gehen. Aber beim Geocaching ist der Weg das Ziel und es macht trotzdem riesen Spass.

Deshalb 8,5 von 10 möglichen Punkten für diese Freizeitaktivität.

Wertung: 8,5/ 10 lovedave

 

Das Geocaching Logo ist Eigentum von Geocaching.com.

Sep 182013
 
FlCbe

Ich erreiche den Turm gerade rechtzeitig um meine Frostnova zu wirken. Die Timer zählen noch runter. Niemand wird mir zu Hilfe kommen um die von allen Seiten einstürmenden Gegnerhorden zu stoppen. Alle sind gefallen. Noch 15 Sekunden.  Ab zur Midlane, dort hat sich eine größere Ansammlung von Monstern zum "Sturm auf die Bastille" gesammelt. Nova drauf. Ward hinstellen. Ab zur Buttomlane. Noch 8 Sekunden. An der gerade gesäuberten Toplane kommt schon wieder ein Schwall Creeps an. "Your Top Tower has fallen!" schallt es vorwurfsvoll aus den Ohrmuscheln meines Headsets. "Kacke!" denke ich. Der Blick zu den Timern: 3..2..1 ..aufatmen der erste Mitspieler ist wiederbelebt. Ich pinge auf die Toplane. In dem Moment 1…2….3…4 Kreuze auf der Midlane. Ich pinge, um die Anderen drauf aufmerksam zu machen. Sie sind kommen uns zu holen, sie wollen es beenden. Unser Team ist vollständig wiederbelebt. Ich werfe meine Frostbolzen verzweifelt auf das Katapult, dass den Turm gnadenlos Trefferpunkte abzieht. Als das Katapult in sich zusammenbricht taucht eine weitere Welle gegnerischer Creeps auf. Nova rein und ab dafür. Ich muss zu den Anderen. Wir treffen uns am mittleren Ausgang der Basis…natürlich weiss es Einer wieder besser und macht ein paar Schritte in den Kriegsnebel, der das Gebiet vor uns in Schatten hüllt. Zwei Leute pingen wie wild um  ihn zum zurückkommen zu bewegen. Doch da bricht schon die Hölle los. Es dauert vielleicht 1 oder 2 Sekunden bis der "Vorprescher" nur noch ein roter Fleck auf dem Waldboden ist, nachdem ihn Rikis Dolche in astreines Kebab verwandelt haben. Ich wirke wieder Nova um das gegnerische Team in Reichweite unserer Türme zu verlangsamen. Drücke W und auf den Gegner der gerade von meinem Team umringt wird um ihn in eine hübsche Eisskulptur zu verwandeln bevor dieser tot zu Boden geht. Jipiiii! Um meinen "Ulti" zu wirken muss ich näher ran. Ich wage es und komme in unbehaglich geringem Anstand zum Kampf zum stehen. Jetzt muss es sein! Rrrrrrrrrrrrr…es geht nicht. Ich bin gestunnt. Rrrrrrrrrr…scheiße, ich bin ja schon tot. Ich gebe es auf die "R" Taste zu drücken, wenn man tot ist kann man keine Fertigkeiten auslösen. Aber man kann zusehen wie das Gegnerteam Einen nach dem Anderen vom eigenen Team abschlachtet und die Gegenspieler mit 20HP davonkommen.  Einige Zeit später heisst es "Your Ancient, has fallen! Dire Victory!" – SCHON WIEDER!!!

Es ist schon so eine Sache mit DotA2. Seit ich die Beta Einladungen bekommen, und einige Arbeitskollegen angefixt habe kommen wir selbst nach einigen hundert Spielstunden nicht davon weg. DotA2 (Defense of the Ancients – also Verteidigung der Urtümer) ist ein sogenanntes "MOBA" – das steht für Multiplayer (Mehrspieler) Online (Online) Battle (Kampf) Arena (Arena). Man kann das Spiel kostenlos bei Steam runterladen und spielen.

Worum es geht will ich mal ganz kurz fassen. Zweit Teams zu je 5 Spielern spielen auf einer Karte mit je einer Basis pro Team in dem unter anderem ein "Ancient" (ich sag jetzt ma Urtum) steht und 3 Wegen, welche zur Gegnerbasis führen. Auf den Wegen stehen für jedes Team je 2 Türme und einmal pro Minute erscheint auf jedem Ausgang zu den 3 genannten Wegen eine Gruppe Monster (Creeps) die den Weg entlang Richtung Gegnercamp zieht. Die Spieler müssen nun versuchen die Türme von den Wegen zu räumen, das gegnerische Camp zu überfallen und das dort stehende "Ancient" (Urtum) zu zerstören um zu gewinnen.

Es ist verrückt. DotA hat genau EINE EINZIGE Karte die man immer wieder und wieder spielt. Es ist nicht einfach zu erlernen und noch schwerer zu meistern.  Es gibt 110 Helden deren Fertigkeiten man kennen sollte und einen ganzen Batzen Items die je nach Held auch mehr oder weniger sinnvoll sind, wenn man weiss was sie machen – das Gleiche gilt für die Skills der Helden. Und auch der Spielablauf muss erst einmal verinnerlicht werden.

Man bekommt an manchen Tagen einfach so oft auf die Fresse, dass es schon nicht mehr feierlich ist. Doch kaum hat man das Match verlassen, gehts nach kurzer Raucherpause wieder ins Matchmaking. Das ist Masochismus in Reinkultur.

mirana
Ja,ja Mirana ist auch dabei. Das Bild hab ich einfach nur hier reingestellt, damit ihr beim Lesen nicht einschlaft.

 

Meist spiele ich ja mit einem Kollegen in meinem Alter. Ich glaube wir sind darüber hinweg, die Besten sein zu wollen. Wir spielen halt zum "Spass". Aber es gibt Abende wo es einfach schon lange keinen Spass mehr macht, im Gegenteil…am Ende ist man frustriert und fetzt sich im Teamspeak darüber, was wer hätte zu welchem Zeitpunkt besser machen müssen, obwohl man genau weiss, dass man es selber zu 90% auch vergeigt hätte. Doch dann gibt es wieder diesen einen Tag an dem Du jedes Match gewinnst. In dem Du deine Gegner vor Dir hertreibst, sie zu Fall bringst, dich auf sie wirfst und sie mal ordentlich ran nimmst…für alles was Dir angetan wurde, rächst Du Dich zehnfach. Für all die Spiele aus denen irgendwelche Honks einfach ausgestiegen sind und den verbliebenen Spielern das restliche Spiel direkt versaut haben, für alle Spiele wo Dich irgendwelche Russenkinder während der ganzen Zeit mit übelsten Beschimpfungen bis hin zum Rassismus belegt habe, für jeden plötzlich aufgetauchten Riki, jede Situation aus der Du mit 50HP entkommen bist…bis es Zeus gemerkt hat – für all das rächst Du dich. Und das reicht dann, um die nächsten paar Tage wieder all dies über sich ergehen zu lassen. Am Schlimmsten sind die Spieler welche immer alles besser wissen…was man besser geskillt hätte, was man besser eingesetzt hätte, warum der Build den 90 Leute mit gut bewertet haben Mist ist und überhaupt. Gegen ein paar ordentliche Tipps hat man ja in der Regel nix, aber wenn die Leute selber auch nicht wirklich besser spielen…muss man deren Kompetenz auch nicht zu hoch anhängen.

Jedenfalls ist das mit DotA2 so eine Hass-Liebe. Keine Ahnung warum ich es noch nicht gelöscht habe, aber es ist bestimmt der selbe Grund, weshalb sich Hannelore nicht von ihrem prügelnden Gatten trennen kann  – mit ist es beschissen, ohne geht gar nicht und ohne Zweifel ist es die Existenzberechtigung für Floskeln wie "Das ist einfach mal Scheisse-geil!". Eben weil es Beides zugleich ist ;o)

 

 

Sep 172013
 

Amnesia, Die Penumbra Reihe, Slender etc                                                                                                                                                                                                                          Sind wir mal ehrlich: Indie- Horror- Survival Titel sind so beliebt wie nie.
Unzählige let‘s play- Videos auf Youtube  zeugen von einer großen Welle von der Freude am Gruseln.

Ja ich geb’s  zu, auch ich bin ein Freund diverser Indiehorrortrips.
Nichts pumpte mir so viel Adrenalin durch den Körper wie die erste Partie Amnesia.
Aber um nicht weiter abzuschweifen, OUTLAST meine Damen und Herren!


 

You can run but you can’t hide!

Journalist Miles Upshur hatte bestimmt schon bessere Tage in seinem Leben, als eben diesen, welcher er in der Irrenanstalt des Mount Massive Asylum verbringt. Allerdings ist er auch selber schuld daran.  Laut der einleitenden Worte in Outlast ist man als Sensationsjournalist stets auf der Suche nach der nächsten Enthüllungsstory und macht auch vor Geschichten nicht halt, um die andere Zunftkollegen einen großen Bogen machen würden. So macht sich der Spieler in Gestalt  eben jenes Mr. Upshur auf, um im besagten Irrenhaus  Beweise zu finden welche der bösen skurpellosen Murkoff Corporation  als Betreiber das Handwerk legen soll.
So geht’s also mit Notizbüchlein und  Videokamera bewaffnet mitten in die Knüste.

Ähm Entschuldigung, ich meine natürlich auf den Berg des Wahnsinns!
Mehr „Bewaffnung“ werden wir auch in Outlast nicht zu sehen bekommen, was uns völlig wehrlos in einem Haus voller mordlüsterner Irrer zurücklässt. Das erste Konzept erinnert also schonmal stark an Amnesia. Doch Miles hat dafür seine Atlethik und ein Nachtsichtgerät an seiner Kamera, zwei Dinge von denen Daniel aus Amnesia nur träumen konnte. Miles klettert, springt, rennt weg und zwängt sich auch mal durch allerlei Gerümpel durch, wobei der Spieler stets den gesamten Körper aus der Egoperspektive im Blick hat. Ja manche Passagen sind wie ein kleines „Mirrors Edge“ in der Geisterbahn. Hinzu kommen noch die Fähigkeiten sich in Schränken und unter Betten verstecken zu können. Man merkt schon aus Miles wird kein Duke Nukem mehr. Das allerdings ist auch gar nicht schlimm so macht das Spielen von Outlast nämlich umso mehr Spaß. Auch wenn es nicht sehr logisch ist in einem Irrenhaus der Kategorie „Mörder und Gewalttäter auf Acid“ auch bei dem verstreuten toten Wachpersonal keine Pistole oder gelegentlich mal einen Waffenschrank zu finden. So erzeugen die panischen Hetzjagden und das Versteckspiel jede Menge Adrenalinschübe.
Denn auch wenn man sich versteckt hat, heißt das noch lange nicht das man nicht auch gefunden werden kann.

Outlast ist also wirklich nichts für zartbesaitete Gemüter.


 

Einmal Schlachtplatte Colorado bitte

Ob man die doch recht klischeehafte Story um die Versuche mit den irren Gefangenen rund um einen alten Nazidoktor und dem mysteriösen Wallrider nun gruselig findet oder nicht, Mount Massive Asylum ist  ein Schlachthaus! Ob zerfetzte Wachmänner und Betreuer oder gepfählte und enthauptete Spezialeinheiten, überall nur Blut, Tod und Innereien.

Und wieder kann ich nur schreiben: Outlast ist wirklich nichts für zartbesaitete Gemüter.

Nicht nur die für einen Indietitel tolle und detailreiche Optik und Inszenierung sondern auch die grandiose Soundkulisse sorgten für unzähliges Verreißen der Maus während des Spielens.  Die sog. „Jumpscares“ gibt es zuhauf und das gepaart mit einigen wirklich widerlichen Szenen voll grotesker Gewalt. Diese spiegelt sich auch in den gefundenen Dokumenten und Miles eigenen Notizen wieder. Hier und da gibt es immer mal wieder nette Berichte zu finden. Darin steht dann alles was man zur Backstory wissen muss, gespickt mit netten Details zum Beispiel warum ein Gefangener sich liebend gerne selbst verstümmelt.  Für Miles eigene Notizen muss man allerdings das Geschehen allerdings immer brav das Geschehen mitfilmen. Der arme Reporter muss demnach ein Gedächtnis wie ein Sieb haben. Aber wozu hat man denn seine gute alte Kamera? Na zusätzlich noch um im Dunkeln überhaupt sehen zu können! Das integrierte Nachtsichtgerät ist nicht nur verdammt nützlich und realistisch, es zeigt sich auch für einen großen Teil des Horrorflairs von Outlast verantwortlich. Außerdem müssen die ganzen Batterien die man überall findet ja auch zum Einsatz kommen. Der Nachtsichtmodus gewinnt nämlich keinen Energie Effiziens Preis!


 

Du kommst nicht vorbei!

Diesen Wahlspruch eines wohlbekannten Zauberers beherzigen auch die meisten wichtigen Türen im Mount Massive Asylum. Doch was hilft gegen verschlossenes? Natürlich! Schlüssel oder aber die moderne Variante der Schlüsselkarte. Diese liegen meist neben einem toten Mitarbeiter des Irrenhauses und wollen vom Spieler gefunden werden. Mehr gibt es dann aber auch meist nicht zu tun. Fällt der Strom aus? Dann runter in den Keller und mit zwei Hebeln wieder den Generator anschmeißen. Was seine Rätsel angeht kommt Outlast eher wie ein ID- Titel aus den 90ern daher. Gerade bei der Suche nach der ersten „Keycard“ musste ich beim Spielen  doch etwas schmunzeln. Für ein Aktionadventure ist das dann doch etwas mau geraten. Da wären doch noch mehr Gameplayelemente möglich gewesen.
 

Fazit:

Outlast ist ein wirklich gut gemachtes Horrorgame das selbst für hartgesottene einige Überraschungen parat hält. Dabei bietet es mehr als nur eine Aneinanderreihung von Schockmomenten sondern kann auch durch eine tolle bedrohliche Atmosphäre durchweg überzeugen. Wer aber cleveren Dauerterror und eine tiefe Storydichte und Rätseleinlagen a la  Amnesia sucht, der wird bei Outlast enttäuscht werden. Outlast ist eher der Haudrauf, der krasse Splatterstreifen unter den Horrortiteln. Funktionierts? Allerdings und wie!

 Von mir gibts für die tolle Inszenierung und die enorme spielerische Intensität  8,3 von 10 Punkten 

 

Bilder: Red Barrels

 

Wertung: 8,3/ 10

Sep 142013
 
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Die Rede kann natürlich nur von meiner Geliebten sein. Von meiner geliebten Logitech MX518. Eine schöne Gamermaus. Doch seit Wochen hatte ihre rechte Taste offenbar Probleme, die Befehle von meinem Ringfinger entgegenzunehmen. Somit war die Suche nach einem adäquaten Ersatz eröffnet. Mein Blick schweifte natürlich zuerst wieder zu den Produkten jenes schweizer Herstellers, der mich schon in den letzten 10 Jahren mit seinen Zeigerprodukten überzeugt hatte: zu Logitech. Ich hatte mir geschworen nie mehr etwas Anderes zu kaufen nachdem ich 2001 erstmals die Unsumme 80 DM für eine Mouseman Dual Optical investiert hatte, nachdem ich mir die Jahre davor immer nur die billigen Bordsteinschwalben der Konkurrenz hatte leisten können. Die Verarbeitung dieser Maus war um sovieles Besser, das Handling überirdisch gut und sie hielt knapp 6 Jahre. Anschliessend kam dann die MX518 da es die Dual Optical nicht mehr gab, oder für Restbestände "Neu" und "OVP" horrende Summen verlangt wurden. Damals in 2007 zu einem "Okay-en" Preis um die 45€ durchaus ein guter Deal.

Umso schockierender meine diesjährige Suche im Protfolio der Logitech Gamermäuse. Nach dem Studium vieler Tests und Benutzerreviews stellte sich heraus, dass die G700 wohl die einzig wirklich gangbare Maus sein würde. Die G500 wurde von Fachzeitschriften teilweise gelobt- von Benutzetn jedoch verrissen, die G300 ebenfalls als Fehltritt gehandelt. Doch 80€ für eine Maus? Zumal man überall zu hören bekommt, dass Logitech inzwischen lang nicht mehr den Ruf des Qualitätsherstellers hat wie noch vor wenigen Jahren. Nope! Dafür hab ich mir noch nicht genügend Gehirnzellen duch Monitorstrahlung verbrutzelt. Budget max. 50€ muss reichen. Über Razer, Microsoft und andere namenhafte Hersteller sowie Kaufberatungen in denen ich erstmals mit Begriffen wie "Claw-" und "Palmgrip" konfrontiert wurde bin ich schließlich bei Amazon auf die Sharkoon Drakonia gestoßen. Zuerst einmal ist die aber grün was mich ein wenig abschreckt. Offenbar gibt es aber ein schwarzes Modell mit noch mehr DPI für mehr Geld, aber leider komplett gummiert. So ein Gummiüberzug ist zwar erstmal ganz schick, aber neigt doch recht schnell dazu sich abzulösen udn dann richtig, richtig Scheisse auszusehen. Auch das komplett gleiche Modell der deutschen Firma Perixx kmit der Bezeichnung Perixx Mx 2000 ist eine Alternative, doch letztendlich fällt nach ein paar gescheiterten E-Bay Geboten in der Hoffnung eine G700 zu einem "normalen" Preis zu ergattern dann doch auf die grüne Sharkoon Maus. Im Endeffekt seh ich sie ja eh nicht, wenn meine Hand drauf liegt ­čśë Und immerhin wird sie in der Fachpresse als wirklich gute Maus in dem Preissegment gelobt, was sich hier auch in den Reviews von Leuten die das Teil tatsächlich auch über einige Zeit täglich benutzen widerspiegelt. Der Preis: 27€ inkl.Versand bei Amazon. Lieferung wie gehabt am Folgetag.

Eigenschaften und technische Daten

  • Avago 9500 Laser-Sensor
  • 11 programmierbare Tasten
  • 4-Wege-Scrollrad
  • LEDs zur DPI-Anzeige
  • Interner Speicher für Benutzerprofile
  • Goldbeschichteter USB-Stecker
  • Textilummanteltes Kabel 
  • Weight-Tuning-System
  • Ergonomisches Design
  • Gummierte Oberfläche für maximalen Halt
  • Beigelegte Konfigurationssoftware
  • Unterstützte Betriebssysteme: Windows XP/Vista/7/8 (32- und 64-Bit)
Max. DPI 5000
Max. Beschleunigung 30 G
Mausgewicht 145 g 
Abmessungen (L x B x H) 126 x 88,1 x 41,8 mm
Sensor Laser
Anschluss USB2.0 (Goldbeschichtung)
Kabellänge 180 cm (Textilummantelung)
Max. FPS 11750
Max. IPS 150
Anzahl Tasten 11
DPI-Anzeige LEDs
Scrollrad links/rechts ja
Mausfüße 4, Kunststoff
Beleuchtung ja, über Software konfigurierbar
Chip Avago 9500
Abheb-Empfindlichkeit 1-5 mm
Weight-Tuning-System ja (6x 5 g)

 

Lieferumfang

Geliefert wird die Drakonia in einer schicken Pappbox. Darin natürlich der obligatorishe Plastikeinschub in dem das gute Stück ordentlich eingebettet ist. Weiterhin eine mini CD mit der Teibersoftware und ein Päckchen mit Gleitpads zum selber basteln. Auf den ersten Blick nicht direkt aufgefallen sind die 6 mitgelieferten Gewichte, welche sich in einem Schubfach an der Unterseite der Maus befinden. Damit kann das Gewicht der Maus auf die indivduellen Bedürfnisse angepasst werden. Wers braucht?! Weiterhin findet sich ein Transportbeutel in der Box, falls man seine Maus mal spazieren führen will.

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Die Verpackung der Sharkoon Drakonia. An der Unterseite befindet sich ein Fach mit 6 kleinen Gewichten.

Ersteindruck

Die Maus an sich macht – entgegen meiner ersten Bedenken- optisch einen durchaus positiven Eindruck. Wie gesagt ist bunte Peripherie zwar sonst nicht so mein Ding, aber in diesem Fall geht das in Ordnung, da die Maus in "echt" doch recht dezent ausschaut .  Weiter fällt das gesleevte, also "textilummantelte"gehüllte Mauskabel auf. Das soll wohl dem Kabelbruch vorbeugen, sieht zudem aber auch ganz schick aus. Die Maus ist bietet im Gegensatz zur MX518 ein ganz anderes Griffgefühl. Die geriffelten, gummierten Seiten mit der Daumenauflage die mir bei der Suche nach einer neuen Maus sehr wichtig war, bietet eine angenehme Auflage und auch guten Halt selbst wenn es mal etwas schwitziger wird. Zur Gummierung muss ich hier noch hervorheben, dass es sich nicht um den üblichen TPE Überzug zu handeln scheint, welche eben die genannten Ablösungserscheinungen mit sich bringte.  Die Verarbeitung ist gut – vor einer MX518 braucht sich die Drakonia nicht zu verstecken. Die Maus verfügt insgesamt über 11 Tasten, welche über die beiliegende Software frei belegbar sind. Aus meiner Sicht machen von diesen 11 Tasten jedoch im Gamingeinsatz nur 5 Tasten wirklich Sinn, zwei der "Tasten" sind eigentlich ein Schieberegler (mit zwei Stellungen) auf der Oberseite, mit dem man normalerweise die DPI-Auflösung einstellen kann. Für mich immernoch mehr als genug, zumal ich es mir vorher schon gedacht hab. Seitlich zeigen 4 LEDS an wie die DPI Empfindlichkeit eingestellt ist. An der Vorderseite prangt ein beleuchtetes Sharkoon Drakonia Logo.

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Ansicht von links: geriffelte, gummierte Daumenauflage, 3 Seitentasten und die LEDs zur Anzeige der DPI Auflösung. Ansicht von rechts: ebenfalls geriffelt und gummiert, das beleuchtete Sharkoon Drakonia Logo und die Taste vorne rechts

 

Installation und Konfiguration

Wie man eine Maus anschließt brauch ich wohl in Zeiten von USB 3.0 nicht weiter ausführen. Die Software von der CD installieren und anschliessend einen Blick rein werfen. Es sind bis zu 5 Profile speicherbar. Soweit ich weiß aber auf dem PC lokal und nicht auf einem integrierten Speicherchip. Da ich schon seit 8 oder 9 Jahren nicht mehr auf ner LAN Party war und selbst damals immer meinen PC dabei hatte, ist das für mich vollkommen Okay. Die Tasten sind allesamt über die Software belegbar, wie bereits erwähnt. Zu vorgefertighten Standardaktionen und Multimediafunktionen, kann man die Tasten auch mit Tasten vom Keyboard belegen oder Makros anfertigen.
Was die Tasten anbelangt, so habe ich mir lediglich die drei Tasten auf der linken Seite belegt, die eine Taste auf der rechten obligatorisch auch sowie die mittlere Maustaste..also das Rad. Und natürlich die beiden "normalen" Tasten. Man könnte weiterhin das Rad seitlich nach rechts oder links schieben und dies belegen, ist aber meiner Meinung nach für Games nicht intuitiv genug. Weiterhin gibt es auf der Oberseite einen Schieberegler für die DPI Auflösung, den man ebenfalls belegen könnte. Aber auch das ist in einem Gefecht wohl eher hinderlich, hätte man 2 Tasten verwendet könnt eman die sicherlich besser gebrauchen. Selbst die Taste auf der rechten Seite vorn an der Maus ist für mich ziemlich schwer erreichbar. Vielleicht kommen Leute mit grösseren Händen da gut ran, aber für mich auch eine "tote" Taste. Gut erreichbar sind neben den 3 "Haupttasten" an der Oberseite die drei Tasten auf der linken Seite.

Neben der Tastenbelegung lassen sich in der Software Scroll-, Doppelklick – und Mausgeschwindigkeit einstellen. Weiterhin die Empfindlichkeit der Achsen, sowie die DPI und Abtastraten. In der dritten und letzten Registerkarte kann nun noch die Farbe der Mausbeleuchtung sowie deren Beleuchtungsmuster (langsam pulsierend, schnell pulsierend, dauerhaft an, aus) und Intensität angepasst werden.

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Die Maustasten lassen sich frei belegen. Einen Menge Funktionen sind bereits vorinstalliert. Als wär das nicht genug, können die Tasten mit Makros belegt werden.
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In den erweiterten Einstellungen lassen sich umfangreiche Einstellungen vornehmen.

Schliesslich die Optionen für die Optik. Das Auge spiel bekanntlich mit.

Fazit:

Ich bin mit meinem Kauf zufrieden. Die Maus hat alles, worauf ich bei der Auswahl Wert gelegt habe. Eine gute Form, ausreichend Tasten, vernünftige Software mit ausreichend vielen Einstellmöglichkeiten. Wer den zunehmenden Preisen namenhafter Hersteller bei sinkender Qualität ein Schnippchen schlagen will findet hier durchaus einen gut geeigneten Spielenager. Wegen der Tasten, die zwar reichlich sind, teilweise aber einfach etwas anders angeordnet oder konzeptioniert hätten sein können gibt es ein bisschen Punktabzug. Dennoch aufgrund des guten Preises uns der vielfältigen Funktionen, gepaart mit einer guten Verarbeitungsqualität gibt es für die Drakonia 8 von 10 Punkten von trollpit.de und eine klare Kaufempfehlung.

 

Wertung: 8,0/ 10 davetop

Das Drakonia Logo ist Eigentum von Sharkoon.

 

Sep 132013
 
cms

Die Eingangsfrage, die man sich bei der Suche nach einem CMS immer stellen muss, ist die nach dem Zweck und der Funktion der Seite. Dazu muss man sich als "Webmaster" Gedanken machen, welche Funnktionen für den jeweiligen Zweck im Vordergund stehen, welche ein "Nice to have" sind und welche Funktionen man nicht braucht. Zudem muss man sich über den eigenen "Skill" Gedanken machen – also was trau ich mir als Webmaster zu und wie inwiefern bin ich bereit mich in das Thema einzuarbeiten.

Vorab sei weiterhin erwähnt, das ich mich mit der Materie auch "nur" als Hobby befasse. Über die technischen Feinheiten weiss ich sicherlich nicht so viel wie ein ausgebildeter Webdesigner, aber für mich steht das Handling als "Hobby Webmaster" im Vordergrund. Ich bitte dies zu berücksichtigen.

Ich werde in diesem Tutorial die CMS e107 in der Version 2, Joomla in der Version 2 und WordPress in der Version 3 als Basis nehmen. eshalb ich diese 3 CMS ausgewählt habe wird im Folgenden unter Punkt 3 hoffentlich eingermassen deutlich. Ich habe auch weitere CMS wie z.B. Drupal, Typo3 oder ilch getestet. Allerdings sind diese drei meine Favoriten.

Grundsätzlich sind Grundkenntnisse in HTML und CSS sehr zu empfehlen, nicht aber zwingend notwendig. Allerdings sind die Individualisierungsmöglichkeiten mit den entsprechenden Kenntnissen wesentlich vielfältiger. Auch verlangen manche Zusatzfeatures ein wenig Kenntniss der Materie um sie perfekt in das vorgesehene CMS einzupassen.

In diesem Tutorium werde ich die folgenden Punkte abarbeiten und versuchen die Anwendungsfelder für die drei von mir gewählten CMS herauszustellen.

  1. Welchem Zweck dient die Webseite? Welchen Funkktionen werden benötigt?
  2. Das richtige CMS für mich!
  3. Voraussetzungen zur Installation des CMS.
  4. Installation
  5. Fazit

In einem weiten Tutorial, welches ich in den kommenden Tagen verfassen werde, gehe ich dann auf das "Drumherum" ein. Also wo man Webspace findet, was es zu beachten gibt, wie man die Daten auf den Webspace bekommt usw.

1. Zweck und Funktionsumfang

Es gibt verschiedene Ausgangssituationen welche die Erstellung einer eigenen Seite im Internet begründen. Der Verein, der sich kostenneutral eine Plattform schaffen will und dazu auf Internet und PC- affine Mitglieder aus den eigenen Reihen setzt. Dann die Person, welche mit seinen Erlebnisse, Erfahrungen oder seiner Meinung nach "interessanten Dingen aller Art" die Welt bereichern will und dazu einen Blog aufmachen möchte oder der Gilden-/Clangründer, der für die Community seines Lieblingsspiels eine Kommunikationsplattform einrichten will. Die Liste lässt sich sicherlich noch erweitern, aber ich denke es wird klar was ich meine.

Im Vorfeld muss man sich, egal was die Ausgangssituation ist, Gedanken machen welche Funktionen die Seite unbedingt haben muss und welche eher nicht. Dazu ist es natürlich sinnvoll, sich ähnliche Seiten im Netz anzusehen und sich im Idealfall eine Liste zu erstellen. Typische Funktionen die man berücksichtigen sollte sind:

  • Ist ein Mitgliederbereich erforderlich? Also soll es einen Bereich geben, welcher nicht öffentlich für jeden Besucher zugänglich ist?
  • Macht es Sinn ein Diskussionsforum auf der Seite zu haben?
  • Welche Sonderfunktionen sind wünschenswert? (Fotogalerie, Privates Nachrichtensystem…)
  • Werden weitere Mitglieder Zugriff auf das Backend des CMS haben?

Ausgehend von dem Zweck und den genannten Punkten, kann man sich leicht ein Anforderungsprofil erarbeiten. Anhand dessen ist es dann einfach ein entsprechendes CMS auszusuchen.

2. Auswahl des richtigen CMS

e107:

Das CMS e107 war das erste CMS mit dem ich in die Welt der CMS eingestiegen bin. Nach seiner "Blütezeit" um 2005-2007 ist e107 inzwischen eher zum Underdog geworden, dies ist der langen Vernachlässigung durch die damaligen Entwickler zu Schulden, die es meiner Meinung nach versäumt haben im Fluss der Zeit mitzuschwimmen. Doch seit letzten Jahr hat e107 ein anderes Team und die längst überfaällige Rundumkur wurde eingeleitet. e107 eignet sich aus meiner Sicht besonders für Anfänger in der Materie die schnell einen Erfolg sehen wollen und ein CMS benötigen, welches schon viele Funktionen mit sich bringt. So ist im e107 z.B. ein Diskussionsforum enthalten. Ausserdem auch ein Privates Nachrichtensystem. Es eignet sich somit besonders für Clan/Gildenseiten als Einstiegspunkt. Es gibt bereits eine Menge fertiger Designs und die Anpassung bestehender Designs ist mit HTML und CSS Kenntnissen recht einfach, Auch "grössere" Änderungen lassen sich nach etwas Einarbeitungszeit sehr leicht vornehmen. Zusätzliche Features (sog. Plugins) kann man im Netz herunterladen und recht einfach dazuinstallieren. Ein Blick in das Backend (oder Admin Panel) zeigt eine aufgeräumte Struktur. Das Benutzermanagement ist sehr einfach gehalten und verständlich, Benutzergruppen können beliebig angelegt und nach Lust und Laune mit Rechten versehen werden. Redaktionelle Inhalte sind recht einfach einstellbar. Mit knapp 1,2 MB ist es eine wahre Freude e107 zu installieren, besonders wenn man keine allzu dicke DSL Leitung hat und mit Hinlblick des doch schon recht anständigen Funktionsumfangs den es mitbringt.

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Das Backend von E107 ist sehr ordentlich. Unter "Plugins" findet man die bereits mitgelieferten Zusatzfeatures wie z.B. ein Forum, ein PN-System und Einiges mehr. Mit einem Klick direkt installierbar.

Fazit: E107 geeignet für Einsteiger-Webmaster, besonders im Bereich Clan/Gildenseiten aber auch für Blogs oder Seiten mit redaktionellen Inhalten verwendbar. Es gibt zahlreiche Zusatzfeatures (Plugins) und Designs, die aber meist noch aus der inzwischen einige Zeit zurückliegenden Blüte des CMS stammen. Es bleibt aber zu hoffen, dass sich e107 wieder den wohl verdienten Platz unter den akktuell beliebtesten CMS einimmt, zumal es die besten Voraussetzungen dazu mitbringt.

Joomla:

Joomla ist eines der meist benutzten CMS derzeit auf dem Markt. Joomla ist der Allrounder schlechthin und kann im Prizip komplett bis ins jedes Detail individualisiert werden. Es gibt tausende von installierbaren Zusatzfeatures. Joomla selbst bringt jedoch lediglich eine Grundfunktionalität mit. Zudem ist das Installationspaket relativ groß. Es eignet sich für Einsteiger mir Grundkenntnissen, besonders aber für Fortgeschrittene Webmaster, da man wie gesagt zusätzliche Funktionen erst einmal suchen muss und dann selber probieren muss ob die Funktion auch das bietet, wonach man gesucht hat. Dies ist miitunter sehr zeutaufwändig. Zudem sind viele der Zusatzfunktionen auch kommerzieller Natur, das heisst man muss sie irgendwo käuflich erwerben um sie nutzen zu können. Die Stärke ist also der sehr Modulare Aufbau. Zugleich ist eben das auch die größte Schwachstelle. Hat man erst einmal nach langem probieren die optimle Zusammenstellung an Plugins und Modulen gefunden, so muss man diese auch bei jedem Update der Software oder einer Komponente mit updaten, was mitunter wirklich sehr brenzlig sein kann und eigentlich immer voraussetzt, dass man sich ein Backup der gesamten Dateien und der Datenbank speichert, falls es irgendwo in einer der vielen Komponenten zu Problemen kommt. Wenn jemand vorhat einen Blog mit Joomla zu erstellen, ist das recht unkritisch, da man meist keine weiteren Komponenten wie ein Diskussionsforum, Privates Nchrichtensystem oder Galerie benötigt. Für Clan/Gildenseiten ist das nicht ganz so einfach. Ein Beispiel: Für eine Clanseite mit Joomla braucht man sicher ein Forum und ein PN-System. Es bietet sich an als Forum Kunena zu nutzen und als PN-System uddeIM – beide von unterschiedlichen Entwicklern. Da diese schon lang auf dem Markt sind und sich auch gegenseitig unterstützen. Insofern unkomliziert. Wird nun Joomla auf eine neue Version gebracht muss man sich zuerst versichern, dass sowohl Kunena als auch uddeIM Updates bereitstellen, die mit der neuen Version reibungsfrei zusammenarbeiten. Man kann sich nun vorstellen wie das ausufert, sobald man vielleicht 10 oder mehr Komponenten verschiedener Anbieter installiert hat.

Ein weiteres Manko ist aus meiner Sicht als Neuling die Benutzergruppenstruktur und die Struktur wie Inhalte gehandhabt werden erst einmal zu verstehen. Das bedarf noch einiger Einarbeitungszeit. Die Benutzergruppen sind aktuell in V2 noch begrenzt und nicht ohne tiefere Eingriffe editierbar. In V3 soll sich das jedoch ändern

Hat man sich damit einmal angefreundet ist Joomla aus meiner Sicht das beste CMS um Clanseiten zu erstellen, da es wie gesagt zu jeder erdenklichen Funktion die man sich auf so einer Seite vorstellen kann, bereits eine Lösung gibt, die man recht einfach im Backend installieren kann. Auch fertige Designs gibt es massenhaft und lassen kaum Wünsche offen.

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Joomal – der Allrounder. Ebenfalls auf den ersten Blick übersichtlich- doch hinter den Dropdown Menüs am oberen Bildrand verbergen sich schier unendliche Möglichkeiten.

 

Fazit: Joomla für Blogseiten, Seiten mit redaktionellem Inhalt, Clan/Gildenseiten und auch für z.B. Vereinsseiten geeignet. Der Allrouder ist ein wahres Schwergewischt, sowohl was seine doch recht funktionsarme Erstinstallation mit ca.8,2MB anbetrifft, also auch die Möglichkeiten die sich mit diesem CMS auftun – welche aber auch zugleich Gefahren bergen.

WordPress:

Wordpress ist ein Blogsystem. Man sollte es daher als solches sehen und auch als solches benutzen. Es gibt sicherlich Plugins welche die Funktion wie bei Joomla erweitern. Doch scheinen mir die Lösungen die es bei Joomla gibt weitaus vielfältiger und ausgereifter. Insofern würde ich nicht empfehlen WordPress für Clan/Gildenseiten zu verwenden. Dafür ist es natürlich für Blogs und für Seiten welche lediglich redaktionelle Inhalte präsentieren wollen ideal. Ein Blick in das Backend verrät ebenfalls, dass die zentrale Funktion von WordPress eben die Redaktionelle ist. Inhalte zu erstellen ist denkbar einfach. Die Benutzergruppen sind entsprechend vorkonfiguriert und soweit ich bisher Einblick habe ebenfalls nicht beliebig erweiterbar. Also ähnlich Joomla. Die installierbaren Zusatzfeatures sind vielfältig, aber auch insofern eingeschränkt, dass sie sich meist wirklich an der "Blog-System Herkunft" von WP orientieren.

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Das WordPress Backend ist ganz offensichtlich auf redaktionelle Beiträge ausgelegt.

 

Fazit: WordPress ist ideal für Blogger und Seiten welche redaktionelle Inhalte anbieten wollen. Hobbyredakteure, Blogger und sicher auch die meisten Vereine sind mit WordPress recht gut beraten. Mit 6,2 MB ist WordPress nicht gerade schlank bei der Neuinstallation und mit den gebotenen Grundfunktionen.

Tipp: Wenn ihr eine Seite erstellen wollt, kann ich nur wärmstens empfehlen, die in Frage kommenden CMS vorher testweise zu installieren und anzusehen, bzw. mal ein paar Plugins zu installieren und das Zusammenspiel  anzuschauen. Habt ihr erst einmal ein System gewählt ist das meist eine Einbahnstraße. Ist die Seite erst einmal "scharf geschaltet" ist ein Wechsel zu  einem anderen CMS nur mit extremen Aufwand möglich. Bei Clan/Gildenseiten eigentlich nahzu unmöglich wenn man nicht umfassende Kenntnisse hat um z.B. ein Forum in ein komplett anderes System zu migrieren inklusive der richtigen Benurtzerzuordnungen usw. Für Blogs und redaktionelle Seiten läuft es halt letzendlich darauf hinaus die Texte komplett zu koperien und die Bilder neu hochzuladen und zu verlinken. Also alles sehr aufwändig.

3. Voraussetzungen

Natürlich wird ein sog. Webspace benötigt. Es gibt diverse kostenlose Anbieter. Allerdings muss man sich dessen bewusst sein: es gibt immer einen Haken. Sei es Werbung auf der eigenen Seite oder eingeschränkte Bandbreite oder Erreichbarkeit. Welche Anbieter es gibt, wird ein künftiges Thema auf dem Blog sein. Ich kann aus eigener Erfahrung nur dazu raten die 40€ im Jahr zusammenzunehmen und einen kommerziellen Anbieter auszuwählen, auch dazu mehr demnächst. Oft scheut man sich davor, aber man hat wirklich, wirklich viel weniger Scherereien im Nachgang. Zudem sind oft erstaunlich viele Leute, sei es im Onlineclan oder im Verein, bereit etwas beizusteuern. Und wenn 20 Leute freiwillig eine minimale Summeim Jahr beisteuern ist das Thema geregelt. Als Webmaster hat man schon genug zu tun, ohne dass man sich mit den technischen Unzulänglichkeiten mancher Free-Anbieter oder fehlendem Support herumschlägt.

Auf jeden Fall MUSS der Webspace natürlich mindestens eine MySQL 5.x-Datenbank beinhalten. PHP 5.x  und CGI sind ebenfalls erforderlich. Das gilt im Prinzip für alle CMS gleichermassen. FTP Zugang ist ebenfalls ein wichtiges Feature.  Ebenfalls erforderlich ist der Zugang auf ein entprechendes Backen, von dem aus ihr die Einstellungen für Euren Webspace vornehmen könnt (Datenbanken erstellen usw.)

Tipp: Macht Euch vorab Gedanken um die Domäne, die ihr benutzen wollt. Sprich, die Adresse, über welche dieSeite erreichbar sein soll. Wenn ihr eine sog. Top-Level Domain haben wollt (also mit www.meineseite.de,.com,.net,.at,.ch usw) sind diese bei kostenlosen Angeboten nicht enthalten und müssen extra gebucht werden (ca. 9-20€ pro Jahr) während kostzenlose anbieter meist nur sog, Subdomains anbieten und ihr dann Adressen wie z.B. www.meineseite.de.vu habt.

Tipp: Es gibt Anbieter, welche auch bereits einge CMS als Standard in ihrem Repertoire führen. Diese lassen sich dann recht unkompliziert aus dem Backend des Webspace installieren ohne den Umweg über Download des Installationspakets und upload via FTP.

4. Installation

Die Installation der CMS ist ebenfalls kein Teufelswerk. Die fertigen Installationspakete bietet jedes einigermassen bekannte CMS zum Download an. Die Dateien werden dann einfach auf der heimischen Platte entpackt und anschließend per FTP auf den Webspace geladen. Im Backend des Webspce muss nun noch eine Datenbank für die Seite angelegt werden. Nehmt eine eindeutige Bezeichnung und ein richtig "starkes" Passwort (Groß/Kleinbuchstaben, Zahlen, Zeichen) sonst können Angriffe von aussen evtl.irgendwann Eure Mühen zunichte machen. Die Installationsroutine startet man dann einfach im Browser durch ansurfen der eigenen Internetadresse. Oft muss man in ein entsprechendes Installationsverzeichnis wechseln oder ein spezielles Script starten. Für unsere 3 Kandidaten gestaltet es sich so:

E107:
Start der Installation über www.meineseite.de/install.php

Joomla:
Start der Installation direkt über ww.meineseite.de, man wird dann zur Installation weitergeleitet.

WordPress:
Etwas "altbacken. Im entpackten Verzeichnis die Datei  wp-config-sample.php heraussuchen und diese mit dem Editor öffnen. An den entsprechenden Stellen dann die Zugangsdaten für die MySQL Datenbank eintragen:
define('DB_NAME', 'Datenbankname hier eintragen');Datenbankname ZWISCHEN die Anführungsstriche !!!
define('DB_USER', 'Benutzername hier eintragen'); Auch zwischen die Anführungszeichen!
define('DB_HOST', 'localhost'); Localhost stehen lassen!

Datei anschliessend mit "Speichern unter" als wp-config.php speichern. Diese Datei nun in das root (Wurzel) Verzeichnis der Seite kopieren.
Installationsroutine wird mit www.meineseite.de/install.php aufgerufen.

5. Fazit

Das Fazit habe ich einmal als in einer Tabelle zusammengestellt. Bitte beachtet, dass dies meine persönliche Einschätzung ist.

 

ScreenShot048

Di everwendeten Logos sind Eigentum :

e107.org, joomla.de, WordPress.de

 

Sep 052013
 
no-no-kuni_box

Studio Ghibli ist sozusagen die Versinnbildlichung meiner Animeträume. Diese Jungs (und Mädels) haben es einfach drauf und selbst "Nicht-Anime Fans" müssen einfach Meisterwerke wie "Das wandelndes Schloss", "Das Schloss im Himmel"," Kikis kleiner Lieferservice", "Prinzessin Mononoke","Chihiros Reise ins Wunderland" oder "Mein Nachbar Totoro" angesehen haben. Wobei davon einige Filme noch eher "normalotauglich" sind als Andere. Zieht Euch einfach einen der ersten drei Filme rein , wenn ihr kleine Kinder dabei habt..nehmt "Das Schloss im Himmel" oder "Kikis kleiner Lieferservice" bei den anderen gibt es mitunter evtl. gruselige Gestalten..daher sollte man sich die vorher ansehen, bevor man seine Kids davorsetzt.

"Ni No Kuni – Der Fluch der weissen Königin" erschien 2011 in Zusammenarbeit mit dem Studio Ghibli in Japan auf der Playstation 3. Bis nach Europa hat das Spiel sage und schreibe bis Anfang 2013 gebraucht. So lange waren nicht einmal die Karawanen des Mittelalters unterwegs  -wobei die aber auch nicht den umfangreichen Aufwand einer Lokalisierung auferlegt hatten.

Emotionaler Einstieg

Der Einstieg in das Spiel ist schonmal ziemlich harter Tobak. Ich glaube das war auch das erste Mal, dass meine bessere Hälfte total bestürzt die Bildschirmtexte mitverfolgt hat. Ja ihr habt richtig gelesen – "Bildschirmtexte" – es gibt keine deutsche Sprachsynchro. Aber lasst Euch davon bloß nicht abschrecken, ihr würdet echt was verpassen. Um die Story jetzt nicht zu spoilern möchte ich nur so viel verraten. Es geht um Oliver der mit deiner Mutter in einer kleinen Stadt lebt. Zu Beginn des Spiels wird Oliver von einem schweren Schicksalschlag getroffen, der selbst mir von der Erzählweise und Darstellung ein bisschen Pipi in die Augen drückte. Jedenfalls machen wir als ein Ergebnis dieses Ereignisses Bekanntschaft mit "Tröpfchen", einem Feenwesen, welches Oliver von nun an zur Seite steht. Da ich wie gesagt nichts spoilern möchte, sag ich jetzt mal grob – es dreht sich alles darum, dass wir jemanden retten müssen ("Sag blos? Whoooow!") und dazu müssen wir in die Feenwelt reisen, in der es zu Allen Wesen der realen Welt Pendants gibt, was für den Plot und den Storyverlauf extremst wichtig ist und auch immer wieder "beweisen" wird.

 

 

 

 

 

 

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Der Einstieg in das Spiel gestaltet sich sehr emotional.

 

 

 

 

 

"Pokémon" meets "Tales of…"

In der Feenwelt begeben wir uns nun auf eine Reise durch eben diese um nach "Alice der Weisen" zu suchen. Zuerst findet man sich in einem Wald wieder und muss sich zur ersten Stadt durchschlagen. Das Reisen erfolgt über eine wirklich, wirklich hübsche Karte aus einer isometrischen Perspektive. Später auch mit verschiedenen Transportmitteln, die in der riesigen Feenwelt auch wirklich nötig sind.

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Über eine wunderschöne Weltkarte bereist ihr die Feenwelt.

Wie aus anderen Spielen gewöhnt, wechselt das Geschehen bei bestimmten Ereignissen, dem betreten bestimmter Gebiete oder dem Eintritt in Kämpfe zum Beispiel, in eine 3rd Person Ansicht des Geschehens. Zu Beginn ist man eigentlich erst einmal ein wenig mit Botengängen innerhalb der ersten Feenstadt "Katzbuckel" beschäftigt, bevor des dann erstmals nach draussen geht. Questen bekommt man von "blau markierten" Individuen auf der Karte oder man kann Sie sich beim "Auftrags Express" abholen bzw. erledigte Questen dort abgeben. Auch gibt es hier die begehren "Stempel" welche auf Stempelkarten gesammelt werden. Für jede Quest gibt es eine bestimmte Anzahl von Stempeln dazu. Volle Stempelkarten können dann gegen dauerhafte Boni eingetauscht werden. Laufende und fertige Aufgaben, Zaubersprüche, das Bestiarium und wirklich schöne Geschichten sammelt ihr in Eurem "Magischen Begleiter".

Womit wir dann auch schon bei dem Kernstück des Spiels (neben der fantastischen Story) wären. Den Vertrauten. Vertraute sind Wesen in der Feenwelt, die ihr entweder "zähmen" könnt oder die ihr zB durch bestimmte Questen erhalten könnt. Diese Vertrauten sind Begleiter von denen ihr immer nur eine bestimmte Anzahl bei Euch haben könnt. Diese Begleiter bestereiten einen Großteil der kämpfe für Euch. Wobei das falsch ausgedrückt ist, da die Kämpfe in "Ni No Kuni" extrem dynamisch verlaufen und dem Spieler im späteren Verlauf mit zunehmender Partymemberzahl auch einiges abverlangen können. Dazu gleich mehr. Die besagten Begleiter können aufgelevelt und ausgerüstet werden. Zudem kann man auswählen, welche Fertigkeiten sie im Kampf einsetzen und man kann sie füttern und dadurch gezielt Attribute verbessern. Das "Futter" könnt ihr entweder finden, kaufen oder selber mit dem magischen Kessel (Crafting) herstellen.  Mit den zig Vertrauten die man über die Zeit einfängt, könnte man bestimmt alleine schon etliche Spielstunden verplempern.

Zurück zum Kampfsystem. Wie bei anderen Genrevertretern auch wählt man im Kampf eine Aktion aus den Möglichkeiten aus die der jeweilige Charakter oder Vertraute in seinem Repertoire hat. Anschliessend wird die Aktion ausgeführt. Durch Treffer verliert man Leben, durch Zaubern Mana. Was hier ein bisschen anders ist als z.B. bei "Final Fantasy" ist, dass man den Charakter aktiv steuern muss. Das heisst man kann z.B. um einen Gegner herumlaufen um einem Effekt zu entgehen bzw. ihn an einer bestimmten Stelle zu treffen. Das klingt erstmal relativ easy, stellt sich aber für Pfotenspastiker wie mich unter Umständen als problematisch heraus. Nämlich dann, wenn man gleichzeitig mit dem linken Stick den Charakter bewegen muss und dazu mit dem Steuerkreuz die Aktionen auswählen muss. Dabei natürlich stets den Blick auf den Screen gerichtet um zu sehen, wann der Gegner einen bestimmten Angriffseffekt aufruft um direkt darauf zu reagieren und um den Ausdauerbalken des magischen Veretrauten zu beobachten. Jeder Charakter kann 3 magische Vertraute mit in den Kampf nehmen, wovon aber immer nur einer aktiv und zeitlich begrenzt am Kampf teilnehmen kann und den ihr per "Zuruf" im Kampfgeschehen ebenfalls noch anleiten müsst. Ist die Ausdauer des Vertrauten abgelaufen so muss er sich erhohlen und ihr schickt so lang einen anderen Begleiter ins Gefecht. Während ich meinen achtjährigen Sohn gefahrlos den Controller für normalse Zufallsbegegnungen auf der Karte zuschieben kann, ist das in Bosskämpfen eine etwas andere Liga.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Im "Kreaturenkäfig" verwaltet ihr Eure Vertrauten und bildet sie aus.

Die Kämpfe sind fordernd, taktisch
und setzen Fingerfertigkeit mit dem Conroller voraus.

 

 

 

 

 

 

 

 

Technik-Dingens

Tja, technisch ist das Spiel schwer zu bewerten. Der Soundtrack ist auf jeden Fall fantastisch. Die technische Raffinesse der Grafikeffekte hält sich natürlich bedingt durch den Grafikstil stark in Grenzen. Der wiederum ist aus meiner Sicht einsame Spitze und schon alleine deswegen muss man das Spiel in seiner Kollektion haben. Das Kantenflimmern hielt sich meist in Grenzen und auch mit den Treppchen ist es nur selten störend sichtbar. Die Grafik ist auf jeden Fall stimmig. Wie gesagt gibt es keine deutsche Vertonung. Jedoch ist die englische wirklich grandios geworden. Ich bezweifle einfach mal, dass eine deutsche Synchro das Niveau hätte halten können. Steuerungstechnisch muss ich sagen, dass man in "Ni No Kuni" weitestgehend sehr gut mit der Steuerung klar kommt. Doch wie bereits erwähnt sind einem die eigenen Finger in brenzligen Kampfsituationen mitunter schon mal im Wege.

 

Fazit

Letztenendes ist "Ni No Kuni: Der Fluch der weissen Königin" ein Meisterwerk welches mit Sicherheit noch sehr lange als PS3 Klassiker für deren guten Namen stehen wird, dessen bin ich mir ganz sicher. Die Story ist sehr emotional erzählt und eines der Alleinstellungsmerkmale des Spiels, natürlich gleich nach der grandiosen Grafik mit der man während des Spielens imemr das Gefühl hat aktiv an einem Ghibli Film mitzuwirken. Die musikalische Untermalung und die tolle englische Vertonung tragen ihren Teil dazu bei. Die deutschen Untertitel und Bildschirmtexte sind durchweg passig umgesetzt bzw. übersetzt was man an den humorvollen Übersetzungen wie "Katzbuckel","Schweinfort" (zwei Städte im Feenland) oder auch an der "Kuh-lifin" bzw. "eurer Miauistät" sofort bemerkt. Wie schon gesagt, bin ich lang nicht durch mit dem Spiel, was wohl meinen spielerischen Nebenschauplätzen, dem Sommer und der begrenzten Zeit zu Schulden ist…aber es steht oben auf meiner "Fertig machen!" -Liste. Mit einer Spielzeit zwischen 30 und weit über 100 Stunden (wenn man alles machen will) ist "Ni No Kuni" natürlich ein richtig fetter "Wälzer" und mit Sicherheit das Richtige für verregnete Herbsttage.

Ich gebe trotz der Fingerakrobatik für dieses Spiel noch keine abschliessende Wertung, aber für die ca 20 Spielstunden gebe ich 9,2 Punkte. Abzug entsteht eigentlich nur durch die Fingerakrobatik die man manchmal vollführen muss und die Tatsache, dass ein klein wenig "Grinding" (Gegner ohne Aufgabe dazu töten um aufzuleveln) manchmal unumgänglich ist.

Bilder: Namco Bandai Europe

 

Wertung: 9,2/ 10 lovedave

 

Amazon Link: Ni no Kuni: Der Fluch der weißen Königin