Dave

Aug 072015
 
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Da holen wir doch ein bisschen weiter aus…ham ja Zeit, wa?!

Rückblende:
Es ist 1990 – meine Eltern und Großeltern erhohlen sich eben noch vom Schock des Niedergangs der Arbeiter- und Bauernnation, als mein Cousin (damals so Anfang 20) einen schlimmen Virus bei uns zu Hause einschleppt. Zuerst griff dieser im Wohnzimmer um sich – auf unserem gerade gekauften Universum Farbfernsehgerät. Man hörte nun Tags, wie Nachts Gequitsche, Geschimpfe, Gelächter und bestimmt noch so Einiges, dass man mit „Ge-“ beginnen kann aus diesem Teil des Hauses. Der Virus hieß: EN EH ES – die Kurzform für „Nintendo-wie-geil-ist-das-denn-ich-brauch-nie-wieder-raus-um-Spaß-zu-haben-System“.

Dieser graue Kasten mit seinen knapp 2MhZ geballter Rechenpower war mein erster Kontakt mit Videospielen (wenn man diese LCD-Telespiele mal außen vor lässt). Ich bin mir relativ sicher, dass ich bis zum Zeitpunkt dieses Besuches als echtes DDR-Kind und gerade noch stolzer Thälmann-Pionier zuvor keine Vorstellung hatte, dass es sowas ÜBERHAUPT gibt. Krass oder? Okay ich war 11…

 

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Me collapsing (Szene nachgestellt)
Quelle: memegenerator.net

Seither war ich immer ein Wanderer zwischen den Lagern gewesen. Vollblut PC Gamer mit Konsolerowurzeln. Ich könnte dieses Thema jetzt noch sehr viel weiter ausführen und tiefe Einblicke in meine Gamer-Vitae gebe…mach ich aber nich…

Nicht heute…

Machen wir stattdessen einen großen Sprung von 30 Jahren in die Zukunft, unsere Gegenwart. Nachdem mein PC meine „Heimatplattform“ ist, haben Konsolen nach wie vor einen eher stiefmütterlichen Platz in meinem Gamerherzen. Viele Jahre hatte ich gar keine Konsole. 2007 dann erstmals mangels Internetleitung in der Übergangswohnung zum neuen Job- fernab der angestammten Heimat- beschaffte ich einen Nintendo DS. Es folgte nach einigen Monaten oder sogar wenigen Jahren eine Wii die ich überwiegend mit meinem Sohn nutzte – damals war er 4 oder 5 und die Fuchtelsteuerung und ein paar sehr süße Lernsoftware Titel trugen zur Entscheidung bei. 2013 der Spontankauf: die Playstation 3 hielt mit 6 Jahren Verspätung Einzug ins Wohnzimmer. Eigentlich nur, weil sie günstiger und vielseitiger erschien als ein weiterer DLNA fähiger BD-Player. Man freundete sich damit an, Oliver,  Lara Croft sowie Michael, Franklin und Trevor von der Couch aus in den Pixeltod zu schicken. Man war angefixt. Zunehmend macht Einem der Sohn den Platz im eigenen Wohnzimmer strittig und beim spätestens Nach dem Kauf von Dragon Age: Inquisition wird auch klar…PS3 ist okay, aber LastGen sieht teils echt bescheiden aus.

Leap forward- Next Gen I´m omw!

Playstation 4 oder XBOX One? Meine letzet XBOX hatte ich 2003 und war alles andere als begeistert. Die Playse war schon ein geiles Teil – für ihr Alter.
Ich würde mich selber schon ein bisschen als Grafikhure bezeichnen, allerdings nicht in dem Maße, dass ich behaupte mir würden bei 720p, fehlender Kantenglättung oder 30-40FPS die Augen bluten. Ich mach da auch deutliche Unterschiede: am PC sitze ich nen halben Meter vorm Screen. Wenn ich da mit niedriger Auflösung spiele, hässliche Texturen habe und überall Treppchen dann seh ich das eher als wenn ich aus 3 Metern Entfernung auf einen 40″ TV gucke. Bei einem RPG braucht es keine 60+ FPS. Bei einem Shooter oder Racer ist das schon sinnvoll mehr FPS zu haben. Warum also die PS3 einmotten? Alle relativ aktuellen Titel kommen doch selbst heute noch auf „Last Gen“. Das stimmt schon, aber den Texturen, den (fehlenden) Effekten und auch teilsweise den Modellen sieht man das Alter teils sehr deutlich an. Wobei das natürlich von Spiel zu Spiel variiert und bei z.B. „Plants VS. Zombies: Garden Warfare“ weniger auffällt als bei „Dragon Age: Inquisition“.

Was mich auf der Playse auch gestört hatte, war irgendwie das isolierte Gefühl. Ich bin ein Online-Gamer geworden. Allein zu spielen- das halte ich nur eine bestimmte Zeitspanne aus. Das PSN war mir ehrlich gesagt etwas zu „entkoppelt“ von dem ganzen Spielgefühl. Am PC hat man das Gefühl die „Freunde“ sind nur einen Klick entfernt auf der PS3 muss man erstmal das Menü finden, in dem die Freunde angezeigt werden. Auf der Playstation gibt es Wahnsinns Hammer Spiele- oft findet man dort die innovativsten Sachen und die abgefahrensten Dinge. Wahnsinn! Ich steh da voll nicht drauf!!! Wusste ich bis vor Kurzem auch nicht  -ist aber mein Fazit. „ICO“, „OKAMI“, „Shadow of Colossus“ und wie se alle heessen… genial und innovativ : Macht ma! Komm ich nicht drauf klar! Vielleicht bin ich deshalb ja ein „Viedeo-Spiele-Kunst-Banause“. Naja, wayne?!

Da ich neben der Daddelei auch so ein Faibel für technische Spielereien aller Couleur habe habe ich mich letztendlich für den Kauf einer XBOX One entschieden. Nicht zuletzt bin ich mir nicht zu Schade, mich als Microsoft Fan zu outen. Lange hab ich es verdrängt und wollte, dass mich alle lieb haben…auch die „Bill Gates Hasser“ und „Nur-Linux Nutzer“ (es sei denn man will was spielen, dann hat man natürlich Dual Boot mit Windows ). Aber drauf geschissen. Microsoft macht einfach coole Sachen und ich wünschte ich wäre (so reich wie) Bill Gates!
Okay- XBOX: Natürlich wollte ich eine möglichst günstige Box haben. Im Hardwareluxx und im Forumbase bekommt man die Geräte schon ab 200€ wenn man Glück hat. Ich hatte nicht so vciel Glück und bin relativ ungeduldig. Nachdem 2 ebay Auktionen geplatzt waren und mir eine Box mit Games und 2 Conttrollern weggeschnappt wurde, weil ich 5 Minuten gegrübelt habe bin ich dann auf ebay kleinanzeigen und habe dort geguckt. Von 3 Angeboten in meinem Heimatort meldete sich ein Verkäufer. Allerdings war die XBOX mit Kinect. „Naja, kann ich verticken..passt.“ dachte ich und einen Tag danach holte ich das Teil ab. Als ich heim kam war mein Sohn schon ganz hibbelig, ich auch ein wenig. Technik kaufen flasht!

Erstmal das gesamt Heimkinosystem zerpflücken und die XBOX One zentral aufbauen, so dass dort alle Geräte durchlaufen: vom Sky Receiver zur XBOX, von der BOX zum TV, von der BOX per TOS-Link zum Onkyo AVR, von der BOX zum Netzwerk, von der BOX zum Kinect und zuletzt natürlich „Säft!“. Nach 3 nervenaufreibenden Minuten ist es geschafft. Ich drücke den XBOX Button und es passiert: ……NICHTS! Nochmal! Wieder nichts! OMFG!!! Dann muss also doch zum äußersten gegriffen werden, der letzten Hoffnung, dem Ausweg : ich suche die Bedienungsanleitung.

Siehe da, ich haben die HDMI die HDMI Kabel vertauscht. „Idiot!“

„Beam mich hoch, Scotty!“ by Jim Kirk

Natürlich erstmal alles einrichten. XBOX Live Konto – hab ich eh schon, weil meine Hauptmailadresse seit 1998 bei MS ist. Damals Hotmail, dann WindowsLiveMail und heute heißt es Outlook.
Ein Feature, dass mich zuerst nicht sonderlich interessierte- welches ich aber registriert hatte war die „Sprach- und Gestensteuerung“ per Kinect. Also befasste ich mich erstmal mit diesem ominösen Kinect. Das Tutorial für die Gestensteuerung bringt mich schon nach kurzer Zeit zu Weißglut und ich bin kurz davor das Kinect einzupacken und ab dafür. Doch die Sprachsteuerung will ich noch probieren. Nachdem ich das Kinect-Mic kalibriert habe, versteht mich das Teil sogar. Es versteht mich erstaunlich gut selbst wenn ich relativ normal spreche und gar nicht überdeutlich intoniere. Faszinierend!
Da ich meinen Sky Receiver sowie den AVR angeschlosssen und eingerichtet habe gewöhn ich mir sehr schnell „XBOX lauter!“, „XBOX leiser!“ an anstatt die Fernbedienung zu greifen – wofür möglicherweise eine – wie auch immer geartete- Bewegung nötig wäre.  „Bald kommen XBOX OneGuide!“ „XBOX DMAX anschauen“ dazu. Was nach wi evor nicht funktioniert  (ich hoffe da ja auf das kommende Dashboard) sind die Befehle „XBOX sauber machen!“ „XBOX Rasen mähen!“ und „XBOX Pizza!“. Naja man wird sehen.

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Die (man sieht es etwas schlecht, sorry) grünen Worte sind Befehle die man nach aktivieren der Sprachsteuerung durch „XBox auswählen“ sagen kann. Funzt 1A.

Inzwischen haben sich alle im Haus daran gewöhnt den Tag mit „XBOX einschalten“ zu beginnen, noch bevor man ein Wort mit einem anderen Familienmitglied gewechselt hat und vor dem schlafen gehen den Tag mit „XBOX ausschalten“ zu beenden. Beiden Aussagen möchte ich ein *zwinker* hinzufügen. Aber es ist schon genial. Mit einem Sprachbefehl schalten sich alle Geräte die zum TV gehören ein und aus. Goil!

Was mir sehr gut gefällt, ist tatsächlich die Integration des Ganzen…Heim…Multimedia..Zeugs.

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Was auf dem Foto nicht rüber kommt ist, dass das Game, Film, TV Programm…kurz dei APP die grade läuft auch weiter läuft ,
wenn man auf die hier gezeigte Startseite wechselt.
In diesem Fall ist die Xbox Live Event App an.

Dabei ist das Look-and-Feel natürlich an Windows angelehnt mit seinem Kachelestil. Nur passt es hier deutlich besser als (meine Meinung) bei Windows 8.

Während des Spiels, werden wie bei Steam und Co eingehende Meldungen unten kurz eingeblendet und man kann per Sprachbefehl direkt reagieren ohne das Spiel zu unterbrechen.
Auch nice, ist das „Andocken“ Feature wodurch man die gegenwärtige Tätigkeit nie abbrechen muss sondern einfach einen Teil des Bildes nutzt.

 

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Geht bestimmt auch bei der PS4..kA. Find ich aber cool.
Am geilsten an der Andock- Geschichte:

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Zocken und TV gleichzeitig!

 Naja, wahrscheinlich lachen sich Besitzer von SmartTVs halb tot, weil ihre Kiste das alles sowieso schon macht…mit dem Unterschied, dass sie auch den Rasen mäht 😉

Was der SmartTV nicht hat, ist Power für richtig geile Games. Mag sein, dass die PS4 in manchen Spielen die besseren Reserven hat und daher ein etwas höher aufgelöstes Bild rendert und man sich bei Sony „This is for the Players“ als Slogan ausgesucht hat, aber das nehm´ ich in Kauf. Mit Windows 10 soll es möglich werden, PC und Konsolengaming zu verschmelzen. Das auf der E3 und gamescom vorgestellte Lineup ist wirklich super. Ich gebe zu, ein weiteres Zugpferd war, dass der zweite Teil des „Tomb Raider“ Reboot ein Jahr früher auf die XBOX kommt, als auf die PS4. Klar auf dem PC kommt das Game etwas früher als auf PS4 – aber sowas spiel ich nur noch auf dem Sofa.
Thats the place to be with Lara :)
Halo – die Masterchief Collection kann man komplett im Splitscreen zu zweit bestreiten. Früher keiner Erwähnung wert, heute eine Besonderheit. First Party Games – wie Forza laufen in 1080p mit 60fps und sehen gigantisch aus. Was mir eigentlich zeigt, dass 3rd Party Entwickler einfach auf ihren Entwicklungsmaschinen ohne weitere Optimierungen auf „Export to XBOX One“ und „Export to PS4“ klicken. „Es würde sich ja sonst nicht rechnen.“

So ich denke mir fällt nix weiter ein. Vielleicht gibt es demnächst ja wieder öfter Artikel und vielleicht auch ein paar Spielereviews von der XBOX One. Addet mich, wenn ihr XBOX Spieler seid. Mein  ID ist „Apokh“.

Stay tuned!

Jan 162015
 
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Aldaaa…un-fucking-fassbar, dass ich hier seit nem halben Jahr nix geschrieben habe. Krass!

Ich habe mir überlegt über meine Freizeit-Tätigkeit in den letzten Monaten ein bisschen was aufzuschreiben, es überspitzt auszuschmücken und übertrieben darzustellen aber dennoch den Informationsgehalt nicht allzu arg hinter dem Unterhaltungsanspruch abfallen zu lassen. Es geht um Gedanken eines Gildenmeisters. Um Überlegungen die man treffen kann und Erlebnisse die sich aus dem Entschluss eine Spielergemeinschaft zu gründen und zu führen entstehen könnten.

Also gut. Stell Dir vor, Du spielst gerne Videospiele. Jedes Wochenende und manchmal auch Abends in der Woche sitzt Du mit ein paar Freunden am Fernseher und spielst dort „Super Mario Bros.“ vielleicht sogar „World Cup“ oder „RC Pro AM“ zu viert. Du werdet etwas älter, und ihr beginnt damit „Fifa“, „NHL“, „NBA“, „DeathCarz“, „WipeOut“, „ExtremeG“ oder „Turok“. Kaum schaust Du Dich um sind plötzlich Deine Zockerfreunde nach München, New York, Honkong oder Königs Wusterhausen umgezogen. Niemand hat so recht Zeit und Bock jedes Wochenende  ins Auto/Bahn/Flugzeug zu steigen und für ne Runde Gaming ein bisschen zu verreisen. Machst Du es dann doch mal, steht dann vielleicht am Abend um 1:00 Uhr die „bessere Hälfte“ (vielleicht sogar mit dem „Nachwuchs“ auf dem Arm) in der Tür und platzt wutentbrannt in das Finale, welches somit ein jähes Ende findet. Am nächsten Morgen liegt beim Frühstück vielleicht eine gewisse Anspannung in der Luft und Du weißt insgeheim. Das war`s!

Nachdem Du einige Monate lang in eine Singleplayerdepression verfallen bist beginnst Du mit Gartenarbeit, Modellbau, Stricken, Fußball, Freiwilliger Feuerwehr und Teleshopping. Doch Du spürst immer noch, das tief im inneren Dein kleines Gamer-Herz trauert. Bis das Maß schließlich voll ist, Du vielleicht nach einem Avon-Abend oder einer Tupper-Party plötzlich aufspringst und Dir „The Elder Scrolls Online“  installierst.

Als Du gerade in die unendlichen Onlinewelten abtauchen willst, wird Dir quasi noch während der Charaktererstellung klar „Verdammt! Ich will nicht einsam spielen – ich brauch ne Gilde.“ 

Natürlich gibt es auch noch andere Beweggründe eine Gilde (oder Clan) zu gründen:  Herrschsucht, Geltungsbedürfnis, Besserwisserei und Selbstüberschätzung sind Beispiele für Beweggründe die zu dem selben Ergebnis führen könnten. Aber das trifft für unser Beispiel nicht zu. Natürlich gibt es auch in MMOs und Onlinespielen Leute, die alles SOLO machen wollen. Ich geh darauf mal gar nicht ein, vielleicht mach ich darüber mal nen extra Artikel.

Wichtig ist an diesem Punkt der Erkenntnis, dass man sich nun selber klar macht, dass es nicht damit getan ist irgendwie Leute wild einzuladen und dann hat es sich. Weiterhin muss man sich darüber im Klaren sein, dass man ein gewisses Maß an Kommunikativität zu seinen Charaktereigenschaften zählen sollte.

Dann loggst Du mit deinem frisch erstellten Charakter ein und musst zu Deinem entsetzen nach dem Tutorial feststellen, dass Du 10 (in Worten ZEHN) Leute benötigst um eine Gilde zu eröffnen. Nachdem Du bei all Deinen Kumpels in New York, Hong Kong und Königs Wusterhausen angerufen hast und das Letzte was Du am Telefon verstehen konntest „Hass Du ne Macke…*tutututut*“ war wird Dir klar, dass Du bei Null anfangen musst. Du erwischst Dich dabei, wie Du mit dem Zeigefinger an deiner Nasenspitze rubbelst, während Du Dir Gedanken machst, wie denn die Leute die Du in deiner Gilde haben möchtest sein sollen (Zielgruppe). Als es Dir klar wird, erschrickst Du ein wenig. Denn als Du im Moment Deines Geistesblitzes mit den Fingern schnippst, fliegen Dir gelbe Sterne um die Ohren. 01_01_0024_f

Ausrichtung

Also zuerst einmal feststellen, mit was für Leuten man überhaupt spielen will. Nützlich ist dafür die Erkenntnis wie man selber überhaut „einzuordnen“ ist wenn man mit „Gleichgesinnten“ spielen will. Will man das nicht, muss man sich fragen, ob man die Erwartungen der Leute, die wissentlich „andere“ Spielziele und -gewohnheiten haben, denn auch zu erfüllen vermag.

Beispiel: Ich würde mich als ambitionierten Spieler kategorisieren. Ich bin zu schlecht und zu bescheiden um ein „Pro“ zu sein und ich bin zu eitel und stolz um mich als „Casual“ zu beschreiben. Kann man dazu noch festlegen, wie die „Kernzeiten“ des Clan-/Gildenlebens zu definieren sind, hat man seine Zielgruppe recht klar umrissen. Da ich inzwischen noch andere Verpflichtungen im Leben habe, gibt es für meine Spielsucht feste Bahnen, in der diese verlaufen darf. Diese kann man recht einfach mit „täglich, wenn das Kind im Bette is´“ zusammenfassen. Warum? Naja, es soll nicht denken dass sein Vater ein Onlinspiele-Nerd ist und im Endeffekt viel öfter spielt, obwohl es (das Kind) schon 10 ist und nur 4 Stunden pro Woche zocken darf. Ist doch einleuchtend. Ich habe mein Spielverhalten auf normalerweise 5 Abende ab 20 Uhr festgelegt (Ausnahmen bestätigen ja die Regel) und falle somit unter die so genannten Feierabendspieler.

Wir bezeichnen uns gerne so, weil alte Säcke nicht so toll klingt. Und ambitionierter Feierabendspieler klingt besser als „alter Sack, der ingame keinen Progress auf die Reihe bekommt, weil er müde, langsam und ungelenkig ist“.  Eine Raid- oder Progressgilde könnte ich nicht leiten, weil die Spieler erwarten würden, dass ich alle Guides für Alles kenne und pro Woche selber oder deligiert dafür sorge, dass mindestens 2-3 Raids laufen die auf Fortschritt ausgerichtet sind. Wahrscheinlich auch, andere Spieler welche in der Gilde sind und es vielleicht nur 1x die Woche schaffen deshalb rauszuschmeißen weil sie eben keine No-Lifer sind. Das Ziel ist klar immer eine der ersten Gilden zu sein, welche den härtesten Content als erste auf der Welt durch spielen und dafür und für ihre Guides Ruhm und Ehre ernten.Würde ich eine PvP Gilde aufmachen, würde man davon ausgehen, dass ich selber voll drauf stehe (und die Skills besitze), anderen Spielern auf dem Schlachtfeld die Ärsche bis über beide Ohren aufzureißen, während ich die Taktik mit den Positionen für jeden einzelnen Spieler für die nächste Belagerung im Teamspeak durchgebe . Ziel wäre nicht weniger als die Weltherrschaft und dass beim puren Anblick des Gildenbanners dem Gegner der Batz in die Hose rutscht.  Ich kann wohl dauerhaft keiner Progress oder PvP orientierten Spielerschaft lange vorenthalten, dass die Spielstile nichts für mich sind…somit macht die Gründung einer Gilde mit einem dieser Ausrichtungen für mich null Sinn.

Altersvorgabe

Mit dem Alter ist es ähnlich.  Nehme ich offiziell ab 16 oder 18 Jahren auf, so hab ich vielleicht Pech (oder Glück?) und habe nach einigen Tagen viele nette Gildenmitglieder, die bis 21:30 oder 22:00 Uhr wach bleiben dürfen bevor Mutti reinkommt und „Gute Nacht mein Schatz! Schlaf jetzt, morgen ist Schule!“ ins Headset haucht bevor man sich kurz darauf einsam und verlassen auf einem nun leeren Voiceserver debil grinsend wieder findet. Besser ist es sich am eigenen Alter zu orientieren und zu hoffen, dass  man reif genug ist sich mit Gleichaltrigen zu messen und auseinander zu setzen 😉

 Nach einem langen Arbeitstag schleppst Du Dich mit letzten Kräften über den Angestelltenparkplatz zu deinem Auto. Eine alte Dame hilft Dir noch beim einsteigen und winkt als Du rückwärts ausparkst. Zuhause angekommen, wartest Du noch 10 Minuten im Auto. Als in dieser Zeit keinerlei Passanten vorbeikommen, die Dir aus dem Wagen helfen könnten öffnest Du die Fahrertür und lässt Dich einfach auf die Bordsteinkante knallen. In Erwartung des Schmerzes stellst Du aber fest, dass Du zum Glück  mit dem Ellenbogen weich in einem Hundehaufen gelandet bist, und so zumindest keine körperlichen Schäden zu erwarten sind. Nachdem Du für die Treppen in die 3te Etage die Zeit von 17:30 bis 19:00 Uhr benötigt hast schließt Du die Wohnung auf. 

Auf die Frage „Musstest Du länger machen Schatz.“ Antwortest Du artig „Hmpf!“. Du lässt Deine Tasche zu Boden gleiten und mobilisierst die letzten Kräfte. Duschen, Hundescheißepullover in die Waschmaschine, Futter einfahren, eine Rauchen, PC anschalten, Headset auf. Gerade noch hast Du geglaubt, dass Du für heute über den Berg bist weil der Ladescreen sich auflöst. Pustekuchen! In freudiger Erwartung klickst Du auf die 5 neuen ingame Mails. Aber keine Geschenke, keine Glückwünsche, nicht einmal Rechnungen oder Mahnungen. Lóthar Windprügel war mit R0thgar Leichtfuß unterwegs, als ihm dieser seinen Lolly geklaut hat. Sylwannas Flüsterfee will wissen wie der Gildenchat angeht und Karl von Dall fragt ob Du ihm nicht 10.000 Gold leihen kannst weil er ja ein Pferd braucht. Du beginnst gerade mit dem Lesen, als Dir dein ingame Chat signalisiert Rigurt Jogurt flüstert Dich an und fragt ob Du „ne gruppe für dungeon“ machst. Du antwortest dass Du nicht machst.
Daraufhin antwortet Rigurt etwas rigoroser, dass in der Gilde keiner Gruppen macht und Du ja schließlich der Gildenleiter bist und er ja nur in der Gilde ist weil er was zusammen machen wollte. Du schreibst nur „Mach doch selber ne Gruppe auf“. Rigurt antwortet darauf, dass Du ja Gildenleiter wärst und nicht er. Dir puckert schon ein bisschen die Halsschlagader aber Du atmest durch und schreibst nur „Was hat das damit zu tun? Frag selber im Gildenchat, es sind genug Leute da. Ich hab grade zu tun. Sorry!“ Es bleibt still, und Du liest deine Mails weiter.

Einige Zeit später, hast Du durch deinen Besuch auf dem Voiceserver, den Du heute eigentlich vermeiden wolltest, die Wogen bei Lóthar, R0thgar, Sylwannas geglättet. Erschöpft stellst Du fest, dass Dein Charakter an der selben Stelle steht, an der Du in das Spiel gekommen bist. Du beschließt, dass Du für heute genug „Abenteuer“ hattest und morgen ja eh Wochenende und sicher alles besser würde. Du loggst nach einem „n8i alle“ in den Gildenchat aus, guckst noch 20 Minuten die „Küchenchfs“ im TV weil das der Sender ist bei dem die Regierung ins Bett gegangen ist und begibst Dich um 2:00 Uhr früh, nachdem Du auf dem Sofa eine Art narkoleptischen Anfall (oder so) hattest, durch den Dir 2 Wach- Stunden deines Lebens fehlen, ins Bett. 

Aufgaben

Dessen muss man sich bewusst sein. Als Clan-/Gildenleiter kommen meist alle mit ihrem Zeug zu Einem. Um es sich da etwas zu erleichtern und vorzubeugen, kann man einen großen Teil schon durch die Auswahl der Mitglieder „abfangen“. Zudem macht es Sinn, sich schnell einen oder mehrere „Vertraute“ unter den Mitgliedern zu suchen. Man merkt meist recht schnell, mit wem man auf einer Wellenlänge liegt. Es hat sich für mich bewährt mit vertrauten Spielern einen Gildenrat aufzumachen. Also 2-5 Leute die die Geschicke lenken, sich abstimmen, planen, lästern und anstehende Aufgaben gleichermaßen je nach Zeit und Interesse abarbeiten können um die Last auf mehrere Schultern zu verteilen und Frustmomente klein zu halten. Es ist gut, wenn man verschiedene Charaktertypen im Gildenrat vereinen kann, jedoch sollten sie nicht von vornherein komplett konträr sein. Gerade in den leitenden Gremien muss man am Ende einer Diskussion einig werden und Entscheidungen nach außen wie eine Person kommunizieren können, auch wenn man vielleicht nicht ganz der selben Meinung ist.  Wichtig ist es möglichst immer ruhig zu bleiben oder zumindest den Eindruck zu hinterlassen, dass man vollkommen ruhig sei auch wenn man gerade so lange mit deinen Fäusten auf die Tastatur getrommelt hat, dass sich der Kunstsoff in seine ursprüngliche Granulatform entmischt hat und nun nach Farben sortiert vor Einem liegt. Genau wie im Job oder im Verein kommt es nicht gut, wenn man als Obrigkeit austickt. Die Gilden-, Vereinsmitglieder und Kollegen verzeihen es eventuell sehr schnell, man selber (also mir geht es so) trägt sich sowas aber lange nach.

Nach ein paar Wochen beginnt man dann Aufgaben zu deligieren. Das mag komisch klingen, ist aber Gang und Gäbe. Es gibt Clans und Gilden die strenge Hierarchien betreiben und diese auch hegen und Pflegen. So ist es dann nicht selten,dass es in so einer Gemeinschaft kaum noch „Indianer“ gibt sondern nur noch „Häuptlinge“ und Spezialisten. Da ist dann einer der Diplomat, einer ist Innenminister, einer Premierminister, einer ist General PvE, einer General PvP, einer ist RP Abgeordneter der nächste Rekrutierungsmajor, Public Relations CEO, Crafting Ingenieur, Klassendirigent Schurken/Magier/Krieger/Priester…und so weiter und so fort. Im echten Leben würde man vielleicht von „Überregulierung“ sprechen, aber das soll jede Gilde halten wie sie mag und es hängt auch davon ab, wie groß die Gilde ist. Ich glaube mehr als ~15-20% „Overhead“ ist overkill.  Schließlich ist es aber wichtig Gildenränge zu definieren damit die Mitglieder für sich und von den anderen wissen, wo sie innerhalb der Gilde stehen. Für die Einen ist es wichtiger als für Andere Ränge zu haben. Schließlich kann jedes (neue) Mitglied über Ränge identifizieren, welche Aufgaben wie verteilt sind und an wen man sich in welcher Situation wenden kann.

Erwartungen

Wenn man mit anderen Menschen zusammenkommt um ein gemeinsames Ziel zu verfolgen und quasi allein dadurch zu einer Orientierungsperson wird, dass man die die Gruppe als solche aufgestellt hat, spielen auch Erwartungen oder vermeintliche Ansprüche eine Rolle.

Den Samstag Vormittag verbringst Du damit Staub zu wischen, die Wollmäuse unter dem Wohnzimmerschrank wegzukehren und den Hund zuerst einzuweichen und dann – quasi gemeinsam mit ihm – zu duschen (er mit der Duschbrause, Du mit dem Hundefellgeruchswasser was er nach jedem Durchgang abschüttelt) und anschließend das komplette Badezimmer zuerst mit „Der General- Bergfrühling“ zu reinigen damit der Hundegeruch sich verflüchtigt. Nach dem Mittagessen lässt Du kurz sacken, pofst vielleicht eine halbe Stunde auf dem Sofa zu „Dornröschen“ auf Kika und machst Dich dann bereit für den Supermarkt. Es ist wichtig dafür konditionell und seelisch ganz vorne dabei zu sein. Du fährst lieber alleine nachdem Dir deine Regierung einen Zettel gemacht hat, den Du fast hättest liegen lassen wärst Du nicht noch einmal „zufällig“ nach 10 Minuten zu Hause vorbeigekommen. Allein geht´s ja auch einfach schneller. Auto parken. Chip in den Einkaufswagen und in der „Eingangsschleuse“ zum Supermarkt (Achtung Druckverlust) schon mal den Zettel studieren und im Kopf die effektivste Rute durch die Regale berechnen. Dann los, vorbei an den Pärchen am Gemüsestand im vorbeigehen Eier greifen, an der Brottheke noch einer Oma die Vorfahrt nehmen und beim Abbiegen beim Milchprodukteregal fast noch ein altes Ehepaar, welches genau auf der Kruzung im toten Winkel geparkt hat um sich zu orientieren umnieten. Nach etwa 15 Minuten ist alles da und Du checkst in der Anflugschneise zur Kasse schon mal, ob sich nicht vielleicht noch ein Mitarbeiter des Supermarkts erbarmt und eine zweite Kasse aufmacht bevor Du zum stehen kommst und wieder unnötig Energie zum anfahren verschwenden müsstest. Zuhause angekommen packst Du alles aus und zuckst mit den Schultern als Du gefragt wirst, weshalb Du nicht ans Handy gegangen bist weil Du ja hättest noch Tampons mitbringen sollen. Irgendwann darfst Du dann vielleicht wieder an Deinen PC. Den Kaffee stellst Du oberhalb der Maus auf. Du lässt das Teamspeak heute erstmal aus und auch das Headset um nicht den Eindruck zu erwecken, dass Du Dich dort jetzt häuslich fest eingerichtet hast und Dich dort auch nicht wegbewegen willst (obwohl Du Dich insgeheim häuslich eingerichtet hast und dort heute nicht mehr aufstehen willst..außer zum pullern und zum rauchen).
Kaum bist Du eingeloggt drückst Du die Eingabetaste und willst eine fröhliche Begrüßung tippen, als dich schon zwei wispers erreichen. Rigurt hat die Gilde verlassen und hat den Inhalt der Gildenbank weitestgehend mitgenommen – zumindest was die wertvollen Sachen anbetrifft. In Deiner post findest Du eine kurze Mitteilung von Rigurt: „bin aus der gilde raus weil ich eigentlich nur mitmachen wollte wegen zusammenspielen und so aber du machst ja nichts und solche gilde will ich nicht haben ich will eine gilde wo was los ist sonst kann ich auch wieder skyrim spielen gehen“. Zum Glück ist Rigurt online und du flüsterst ihn an, dass Du es Schade findest (was gelogen ist) das er sich so entschieden hat. Man hätte  ja (hätte man nicht) drüber reden können wie erwachsene Leute um das Problem aus dem Weg zu schaffen. Nach einem „nu is zu spät“ fragst Du nach dem Verbleib einiger wertvoller Gegenstände. „die hab ich zum craften mitgenommen“ nachdem Du antwortest, dass die Sachen aus der Gildenbank für Gildenmitglieder sind könnt ihr Euch darauf einigen, dass er den Teil den er noch hat gerne zurückschickt, vorausgesetzt Du setzt nicht deine Rechercheergebnisse und informierst seinen neuen Gildenchef über das Missverständnis .  Du nimmst das fehlende Zeug entgegen und füllst den Rest mit deinen Privatmitteln auf, immerhin hat man ja genug Zeit zum farmen und zum questen…

Natürlich muss man auch mit Enttäuschungen leben. Man hat kann nicht in die Leute reinschauen und es gibt überall schwarze Schafe. Die positiven Faktoren, Erlebnisse und Ereignisse wiegen dies aber bei Weitem auf.  Risiken lassen sich durch Aufnahmegespräche vor der Einladung in die Gilde/Clan und deutliche Skizzierung desse, was die Gemeinschaft leisten kann/will und was nicht minimieren. Man ist ja immerhin Gildenleiter und kein Animateur oder Entertainer.

Soweit zur ersten Episode zum Thema „Die eigene Spielgemeinschaft im Onlinespiel“ in der ich die wichtigsten Vorüberlegungen, die man treffen solte mal versucht habe darzustellen. Ich werd mich bemühen bald Teil 2 aufzusetzen. Dazu hab ich schon einige Gedanken im Kopf, muss diese aber noch sortieren damit sie vom Kontext her zusammen passen 😀

Falls ihr Meinunge, Ideen, Kommentare oder Anregungen habt, dann hinterlasst mir gerne einen Kommentar.

Danke für Deine Aufmerksamkeit, lieber Leser!

Jul 142014
 
triumphdave

Eigentlich befasse ich mich nicht mit Mode und Trends, jedenfalls nicht „aktiv“. Das heißt ich schau mir nicht vorsätzlich irgendwelche Fashion Shows oder eine der zahlreichen Nachgemachte-Reality Einrichtungs-/Fashionvictim/ Trendsetter Sendungen im TV an, um da mithalten zu können. Im Prinzip geht es mir am Allerwertesten vorbei.

Ich meine : Okay, man muss halt schon schauen, dass man nicht unbedingt mit Vokuhila, Igelschnitt oder Schnellfickerhose rausgeht, aber das sollte man(n) wohl auch hinbekommen, wenn man mit 38 noch bei Mutti wohnt oder wenn man (außer an der Supermarkt-Kasse) noch nie Kontakt zu Frauen hatte. Ich sage das deshalb, weil die Affinität zur Mode und dem äußeren Erscheinungsbild bei den Ladies  trotz Metrosexualität und männlicher Emanzipation ja doch in der Masse ausgeprägt ist. Naja, aber zu meinen Theorien zur Funktions- und Denkweise von Mann und Frau kann ich ja nochmal nen extra Beitrag bringen, das würde den Rahmen jetzt sprengen :p

Gut, wie dem auch sei – ich habe mich gefragt, ob es diese Fixierung auf die Vergangenheit auch früher schon gab oder ob das neu ist. Leider bin ich erst Mitte 30, so dass es mir selber schwer fällt das jetzt schon einzuschätzen. Rückerinnernd glaube ich aber, dass ich, wir – die Menschen allgemein viel mehr auf die Zukunft fixiert waren. Ich bin überzeugt, in den 90ern wollte Jeder, dass im Jahr 2000 fliegende Autos Alltag sind .

Keine Ahnung, ist halt son Gefühl. Nur mal ein Beispiel, weil ich als Brillenträger davon aktuell selber betroffen bin/war: noch vor 10 Jahren hat man händeringend rahmenlose Brillen „entwickelt“ – das Glas konnte gar nicht durchsichtig genug sein, das Gestell nicht fein genug.  Der Trend ging eindeutig zur Kontaktlinse und fieberhaft wurden Laser OPs verbessert, damit niemand mehr Brillen tragen musste.

Der neuerliche Trend war selbst mir nicht verborgen geblieben – Jeder der jetzt was auf sich hält, trägt eine Brille. Ob mit Stärke oder ohne – heute verbrüdern sich die Nicht-Brillenträger mit den „Brillenschlangen“ und „Blindschleichen“ die sie vor 10-15 Jahren auf dem Schulhof noch gehänselt haben. Je auffälliger die Brille, desto Besser. Nicht dezent sondern hervorstechend soll das Nasenfahrrad-Accessoire sein. Jeder soll sehen „Hey, ich bin Hip – denn ich trage ne Nerd-Brille!“ Als langjähriger Brillenträger kann man sich da schon mal so fühlen, als wenn man plötzlich zum „Mainstream und Trendflittchen“ mutiert wäre ohne etwas bemerkt zu haben und insgeheim wünscht man sich die Tage zurück, als man sich einzig bei Fielmann unter „Seinesgleichen“ fühlte 😉

Naja, lange Rede…vor einigen Monaten entschloss ich mich, nachdem ich 7 Jahre lang die selbe Brille getragen hatte mal wieder die Augen durchmessen zu lassen und mir ein „Brillenupgrade deluxe“ zu gönnen, welches die normale Alltagsbrille mit allem Verspiegelungsschnickschnack, getempertem Gorillaglas 3 blablabla…sowie eine Sonnenbrille mit Stärke zum Autofahren umfasst. Als ich beim Optiker die Regale abschritt wurde ich direkt von 2 Frauen belagert – eine davon war meine, die andere die Optikerin.

Schatz: „Nimm doch mal sone Nerdbrille.“

Ich: „Och nee Hase, dann seh‘ ich ja aus wie Erich Honecker“

Schatz und Optikerin: „Ach was, setz doch einfach mal auf“

Ich: „Och menno. Naja gut, aber ich bleib dabei, ich will wieder so Eine wie bisher“

Schatz und Optikerin nicken mich mit weit geöffneten Augen an „Natürlich“

Schatz: „Och guck doch mal, die steht Dir doch echt super. Wirklich! Sieht toll aus Hase!“ die Optikerin nickt die ganze Zeit schon ganz heftig

Ich: „Meinste? Boah das sieht doch voll 50er Jahre aus“

Schatz:“ Ja, eben! Das ist doch modern!“

Ich : „Ach modern…“

Naja, was soll ich sagen. Das Ende vom Lied war dann nach ner knappen Stunde im Optikerladen, dass ich mir 2 „moderne“ Brillen gekauft habe. Ich seh das jetzt nicht als „einknicken“ – vielmehr „kann man ja auch mal modisch sein“ :p

Ein weiter Lieblings-Lebensbereich in dem sich dieses Retro ausgebreitet hat, sind meine geliebten Games. Eigentlich gab mir ein Artikel den Anstoß, mal wieder meine Gedanken auf trollpit nieder zuschreiben. In den 80ern und 90ern wollten die Spieleentwickler immer „voran“. Bessere Grafik, Besserer Sound ab den 2000ern dann auch noch bessere Grafik und noch besseren Sound, aber besonders im letzten Drittel ab 2006/2007 dann mit deutlich weniger Inhalt und Gameplay.

Seit einigen Jahren – ich weiß gar nich ob das mit Minecraft aufkam oder schon davor – kommen ständig Titel raus, wo ich absolut nichts mit anfangen kann. Sowas wie Hotline Miami  wo man aus der Vogelperspektive im frühen 90er Jahre Grafikstil Leute niedermetzelt oder niedhogg was grafisch nochmal 10 Jahre weiter zurückgeht. Ich kann dem nicht viel abgewinnen.

Ich habe es allerdings mal versucht. Als vor einiger Zeit Monkey Island in der Neuauflage rauskam habe ich es natürlich gekauft. Es gab da ja diese Funktion, auf die „alte“ Originalgrafik umzuschalten. Also ich glaub ich habe es bei fast jedem Bildschirm im Spiel zumindest einmal gemacht, aber gespielt habe ich dann doch überwiegend mit der überarbeiteten Grafik. Der zweite Selbstversuch war WingCommander 3 mit dem ich eine ….. wait for it – tiefe emotionale Verbindung teile (hammer oder?).

Nein ernsthaft, Wing Commander 3 – wann kam das raus? Dezember 1994? Man da war ich 16. Ich weiß noch, dass ich jeden Mist zur Vorberichterstattung gelesen habe. Schließlich kam das Spiel raus und auf der Januar (?) Ausgabe der PC-GAMES CD war die Demo drauf. Ich habe sie damals auf meinem 386 DX installiert, aber mehr als das SETUP lief darauf nicht. Bis zu dieser Zeit war ich glaube ich noch ein „ganz normaler Junge“ der nen PC hat gewesen. Wing Commander 3 war der erste Schritt zum Nerdtum. Ich startete das SETUP des Spieles mindestens 1x alle paar Wochen, es gab im Setup einen Grafiktest bei dem sich das Trägerraumschiff „TCS Victory“ einmal um die eigene Achse dreht. Das war lange, lange Zeit alles was ich auf meinem PC neben den Videos die die Fachzeitschriften ab und an lieferten und den Tests zu sehen bekam. Ich arbeitete in diesem Sommer erstmals (dank Moped-Führerschein) in den Sommerferien als Erntehelfer im Betrieb, wo mein Vater bis heute arbeitet. Vier Wochen in den Sommerferien die es in sich hatten. Doch am Ende hatte ich irgendwie um die 1.500 DM, das war alles was zählte. Endlich konnte ich mir einen neuen PC kaufen. Eine Höllenmaschine: 486er DX4 CPU, 100Mhz Takt 8MEGAByte RAM, mit einer TSENG ET4000 Grafikkarte die über 1MB Grafikspeicher verfügte. Damals ein Gerät aus der Oberklasse. Selbst die bezahlbaren Pentium Systeme mit 60 und  75 Mhz konnten damit eingeholt werden. Und dann war es so weit…nachdem mit dem neuen PC auch gleich Wing Commander3 gekauft wurde, kam ich über die Setup-Routine hinaus und musste fast weinen, als  das Intro über den 14″er flimmerte. Seitdem bin ich offiziell ver-nerdet, niemand außer mir hatte in seiner Innentasche Printouts und eine Diskette mit DOS-Startdateien für jeden erdenklichen Fall, mit EMS ohne EMS, mit loadhi ohne loadhi ..XMS an XMS aus ich hatte sie alle, und Viele wollten sie…

Puh, da bin ich aber weit abgeschweift..naja aber das kurze Intermezzo musste halt sein, um zu verdeutlichen was zwischen Wing Commander und mir „gelaufen'“ ist.

Also habe ich letztes Jahr bei GOG WingCommander 3 gekauft. Hat irgendwie 5€ gekostet und war schnell runtergeladen. Den Vorspann tat ich mir noch an – wahrscheinlich mit einem breiten Grinsen. Aber nach Spielbeginn machte sich zunehmend Ernüchterung breit. Die gefilmten Schauspieler wirkten in der vorgerenderten Umgebung viel deplatzierter als ich es in Erinnerung hatte. Die Steuerung ging mit modernen Mitteln gar nicht. Weder mein Saitek Joystick, noch das XBOX 360 Pad bekam ich dazu einigermaßen gut zu funktionieren. Meinen QuickJoy Pro von 1994 hab ich schon lange nicht mehr  -zumal ich dann auch erstmal nen antiken Gameport in meinen aktuellen Rechner einbauen müsste.

Nach etwa 30 Minuten oder lass es ne Stunde gewesen sein, ließ ich von Wing Commander 3 ab. Ich hatte entschlossen, dass es besser ist im Kopf das Bild des 16 jährigen Jungen zu behalten der vor Ehrfurcht erstarrt an seinem 14 Zoll Monitor klebt, nachdem er 8 oder 9 Monate gespart hatte, als das jetzt zu demontieren. Damals war das Spiel der Hammer, Ende.

Die Frage ist jetzt also, was ist  das mit dieser Retrowelle? Wünschen sich die Leute wirklich das „Feeling“ zurück? Ich habe festgestellt: das Feeling kommt nie zurück. Auch nicht wenn ich mir heute nen 486 DX4 in die Bude stelle und DOS draufmache. Das Feeling wird nicht durch das Gerät erzeugt, es sind die ganzen Umstände, der Zeitgeist, die eigene geistige Verfassung und Gemütslage die das „Feeling“ ausmachen. Das ist auch der Grund, weshalb ich gerade im Spielebereicht von dieser Retrowelle nicht viel halte. Vielleicht tue ich den Entwicklern unrecht, aber ich sehe das so, dass man dort mit wenig Aufwand einfach eine Menge Geld einnimmt – einfach mit einem Versprechen, das man auf keinen Fall halten kann. Entweder haben sie diese Erkenntnis selber noch nicht gehabt, oder aber sie wird aus wirtschaftlichen Gründen besser mal in der Schublade gelassen (was ich am Ehesten glaube) .

Früher wurden Spiele wie „nidhogg“ und „Quest for Infamy“ teilweise von einzelnen Leuten programmiert. Heute holt man sich erstmal bei Kickstarter 100.000$ „Entwicklungskosten“ – weiß der Geier wofür bevor man überhaupt erste Screenshot zeigt.

Und was ist mit den Leuten? Den Käufern in die ich mich ja nun gebeugten Hauptes einreihen muss? Hat man denn heute nicht mehr ausreichend Fantasie um sich selber eigene Trends zu schaffen anstatt die „alten“ zu recyclen?

Warum kauft man sich etwas, das aussieht als hätten es Mutti und Vati in den 80ern getragen/ benutzt? Es wär doch so viel geiler, wenn man etwas trägt das so aussehen würde als käme es aus dem 21. Jahrhundert! Wahrscheinlich ist es aber so, dass das beim Kauf unmittelbar niemand so wirklich reflektiert. Na man kauft es halt, weil es modern ist…obwohl es das ja genaugenommen nicht ist. Es kauft sich doch auch niemand eine 60cm Röhren TV ohne Fernbedienung, einfach des Feelings oder des Looks wegen.

Ich glaube, wenn etwas mein „Feeling“ zurückbringen kann, was ich 1995  hatte und dessen Umstände sicherlich dazu beigetragen haben was ich in den folgenden Jahren tat und wo meine Interessen lagen – was also im Prinzip auch heute noch nachwirkt, dann wäre „Star Citizen“  der heißeste Kandidat dafür….

 

So long

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Jun 262014
 
boreddave

Ehrlich gesagt, ist mir die Bezeichnung Phablet noch nicht so lang geläufig. Nun muss ich eingestehen, dass ich auch nicht jeden Tag nach Hause komme und mir denke „Mensch, da musst Du doch gleich, sofort, umgehend mal auf AndroidPIT, Connect etc. surfen und gucken was es da heute wieder spannendes im Bereich neuer Telefonierhardware gibt“. Nee!

Andererseits liebe ich technische Gadgets, zu denen nunmal auch das Smartphone gehört. Zugegeben, als ich mein erstes (und aktuell immer noch als Main-Phone in meinem Besitz befindlichen) Smartphone bestellte, ein Galaxy SII, dachte ich mir schon, dass das was cooles ist…son Smartphone. Damit kann man…öh…fotografieren..ach nee das ging schon mit meinem Samsung Star. Naja man kann seine Termine planen, ging vorher auch schon aber jetzt kann ich sogar nen Google Kalender einhängen den ich auch im Outlook hab…also somit schon mal ne Synergie. Und es gibt..äh..Apps…whatever! Was man noch so machen kann wusste ich damals noch nicht recht und dachte eigentlich, dass die anfängliche Smartphone Euphorie auch bei mir recht schnell nachlassen würde. Im Prinzip ist es ja auch so gekommen, nach einer anfänglichen täglichen Smartphone-Maltretierungszeit von 26/24 Std. ist der Konsum nach kurzer Zeit schon auf arg eingebrochen.

Dennoch, das Smartphone hat schon so Einiges verändert. So brauch ich nun nicht mehr unbedingt die Kameratasche dabei haben, um einen Schnappschuss zu machen. Meine Termine hab ich tatsächlich im Telefon. Und bei ausgedehnten Sitzungen auf dem WC versteht man dann auch endlich, wozu es eigentlich Facebook gibt.

Inzwischen jedoch ist mein Galaxy SII alt. Meine bessere Hälfte, die Regierung, würde sagen „Es funktioniert doch noch“ was im Prinzip auch stimmt, aber auch auf zig  Schuhpaare und Handtaschen zutreffen würde, welche vor Ablauf des Lebenszyklus unentleert irgendwo „abgestellt“ wurden um sie dann klamm heimlich zu entsorgen, oder auf alte Menschen die trotz offensichtlicher körperlicher Mängel noch Auto fahren — „Es geht ja noch!“. Das Dumme bei sonem Smartphone ist halt, dass die Technik irgendwann wirklich überholt ist. Beim S2 ist das jetzt nicht so tragisch schnell passiert, weil es mal das Top-Teil schlechthin war, aber jahrelanger Gebrauch macht es trotz Displayschutz etc auch nicht besser. Hinzu kommt, dass Samsung die Versorgung mit den neuen Android Versionen doch immer recht schnell einstellt – ich hab dieses Manko mit der Installation einer Costum Firmware etwas umgangen, aber selbst da hören die Coder irgendwann auf, die alten Geräte zu bedienen.
Und außerdem und Allem voran will man was NEUES haben.

Allerdings gibt es da ein Problem. Wie bereits gesagt: Phablet. Für diejenigen die es nicht wissen – Achtung, aufgepasst – Phablet ist das portmanteau aus Phone und Tablet. Ich würde es kurz damit umschreiben, dass es um zu groß geratene Smartphones geht. Vor einigen Jahren war ich der Ansicht, dass es doch toll ist, wie sich alles verkleinert. Doch offensichtlich ist der Trend ein Anderer. Auch ich bin diesem schon erlegen als ich mir vor einigen Wochen nach 8 Jahren endlich mal wieder eine neue Brille leistetet, man dachte ja vor einigen Jahren, dass man die Brillen irgendwann gar nicht mehr sehen würde – und jetzt hab ich quasi ne Brille auf der Nase wie Buddy Holly…übertrieben gesagt. Naja aber man muss halt auch etwas mit der Mode gehen. Nur bei Mobiltelefonen ist dieser Trend doch etwas …naja, gegenläufig zum Nutzungszweck wie ich meine. Inzwischen sind fast alle Smartphones auf eine stattliche Größe von 5 Zoll im Schnitt angewachsen. Ja Hallo? Warum haltet ihr Euch nicht gleich ein IPad mini an die Backe?

IPad, gutes Stichwort. Hab ich mir vergangenes Jahr gekauft. Zuvor hatte ich ein China-Billig-Androidpad mit 7 Zoll. Hat kein Schwein bei uns zu Hause genutzt, war langsam und instabil…und viel zu klein. Zweiter Anlauf: gebrauchtes IPad 1 kaufen. Das IPad ist toll. Jeder will es benutzen, aber wir haben nur eins. 10 Zoll sind super. Surfen, Shoppen, Youtube udn auch Apps ..ideal. Dumm ist halt, auf dem 1er IPad geht iOS nur bis Version 5.1 …was wohl schon so 3-4 Jahre überholt ist. Nicht tragisch weil es ja noch läuft. Nur aktuelle Apps halt nicht, und das nervt. Da muss wohl dann auch nochmal nachgebessert werden…mit nem IPAD 2 , 3 oder 4. Worauf ich hinaus wollte ist, dass ich ja ursprünglich kein iPhone wollte wegen der ganzen iTunes Sache und geschlossenes System usw. Doch inzwischen hatte ich ein paar iPhones in der Hand…..

Das neue Smartphone: wie sollte es also nach all diesen Erfahrungen sein?
Klein..nein..nicht klein…4 Zoll etwa. Nicht viel größer. Ich hab mich dran gewöhnt das Phone am Gürtel zu tragen…das ist okay, aber ich will nicht beim Laufen das Gefühl haben, dass ich einen Plattenpanzer aus einer einzigen Platte an meiner rechten Seite trage…oder gar drüber fallen :p

Es muss eine gute Kamera haben. Mindestens so gut wie die des S2. Besser geht immer, aber 8 Megapixel reichen mir aus. Es muss wertig sein und soll ein Weilchen halten.

Im Prinzip hänge ich jetzt bei 2 Kandidaten. Zum Einen das iPhone. Ob 5, 5c oder 5s…keine Ahnung. Aber das 5s scheint schon toll zu sein. Was mich dort stört ist natürlich der Preis. Ausgehend von meinen bisherigen Erfahrungen und im Anbetracht der Tatsache, dass es im iPhone keine Möglichkeit gibt den Speicher für Foto-/Videoaufnahmen zu erweitern bleiben wohl kaum Alternativen zu 32GB Version. Die allerdings kostet schon mal eben 800€. Jippi ai ho, Schweinebacke! Auf der anderen Seite – quasi in der Android-Ecke- steht das Sony Xperia Z1 compact.  Das kostet „NUR“ 500€ – is klar. Was mir daran gefällt ist, dass ich es mit in den Pool nehmen KÖNNTE, dass es gute Leistungsdaten hat und wohl auch recht gut verarbeitet sein soll. Es wird mir wohl nichts anderes bleiben, als mir die Geräte mal irgendwo anzuschauen. Allerdings bezweife ich, dass ich mir ein Smartphone für 800€ kaufen werde, dazu bin ich dann doch nicht verrückt genug. Andererseits hat man es dann ja wieder 2-3 Jahre….

Was habt ihr für ein Smartphone und warum? Gebt ihr dafür wirklich soviel Geld aus?

Mai 112014
 
maddave

Hallo liebe Leser,

 

nachdem ich nun schon einige Wochen überfällig bin, hab ich nun endlich einmal wieder die Zeit und ein Thema gefunden um Trollpit mit einem neuen Artikel zu bereichern.

Wie gesagt, bin ich in den letzten Wochen nicht dazu gekommen. Als bekennender Nerd kann ich auch öffentlich die Gründen nennen ohne dabei tot zu werden:

  • ich habe mit einem bekannten eine Gilde gegründet
  • The Elder Scrolls Online ist herausgekommen, und ich musste natürlich Betatesten
  • ich habe wochenlang an der Gilden-Webseite, Grafiken und CSS  rumgebastelt und genau das mach ich heute zum Thema meines Artikels

Eigentlich gibt es manchmal Tage, an denen man sich fragen muss, warum man wider besseren Wissen so handelt wie man handelt. Im konkreten Beispiel habe ich ja vor einigen Monaten in meinem Artikel  CMS Vergleich – die Drei von der Tankstelle schon ausführlich die Stärken und Schwächen der großen, kostenlosen CMS analysiert. Doch anstatt sich mit den dort getroffenen Schlussfolgerungen abzufinden musste David es ja wieder einmal auf die Spitze treiben und sich seiner eigenen Empfehlung entziehen.

Was ich getan habe? Ich habe die Gilden-Webseite mit WordPress realisiert.

BuddyPress and Me

„Ja, und?“ denkt ihr sicherlich. „Ja..und“…ich war selber zu dem Schluss gekommen, dass Joomla und e107 wahrscheinlich die besseren Alternativen wären. Aber ich wollte es ausprobieren. Ich hatte im letzten Jahr schon eine Joomla-Community bei der ich ein Feature eingebaut hatte, welches mich total begeistert hat. Und zwar eine sogenannte Activity-Wall auf der man sämtliche Aktivitäten auf der Seite sehen kann. Vom neuen Artikel, über neue Forenbeiträge und Fotos, neue Mitglieder oder einfach nur ein Statusupdate.

Für mich war die Nutzung eines solchen Activity-Streams die Offenbarung im Bezug auf Communityseiten und deren Nutzung.  Die Bedienung und Nutzung so einer Seite gestaltet sich mit so einem Stream ungleich angenehmer. Jeder der irgendwie einen Account auf einer Communityseite hat, sei es für Hundefreunde, Autoliebhaber, Gartenhobbyisten oder eben Spieler kennt das: man muss alle möglichen Links klicken um auf den aktuellen Stand zu kommen oder die letzten Aktivitäten im Blick zu haben. So kann das auch schon mal so enden, dass man schlicht die Lust verliert und gar nicht mehr einloggt. Mit einem Aktivitätenverlauf (Avctivity Stream) hat man doch sehr bequem über den Aufruf einer einzigen Seite Überblick darüber, was zuletzt so auf der Seite gelaufen ist. Das sieht dann in etwa so aus:

ScreenShot117

Daher war für mich klar, dass ich dieses Feature unbedingt meiner neuen Gilde zugänglich machen muss.

Das Problem: die besagte Joomla Software empfand ich als wenig ausgereift und schon im letzten Jahr kam es mir nicht so vor, als würde es das Plugin noch lange geben. Also was jetzt?

Einfach mal nach Activity Stream googeln. Neben Facebook und Co bekommt man dort auch die Webseiten-Baukästen von Enjin angezeigt, die im Prinzip genau das bieten was ich haben will. Doch das wäre zu einfach und würde mich als Hobby-Webmaster zu keinem Zeitpunkt befriedigen. Im gegenteil, es würde an mir nagen 😉

Ich stieß dann auf BuddyPress nachdem ich keine Entsprechungen für Joomla, Drupal und wie sie alle heißen finden konnte.

BuddyPress ist eine Komponente, die das eigentlich ausschließlich für Blogs erdachte WordPress um Communityfeatures erweitert.

Profilseiten, erweiterte Benutzerprofile, Gruppen, Diskussionen und sowas halt. Neben all diesen Sachen aber auch einen Activity Stream. Ich habe daher direkt eine Testinstallation gewagt und war eigentlich sehr begeistert, dass doch sehr viele namen hafte WordPress Plugins mit BuddyPress kompatibel sind, was am Ende bedeutet, dass die Funktionen all dieser Plugins sich auch auf Wunsch im Aktivitätenverlauf (Stream) wiederfinden. Fantastisch!

Also Haken dran. Das schien gut zu funktionieren.

Doch was ist das A und das O, Anfang und Ende, Alpha und Omega einer Communityseite? Natürlich…das Forum.

bbpress harder

Gibt es auch. Mehrere. Aus Unwissenheit nahm ich direkt das erstbeste und bekannteste Forum: bbpress.

Ein großer Fehler wie sich später herausstellen sollte. bbpress funktioniert. Es hat alle Grundfunktionen eines Forums. Man kann Foren erstellen. Themen, Beiträge. Man kann sogar Avatare haben. Aber das war es auch schon mit den eingebauten Funktionen. Leider kam mir diese Erkenntnis erst einige Zeit, nachdem die Live-Seite für meine neue Gilde schon online war. Und sie kam auch eher schleichend.

Funktionen wie eine Forensignatur, Beitragszähler, WYSIWYG Editor, Anhänge sucht man in bbpress vergebens. Alles muss man entweder als Plugin dazuinstallieren oder selber irgendwie zusammencoden. Als Ergebnis hat man selbst nach tagelanger wurschtelei ein Forum, welches irgendwie zusammengeflickt wirkt, wenn man sich kostenlose Foren wie phpbb, smf, burningboard und wie sie alle heißen anschaut.

Noch nerviger ist das Rechtemanagement. Im WordPress selber nervt eigentlich schon die Begrenzung auf 5 vorgegebene Nutzergruppen. Aber bei Foren kann es dann echt zur Qual werden nur eben diese 5 Gruppen zur Verfügung zu haben und schon zu wissen, dass man selbst nach langem Sinnieren über die Berechtigungsstruktur der Seite spätestens dann zu kreiseln beginnt, wenn man auch nur eine weitere Nutzergruppe bräuchte.

Signatur und WYSIWYG Editoren für bbpress sind durchweg nicht mehr als „Krücken“.

Zuletzt das CSS. Also das mitgebrachte CSS von bbpress ist schlicht. Es erinnert niemanden wirklich an ein Forum und man braucht Tage , sehr viele php und CSS Kenntnisse um es zumindest annähernd so aussehen zu lassen.

Tja nun war guter Rat teuer. Die Frage war nun eigentlich, ob ich wieder zu Joomla ziehe,bevor es zu spät sein würde und zuviel Content auf der WordPress Seite wäre oder mit den „Krücken“ leben?

Zum Glück gab es noch eine weitere Option.

SimplePress here

Ich war fast schon soweit und hatte mich seelisch darauf vorbereitet sämtliche Inhalte und Forenposts zu Joomla und Kunena zu migrieren. Doch dann kam ich durch Zufall auf die Idee einfach mal nach anderen Foren für WordPress zusuchen. Zum Glück! Denn ich fand SimplePress. Wahnsinn! SimplePress kostet nichts, doch die Plugins und der Support kosten Geld. Draus geschissen! Nachdem ich dem WWW-Kollaps so knapp entkommen war, sollten mich 39 Kröten nicht von meiner Glückseligkeit trennen.

Livesite sichern. Datenbankbackup machen und installieren. Forenmigration von bbpress ist bereits eingebaut, Geilomat!
Und wieder erwarten funktioniert SimplePress sogar und es sieht wie ein Forum aus, fühlt sich so an und hat alles was man aus Foren so kennt. Sogar BuddyPress wird unterstützt so dass ich meine Grundidee mit dem Stream nicht ad acta legen muss.

Shit fuckin´car

Jaja..schönes funkelndes Auto…
Die Freude währte nicht lange. Denn irgendwie wollte das ganze nicht so fluffig Zusammenarbeiten wie auf meiner Testinstallation. Dateiuploads und Forum gingen nicht, der BuddyStream zeigte falsche Zeiten an und war immer 2 Stunden voraus irgendwie kam ich den vielen kleinen Plagegeistern nicht auf die Schliche. Die wirklich netten und hilfsbereiten Jungs vom SimplePress Support machten mein schönes gekauftes Design dafür verantwortlich. Doch ich konnte..ich wollte es einfach nicht wahrhaben. Das fucking Design hatte mich immerhin 45€ gekostet und nun war es für die Aussetzer einiger Funktionen verantwortlich? Was weiß ich denn von „bootstrap“ und dessen Inkompatibilitäten mit WordPress..bin ich Gates?

Aber es war die Wahrheit. Die Abschaltung des Designs brachte die harte Wahrheit ans Licht. Das Design war Schuld. Trotz der Bemühungen die ich mit Hilfe des SimplePress Supports anstellte und und dem nicht geleisteten Hilfe (und Willen) seitens des „Skywarrior Theme Design“ Teams konnte ich meine bis dahin geleistete Anpassungsarbeit am Design über den Haufen werfen.

Shakka

Letztenendes habe ich es geschafft, dass die Seit eam Ende so geworden ist, wie ich sie mir in etwa gewünscht hatte. Zudem hab ich wieder Einiges dazugelernt zum BEispiel, dass die Investition von Geld manchmal sehr sinnvoll sein kann (im Falle von SimplePress) und manchmal eben, ohne die entsprechenden Kenntnisse, auch schnell mal wieder „Lehrgeld“ sein kann (siehe Skywarrior Design).

Als Fazit kann ich sagen, dass ich jedem Hobbywebmaster der seiner Gemeinschaft mit einer Communityseite etwas Gutes tun will, aber nicht unbedingt die Geduld aufbringt, die ich investiert habe, besser zu Joomla greift.

Die namhaften AddOns greifen einfach viel besser ineinander und sind zum überwiegend besser abgestimmt, leichter handhabbar und irgendwie vielfältiger.

Auch nach 9 Jahren ist WordPress immernoch vorwiegend für Blogger geeignet. Wer sich mit weniger Funktionen zufrieden gibt und wen der Look nicht stört, der kommt auch mit WordPress+bbpress und BuddyPress an sein Ziel. Aber für „Perfektionisten“ ist es ohne Einiges an Eigenleistung einzubringen nicht das Wahre, da man selber viele PHP Dateien verändern muss und sich die Codeschnipsel auch von überall zusammentragen muss. Wer es dennoch wagen will kann sich gerne an mich wenden, wenn er Tipps braucht oder Fragen haben sollte.

Auch ist Joomla als solches nach einiger Zeit wesentlich transparenter und bietet mehr Einsicht für Administratoren in die Installation als es WordPress gestattet. Nicht zuletzt ist der Umzug einer Joomla Seite z.B. auf eine gänzlich neue Domain vollkommen problemlos uns schnell möglich. Bei WordPress würde ich dies nicht zu behaupten wagen.

Jan 072014
 
angrydave

Heute melde ich mich einmal mit einer fiktiven Geschichte, welche auf einer wahren Begebenheit basiert. Sämtliche Personen und Dialoge sind natürlich, wie auch der dargestellte Sachverhalt nahezu völlig frei erfunden. Etwaige Ähnlichkeiten von Namen, Orten usw. sind rein zufällig.

Es ist schon einige Wochen her, da nahm ich einmal mehr ein paar Verschönerungen im Vorgarten des neuen Eigenheimes meiner kleinen Familie vor als mich meine Lebensgefährtin und mein Sohn mal wieder zu einem Spaziergang nötigten. Wiederwillig unterbrach ich mein tun und schloss mich an.  Unterwegs durch unsere Wohnsiedlung kamen wir an einem Sperrmüllhaufen vorbei, welcher an der Straße aufgestapelt war. Als ich mich so wunderte, was manche Leute doch so wegwerfen, fiel mir eine kleine Figur auf. Ich nahm die Figur an mich, ohne mir darüber großartig Gedanken zu machen und wir setzten unseren Spaziergang fort. Zuhause angekommen wollte ich meine unterbrochene Tätigkeit fortsetzen. Ich stellte die Figur auf die Fensterbank wo sie dann einige Wochen stand.

Am Freitag vor Heiligabend dann klingelte es plötzlich an der Haustür kurz nachdem mein Sohn und ich zuhause angekommen waren. Ich öffnete.

„Guten Tag, Justus mein Name. Kanzlei Rechtsanwalt und Söhne. Geh ich recht in der Annahme, dass Sie Herr David sind?“ fragt ein gut gekleideter Mann mit gepflegtem Erscheinungsbild und einer Ledertasche unter dem Arm.

„Ja, der bin ich. Was gibt es denn Herr Justus?“ erwidere ich.

„Nun, Herr David. Mein Mandant der Herr L ging vor ein paar Tagen mit seiner Frau an Ihrem Haus vorbei und entdeckte dabei diese kleine Figur dort auf dem Fensterbrett.“  fuhr Herr Justus fort.

Da ich die Figur schon fast vergessen hatte machte ich einen Schritt aus der Haustür und drehte mich herum, um das Objekt in Augenschein zu nehmen. „Oh-kaaay?!“ ich drehte mich etwas verdutzt zu Herrn Justus um. „Sehen Sie Herr David diese Figur ist urheberrechtlich geschützt. Der Herr L findet es nicht okay, dass Sie diese Figur hier zu stehen haben so öffentlich sichtbar für Jeden der vorbeigeht. Daher muss ich Ihnen leider sagen, dass der Herr L nun eine Schadensersatzforderung an Sie richtet. Darf ich vielleicht kurz reinkommen?“ Meine Augen werden größer: „Ach entschuldigen Sie, natürlich. Kommen Sie doch rein.“

Ich führe Herrn Justus durch den Hausflur in das Wohnzimmer.  Im vorbeigehen schnappe ich mir mein Smartphone. „Nehmen Sie Platz. Einen Kaffee vielleicht Herr Justus?“ „Ja gerne, vielen Dank.“ Während die Maschine aufheizt suche ich bei im Internet in der „Shopping“ Rubrik nach der kleinen Figur auf dem Fensterbrett. Zum Glück kann ich sie schon nach wenigen Minuten in einem Onlineshop entdecken. „Cappuccino oder Kaffee Herr Justus?“ ich stecke meinen Kopf kurz ins Wohnzimmer. „Nur Kaffee, schwarz, danke.“ Zurück in der Küche bestücke ich die Kaffeemaschine. Während ich zwei Tassen mit Kaffee fülle (hoch lebe die Kapselkaffeemaschine) werfe ich einen Blick auf die gerade aufgerufene Shoppingseite. Ich stecke das Handy ein und mache mich mit den beiden Tassen auf zum Esstisch im Wohnzimmer. „Schadenersatz, hm?“ frage ich rhetorisch. „Also hören Sie Herr Justus, es ist 2 Tage vor Weihnachten und meine Lebensgefährtin kommt gleich nach Hause. Die regt sich immer so schnell auf. Passen Sie auf- ich gebe Ihnen den Gegenwert der Figur und dann haben wir es doch, nicht wahr?“ Herr Justus macht „Hmm.“ und lächelt mich bedauernd an „Natürlich Herr David“ er beugt sich über die Ledertasche auf seinem Schoß die er mitgebracht hat und zieht ein paar Papiere daraus hervor. „ Zunächst einmal sind da die Kosten für meine Anwesenheit hier Herr David. Wir haben da eine Pauschale. 300€ für die An- und Abreise innerhalb von 50km. Da sie ja nicht soweit von Berlin weg wohnen passt das. Dazu natürlich noch meine wertvolle Zeit.“ Er schaut auf die Uhr. „125€ pro angefangene Stunde. Dazu kommt dann noch der Streitwert meines Mandanten. Entwurf, Realisierung und Vermarktung…600€. Wegen der fehlenden Kenntlichmachung mal 2…also 1.200€… Weiterhin müssen sie mir hier unterschreiben“ er schiebt mir ein Blatt zu „es ist eine Unterlassungserklärung.  Während Herr Justus spricht, merke wie mir das Blut aus sämtlichen Gliedern entweicht.

Als ich wieder zu mir komme, erinnere ich mich geistesgegenwärtig an meine Recherchen in der Arbeit als es darum ging den Messeauftritt und die Firmenpräsentation vollkommen neu zu gestalten. Wie der Zufall es manchmal will, hatte ich mich erst da ein bisschen mit dem Urheberrecht befassen müssen, als es darum ging geeignete Werbefotos und auch die Rechte daran zu erwerben.“ Aber Herr Justus, die Anwaltskosten im privaten Bereich sind doch vom Gesetzgeber auf 100€ nach oben begrenzt worden, und dass dies hier kein Ladengeschäft ist sehen Sie ja selbst“ Herr Justus verzieht ein bisschen das Gesicht. Dann ziehe ich mein Smartphone hervor, entsperre es und schiebe es zu Herrn Justus rüber währen ich weiterrede „ außerdem finde ich es beinahe unseriös, wenn mir ihr Mandant die Entwicklung, Realisierung und Vermarktung eines Produktes in Rechnung stellt, welches ich im Internet für 3€ käuflich erwerben kann. „ In diesem Moment höre ich, wie das Türschloss der Haustüre arbeitet .

„Auch das noch!“ denke ich bei mir. „Ich müsste dann mal mit meinem Mandanten telefonieren“ sagt Herr Justus. „Machen Sie nur, ich muss mich auch ganz kurz entschuldigen.“ Ich gehe in den Flur, wo meine bessere Hälfte schon die Stirn runzelt. Womit ich nicht gerechnet hatte, war dass Herr Justus mir in den Flur folgte. „Hallo Schatz, äh…das ist Herr Justus..“ „Guten Tag“ sagt Herr Justus „ich bin wegen der Figur im Fenster hier. Wo bitte ist den das Bad?“ Sie schaut mich verdutzt an. „Äh ja, eine Figur. Ich hab sie draußen aufs Fensterbrett gestellt und nicht mehr an sie gedacht bis heute.“ Während ich Herrn Justus den Weg zur Toilette erkläre, schlüpft meine bessere Hälfte in das Wohnzimmer. Während Sie sich ihrer Jacke entledigt, und unseren Sohn begrüßt kleben ihre Augen an den auf dem Tisch verteilten Papieren. „Wie jetzt? Fast 2.000€? Was hast Du da denn schon wieder gemacht?“ Ich bin zutiefst betroffen, weiß ich doch genau, dass sie sowas immer sehr ernst nimmt, während ich meist eine abwartende Haltung einnehme. Ich hatte gehofft, sie würde etwas später nach Hause kommen. Verdammt! „Es tut mir Leid Hase. Ich hab das mit der Figur total vergessen. Hätte ich geahnt dass hier Leute um unser Haus schleichen und zu Weihnachten 2.000€ fordern…“ ein dicker Kloß steckt in meinem Hals. „Schon gut“ sagt Sie nur „zeig mal, wo steht die denn?“ Als wir den Flur betreten, kommt Herr Justus aus dem Bad. „Ich telefoniere dann mal ganz kurz“ „Ja machen Sie nur, wir kommen sofort“. Nachdem ich „Hase“ das corpus delikti gezeigt und ihr versichert habe, dass ich nicht weiß, wie daraus eine Forderung von 2.000€ zustande kommen kann gehen wir wieder ins Haus. Sie regt sich wesentlich weniger auf, als ich gedacht hatte. Ich bin ein bisschen erleichtert.

„Herr David, wir haben uns kurz telefonisch beraten. Naja und da ich mich überzeugen konnte, dass sie hier kein Ladengeschäft haben sind wir bereit unsere Forderung zu halbieren.“ Ich nicke nachdenklich.“ Sehen Sie Herr Justus, ich verstehe ihren Mandanten. Künstler müssen auch Geld verdienen, ganz klar. Aber wenn sie mir als Privatmann zwei Tage vor Weihnachten 2.000 € Kosten auferlegen wollen für einen 3€ Artikel auf meinem Fensterbrett den – wenn überhaupt, vielleicht eine Hand voll Leute überhaupt bemerkt haben, denn hier am Ende des Ortes kommen eh kaum Leute vorbei-  so finde ich das für meine Begriffe doch etwas befremdlich. Entschuldigen Sie meine Offenheit, aber so ist es nun einmal. Ich schlage Ihnen also folgenden Konsenz vor: ich erstatte Ihnen die vom Gesetz gedeckelten 100€ wegen Ihrer Aufwendungen und hoffe, dass das Thema damit so kurz vor den Festtagen bereinigt ist.“  Herr Justus schaut mich an. „Die 100€ nehme ich, aber damit ist die Schadenersatzforderung noch offen…“ ich rolle (innerlich) mit den Augen und lege 100€ auf den Tisch. „Gut, gut…ich gebe Ihnen den Gegenwert der Figur“ ich lege 3€ auf den Tisch „und wegen der nicht erfolgten Nennung des Künstlers in meinem Fensterbrett verdoppelt sich der Wert ja.“ ich lege nochmal 3€ auf den Tisch. „Abgemacht“ sagt Herr Justus „ dennoch, sie müssen mir dies unterschreiben. Darin steht dass sie die Figur entfernen und nicht mehr verwenden und auch keine Kopien gemacht haben.“ Ich lese mir das Schriftstück durch und unterschreibe, anschließend gehe ich nach draußen und nehme die Figur aus dem Fenster um sie direkt in die Mülltonne zu werfen. Als ich wieder drinnen bin sage ich „Bitte. Die Figur ist weg. Herr L bekommt seine 6€ und Sie ihre 100€. Ich würde nun wirklich gerne meinen Weihnachtsurlaub einläuten Herr Justus.“ Herr Justus packt seine Papiere ein und erhebt sich. Im Hausflur wünscht er noch „Na dann, einen schönen Weihnachtsurlaub, schöne Feiertage und einen guten Rutsch.“ Ich bekomme gerade noch ein „Danke. Auf Wiedersehen.“ Heraus als ich die Tür schließe.

Abschließend möchte ich noch das Wort an alle Leute, die für sich selbst und einen kleinen Kreis von Leuten über Erfahrungen und Begegnungen schreiben, Bildcollagen, Machinima oder  Ähnliches erstellen, richten : Seht Euch vor was ihr verlinkt, postet und teilt. Das Internet ist ein toller Spielplatz, doch zunehmend auch mit Beschränkungen und Fallstricken versehen und mit ganz harten Bandagen umkämpft.  Am Ende gibt es nur eine Seite die wirklich etwas gewinnt.

Jan 032014
 
happydave

Vielerorts in Foren oder auch auf privaten Blogseiten hört bzw. sieht man zunehmend Einträge zur Einrichtung von Home Servern oder NAS (Network Attached Storage) Geräten. Tatsächlich scheinen nicht nur PC-affine Benutzer immer häufiger zu überlegen, wie sie in Zeiten von SmartTV, DLNA fähigen Kühlschränken, Multimedia-Konsolen und nicht zuletzt Tablets und schlauen Telefonen ihre Medien zu Hause am besten verfügbar machen, ohne sich in jedem Zimmer einen Stapel USB-Festplatten zurechtzulegen, die nach jeder Familienfeier nacheinander  zwecks verfügbar Machen der aktuellen Alkoholausrutscher von Onkel Detlef und Tante Jutta an die Digitalkamera geklemmt werden.

Das Zauberwort heisst Heimserver. Einmal die Medien (Fotos, Musik, Filme) speichern, überall im Heimnetzwerk abrufbar. Nicht nur für NERDs ein interessantes Ding – im Gegenteil.

Vorüberlegung:

Zuerst einmal muss sich jeder überlegen, welche Anforderungen er an ein künftiges Datengrab stellt. Die häufigste Nutzung liegt heute wohl im Bereich der privaten Mediennutzung. Also Verfügbarkeit der eigenen Fotos, Musik und Filmdateien im gesamten Heimnetzwerk um anschliessend mit dem Smartphone, dem Tablet, dem SmartTV oder DLNA fähigen Endgeräten auf eine gemeinsame Quelle zugreifen zu können.
Für diese recht einfache Nutzung ist heutzutage eigentlich nicht viel mehr als eine externe Festplatte erforderlich, denn viele aktuelle DSL-Router bringen diese Funktionalität bereits mit. Sie muss lediglich im Webinterface angeschaltet werden. Alle, denen dies vollkommen ausreicht, brauchen im Prinzip ab hier nicht  mehr weiterzulesen. Stattdessen empfehle ich die Lektüre des Handbuches und wünsche viel Spass.

Kommen erweiterte Funktionen ins Spiel, dann wird es schon interessanter. Aber welche Funktionen könnten das denn nur sein? Nun, wie ist es denn um die Sicherheit Eurer Daten bestellt? Gibt es Backups die regelmässig angelegt werden? Oder vielleicht ladet ihr manchmal in Ermangelung einer fetten DSL-Leitung über Nacht große Datenmengen herunter und lasst dazu Euren PC laufen? 

Die Vielfalt der Einsatzmöglichkeiten moderner NAS-Systeme out-of-the-box ist schier unglaublich. Sei es um zeitgesteuerte Backups Eurer wichtigsten Daten aufzunehmen oder stromsparend Downloads abzuschliessen. Selbst kleine CRM Systeme oder CMS sind heute schon auf einfachen NAS realisierbar. Durch den stromsparenden Aufbau solcher Geräte werden hier selten mehr als 20W verbraucht was in Zeiten steigender Energiepreise auch ein immer wichtigerer Faktor ist.

Anforderungen, welche zur Empfehlung eines Microservers im eigenen Hause führen wären z.B. Transkodingfunktion während des Medienstreamings, eigene Spieleserver oder Voiceserver. Allerdings ist dies nur dann wirklich sinnvoll wenn ihr eine ordentliche DSL Leitung ab 16MBit aufwärts oder (eher unwahrscheinlich) ein Netzwerkkabel zu allen euren Freunden verlegt habt. Achso, transkodieren heisst vereinfacht – dass z.B. Filme in Echtzeit in ein Format umgewandelt werden, welches das Endgerät auch anzeigen kann, denn nicht alle Geräte können auch alle Dateiformate lesen.

Meine Anforderungen:

Eine gemeisame Medienquelle für all meine Enderäte war schon seit Jahren auf meiner Wunschliste schwirrten doch tatsächlich schon 3 USB Festplatten in den verschiedenen Räumen umher . Doch erst mit dem Bau des Eigenheimes konnte ich die Infrastruktur dafür auch beeinflussen. So ließ ich bei der Planung direkt in jedem Raum eine Dose für das Netzwerk anbringen (Immernoch zu Wenige, wie sich herausstellte). Leider, leider wird dies heutzutage nicht direkt mit angeboten und so mancher frischer Eigenheimbesitzer hat dann das nachsehen, wenn er merkt, dass er all seine Geräte ja irgendwie vernetzen muss. Sicher, es gibt WLAN..aber spätestens wenn es an das streamen von Full-HD Inhalten geht, ist schnell Ende im Gelände.

So schaffte ich Ende 2012 ein NAS an. Damals war ich der Meinung ein 1-bay NAS (ein NAS mit Platz für eine Festplatte) wird wohl erstmal reichen. Da waren wir noch auf DSL 2MBit (RAM) und keine Besserung in Sicht. Meine "Hobbyserver" – also Voice und Webserver hatte ich eh schon seit Jahren angemietet und drücke seither monatlich einen Obolus dafür ab. Meine Wahl fiel dabei nach langer Recherche auf ein einfaches Gerät der Firma Synology. Im Nachhinein kann ich wirklich jedem empfehlen: wenn NAS- dann Synology. Die Dinger sind einfach Spitzenklasse. Vor Allem was die ganze Bedienung und das Interface, sowie verfügbare "Apps" anbetrifft. Wer in die NAS-Welt einsteigen will, sollte die paar Euro-Fuffzich ausgeben und sich Quälereien mit Billigschrott ersparen. Im Übrigen solltet ihr für den Einsatz in einem NAS oder Server immer auch die richtige Festplatte einsetzen, sonst sind alle guten Vorsätze für die Katz. Diese Festplatten sind kaum teurer als normale Platten, aber für den Dauereinsatz ausgelegt – dafür ist deren Einsatz in einem PC ausdrücklich nicht zu empfehlen. Ich kann nur empfehlen direkt ein NAS mit mindestens 2 Einschüben für Festplatten zu erwerben. Man kann ja erstmal eine einzelne Platte reinhängen. Ein späteres Upgrade mit einem 1-bay NAS gestaltet sich eher …unvorteilhaft.

Der NAS:

Wie gesagt war mein Einstieg in die Welt des "Zuhauseservers" eine Synology Diskstation. Ein Modell mit einem Einschub. DS 110j. 800Mhz ARM CPU mit 128MB RAM.

DSCF2572 (Andere)

Die Einrichtung ist spielend leicht und unkompliziert. Die Optionen sind vielfältig wie auch die Verwendungsmöglichkeiten. Doch es sei vorab gesagt: die Leistung ist, wie man anhand der Hardwaredaten eventuell erraten kann, extrem eingeschränkt. Wie dem auch sei, das OS von Synology sucht seinesgleichen. Einfach, intuitiv und wirklich fix.

ScreenShot063 ScreenShot065
Der "Desktop" des Diskstation OS "DSM". Alles da. Die Systemsteuerung. Vielfältige Optionen, alles was gebraucht wird.


Die Pakete, welche über das "Paketzentrum" per klick installierbar sind reichen von Medienservern über Backuptools hin zu Mailservern, CRM, CMs oder Mailservern.
Weiterhin gibt es noch etliche sogenannte 3rd Party Pakete die man zuerst auf den PC laden kann und dann installieren kann. Wer sich anehen will, welche Pakete es gibt seien die folgenden Links empfohlen.

Synology Pakete: http://www.synology.com/de-de/dsm/app_packages
3rd Party Pakete: http://www.synology-wiki.de/index.php/%C3%9Cbersicht_%C3%BCber_verf%C3%BCgbare_3rd-Party-Apps_aus_unserer_Community

ScreenShot067 ScreenShot064
Das Paketzentrum des DSM. Management installierter Packete.

Die Installation einer Diskstation lässt sich in wenigen Stichpunkten zusammenfassen:

  • Festplatte in die Station einbauen
  • die DS an das Netzwerk anschließen
  • warten bis die DS bereit ist (blaue LED)
  • über 192.168.2.107 mit dem Browser auf das Webinterface gehen
  • Benutzer in der Systemsteuerung anlegen
  • Pakete installieren und Freigaben erteilen

Bleibt noch zu erwähnen, dass es für mobile Geräte im Google Play Store bereits kostenloses Apps für den Zugriff auf Medien auf einem Synology NAS gibt. Empfehlenswert!

Beyond the NAS

Also ich dann Anfang des Jahres eine dicke Leitung mit VDSL 50 bekommen habe, reifte das Verlangen auch einige meiner ausgelagerten Dienste zu mir "nach Hause" zu holen. Um meinen Webspace auf einen Heimserver zu legen, sind die Sicherheitsbedenken einfach zu groß. Doch den Voiceserver für mich und ein paar Freunde wäre halt schon nett. Zudem wurde der Platz auf der Diskstation langsam eng, was nicht zuletzt auch der knappen Bestückung mit "nur" 500GB zuzuschreiben ist. Eigene Selberschuld.

Somit musste nun was Neues her. Zuerst habe ich nach einer Diskstation gesucht, doch schnell wurde klar, für einen Voiceserver – welcher nur auf x86 Architektur läuft würde das wohl sehr ins Geld gehen. Also blieb als einzige Option der Eigenbau.
Die "Basis" hab ich im Hardwareluxx Forum gebraucht für 130€ erstanden: Einen kleinen Microserver auf MicroITX Basis mit Atom CPU und einer 1TB NAS HDD. Board und CPU hab ich ausgetauscht. Ich habe mir für knapp 60€ ein ASUS C8HM70-I mit Celeron 847 Dualcore CPU besorgt. Weiterhin habe ich als "Systemplatte" eine übrig gebliebene SSD mit 60GB verbaut.

DSCF2571 (Andere)

Doch was installiert man als Synology DSM verwöhnter User auf so einem Teil? Ich habe verschiedenste OS probiert:

1.) AMAHI – im Prinzip ein Fedora Linux mit aufgesetzter Homserver Software: Es gibt fertige Pakete, die man auch wie beim DSM per klick installieren kann, doch irgendwie habe ich es nicht so recht ans laufen bekommen, jedenfalls nicht so wie ich es mir gedacht habe. Durch das Linux im Hintergrund, kann man mit Konsole (Bash) sicherlich als versierter Linux User eine ganze Menge mehr draus machen. Mir war es aber zu umständlich und ich habe AMAHI verworfen.

2.) OMV (Open Media Vault) – ebenfalls Linuxbasiert ist OMV eine fertige NAS Software die auch leicht zu installieren ist. Die Optionen sind extrem vielfältig. Doch auch hier hatte ich nicht die Muße, mich mit seitenlangen Bash-Befehleszeilen zu befassen.

Somit bin ich am Ende bei XPenology gelandet. Das ist eine vom Synology DSM adaptierte Software für verschiedene NAS Systeme oder Microserver. Also für mich eine bekannte und bewährte Lösung. Ausschlaggebend war hier auch, dass man a) Synology udn deren 3rd Party Pakete ohne Weiteres installieren kann und b.) es ein fertige Teamspeak Serer Paket gibt, welches man ohne Umstände aufspielen und einrichten kann. Somit kann ich zumindest diesen Posten künftig einsparen – immerhin 50€ im Jahr. Verrechne ich die zusätzlichen 15W Stromverbrauch des Microservers im Vergleich zum Synology NAS, dann passt das schon.

DLNA Server:

Das ist mir doch einen zusätzlichen Absatz wert. DLNA steht für Digital Living Network Alliance. Viele moderne Home-Entertainment Geräte sind nach DLNA zertifiziert und können auf einen entsprechend konfigurierten Server zugreifen. Für DSM/XPenology gibt es gleich mehrere fertige Pakete um einen Medienserver mit DLNA Funktionalität bereitzustellen. Neben dem Synology eigenen Mediaserver/ Audiostation und Photostation sind Plex Mediaserver, ReadyMedia alias MiniDLNA sowie Serviio zu erwähnen. Für "nicht x86" Geräte gibt es zudem fertige Pakete für den bekannten Twonky Mediaserver. Zwar gibt es auch Versionen für Linux, die ich hätte sicher installieren können, aber ich habs mir ehrlich gesagt nicht zugetraut, zumal mein Server jetzt schon fast so lief wie er sollte und ich nix zerschießen wollte. Einziges Manko war das Folgende:  mein Sohn kann auf den Medienserver zugreifen, soll er auch. Doch es gibt keine Möglichkeiten (?) mit nur einer Medienserver Software den Benutzern Zugriff auf bestimmte Ordner zu verweigern. Doch das Risiko, dass mein Sohn mal in einem unbeobachteten Moment die "ab 18" Medien entdeckt wollte ich nur sehr ungern eingehen. Daher hab ich mir nun neben dem Mediaserver von Synology noch Serviio installiert und eingerichtet und die "ab 18" Medien über den Mediaserver abgebildet, mit welchem man zumindest bestimmten Geräten im Netzwerk den Zugriff aus selbigen komplett verweigern kann. Somit: Serviio für Alle, Mediaserver zusätzlich für die "Erwachsenen". Genial bei Serviio ist auch, dass man "Online Medien Streams" hinzufügen kann wie z.B. die ARD Mediathek und dass die Software auch in Echtzeit transkodieren kann.

Als Schlußwort bleibt zu sagen: keine Scheu vor dem Homserver/NAS. Die Anschaffung lohnt in jedem Fall wenn man im Hause verschiedene Geräte hat, mit denen man auf seine Medin zugreifen möchte.

Nutzt die Kommentarfunktion, wenn ihr Anmerkungen, Anregungen oder Fragen zu diesem Beitrag haben solltet.

Nov 202013
 
boreddave

Seit ich im März 2005 erstmals in Azeroth als Jonnyb , der Taurendruide, auf dem Server Malfurion gespawnt bin, fesselt mich eine innere Sehnsucht an das Genre der MMORPGs.

   screen04lg

 

Eine Sehnsucht nach einem Gefühl von innerer Euphorie und Faszination, die glaube ich damals einen Großteil der MMO-Noobs gepackt hat.
In vielen Forendiskussionen habe ich entnommen, dass es einer ganz großen Anzahl von Spielern, vorwiegend diejenigen, für die "Weh oh weh" damals den Einstieg in das finstere Kellerkindermilieu bedeutete, ähnlich geht. Vielleicht ist es "nerdig" und bestimmt gibt es bessere Möglichkeiten sich heutzutage im Netz lächerlich zu machen…dennoch…

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Natürlich kam dieses Feeling, nachdem ich mich seither beim betreten einer neuen MMORPG-Welt sehne, mit Sicherheit nicht von irgendwoher. Mein Gott…2005. Da hatte ich eine ISDN Leitung zu Hause – Mitten in der CITY! Ich musste mir täglich einen Wecker stellen, damit ich eine Stunde Spielzeit im teuren Internet nicht überschritt. Als ambitionierter Zocker kam man aus einer bedrängten Welt in der man meist alleine durch die Gegend streifte und Aufgaben löste. Nie zuvor musste man sich mit anderen Leuten auseinandersetzen…schon gar nicht mit Fremden!!! Na klar, es gab "LANs" – also LAN-Parties – legendäre LAN Parties mit "Den Kranken". Da konnte man schonmal bei Counter Strike heulen weil man immer nur tot war, oder das andere Team bei Ages of Empires II und UT weil sie keinen Hauch einer Chance gegen uns als eingespielte WG-Netzwerkstrategen hatten. Doch komplexe Kommunikation, gar Gruppensuche und spontan Verbrüderungsszenen mit vollkommen wildfremden Leuten, von denen man eigentlich nicht wusste, ob sie Männlein, Weiblein, 18 oder 98 Jahre alt waren gab es auf unseren "LANs" nicht.

Zurück zu "diesem Feeling". Seither habe ich nahezu jedes MMORPG zumindest angespielt, dass auf den Markt kam. Einige über Tage oder Wochen, andere nur einige Stunden. Die Welt Hyboria aus Age of Conan wurde sogar anderthalb Jahre zu meiner festen Feierabendheimat.

Chatha_down


Das Genre wurde überflutet. Gab es am Anfang nur EverQuest, WoW und GuildWars so kamen ab 2007 beinahe monatlich neue Spiele hinzu. Natürlich IMMER mit großem Tamtam und vollmundigen Versprechen. Im besten Fall mit der Ankündigung, WoW vom Genrethron zu schubsen.  Einige verschwanden genau so schnell wieder von der Bildfläche. Bei dem meisten Kandidaten war das auch kein Verlust. Einzig Kandidaten wie Tabula Rasa ließen Einem ein bisschen das Herz schwer werden, war die Atmosphäre doch echt toll und das Genre, jenseits von Elfen und Orcs, erfrischend unausgelutscht. Oder WAR deren epische PvP Schlachten ihres Gleichen suchen. Als 2008 GuildWars2 angekündigt wurde, schien endlich ein Titel in Aussicht, der tatsächlich das Potenzial zu haben schien es sogar mit Blizzards Genreprimus aufnehmen zu können.

edsteam

Dennoch sitzt WoW bis heute auf seinem Thron. Nach neun langen Jahren der einsamen Herrschaft durch die eingene Größe und die überwiegend eigensinnige und "fremdenfeindliche" Community verdorben und vom strahlenden Arthas, Prinz der goldenen Wälder Lordaerons, zum verderbten Lichkönig auf dem eisigen Thron erstarrt. Emporkömmlinge, Ritter in strahlenden Rüstungen und Hoffnungsschimmer am Horizont werden durch seine pure Gegenwart in den Abgrund gerissen, in die Vergessenheit verdammt oder fristen ein unseeliges Dasein im Schatten des Königs.

Auch wenn es natürlich überspitzt ist, finde ich die Matapher aufgrund ihrer Ironie besonders passend, zumal offenbar ein grosser Teil der "Nicht-WoW" Spielerschaft das Spiel tatsächlich verteufelt, ungeachtet der Tatsache selber einmal einige Monate in Azeroth abgetaucht zu sein.

Im Ergebnis kann man eigentlich nur den Schluss ziehen, dass nur wohl nur Blizzard selbst den Zyklus beenden kann. Wahrscheinlich mit einem Nachfolger aus dem eigenen Hause, welcher ja unter dem Arbeitstitel "TITAN" auch schon in Arbeit zu sein scheint. Viel zu früh bescheinigen die etablierten Spieleseiten dem "noch" Genreprimus sein ableben, geschürt von den neuerlichen Veröffentlichungen, dass es ja "nur" noch 8 Mio. Spieler in WoW zu geben scheint. Meine Güte, da werden Sie sicher bald die Hütte dicht machen. Für mich ist Blizzard nach wie vor, eine der wenigen Spieleschmieden, derer Titel man ohne Bedenken schon weit vor Release in der Gewissheit vorbestellen kann, dass man das bekommt, was man erwartet. Ein grandioses Game.

Was den MMO-Thron anbetrifft, so haben sich nun die Herrscher der Reiche (R.Garriot, Bethesda, DaoCII, EQ Next) selbst auf ihre Rappen geschwungen, um einen Versuch zu starten den übermächtigen König zu stürzen.

Bleibt mir eigentlich nur Blizzard zu 9 Jahren WoW zu gratulieren und den Hoffnungsträgern der MMO-Spielerschaft (mir inklusive) viel, viel Glück zu wünschen. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit werde ich auch auf deren Servern zu Besuch sein. Bis dahin denke ich über eine temporäre Reaktivierung meines WoW-Accounts nach…

Nov 022013
 
superdave

Der klassiche Superman ist natürlich fast Jedem bekannt: Christopher Reeve (R.I.P) zwängte sich 1978 erstmals für eine Kinoproduktion des Helden von Krypton in das blau-rote Kostüm. Lange Zeit war er Superman. Genauer gesagt bis zum vierten Kinodebüt 1987. Es folgte ein Reboot in 2006 mit Brandon Routh in der Rolle des stählernen Mannes, achso und dann ist da natürlich noch die unsägliche TV-Serie aus den 90ern, deren Erwähnung man lieber aussparen möchte.

Nun also wieder ein Reboot, dieses Mal soll aber alles Anders werden. Zack Snyder will Superman in das 21. Jahrhundert bringen und eine düstere Stimmung erschaffen.
Dabei werden alle Register gezogen, angefangen beim Cast, welcher sich über Kevin Costner, Russel Crowe, Laurence Fishburne, Amy Adams und Diane Lane hin zu Henry Cavell – the (probably) hottest Man of Steel, erstreckt.

Krieg der Welten

Wie es sich gehört, startet die Story auf Krypton. Supermans Heimatplaneten, wo er gar nicht Superman sondern Karl L. (Bildunterschrift: …hat Superkräfte). Nagut er heisst eigentlich Kal-El..aber was macht das schon. Jedefalls ist Kals Dad der Chefwissenschaftler von Krypton. Offenbar haben es die Kryptonier geschafft ihrem Planeten den Rest zu geben, nachdem sie 100.000 Jahre das Weltall beherrscht haben. Keine Ahnung warum die Jungs ihren Planeten zerstören mussten, aber offenbar haben sie die Energiewende verpennt. Zu allem Übel zettelt General Zod nun auch noch eine Revolte an, um die Regierung des kryptonischen Imperiums zu stürzen, weil eben diese zugelassen hat, dass es zum Planetengau kommen musste. Eigentlich, aus meiner Sicht, verständlich. Jedenfalls gibts erstmal ne Menge Endzeitstimmung auf Krypton zu sehen. Richtig schönes Sci-Fi mit ordentlich Krach-Bumm. Was echt abgefahren ist – ACHTUNG SPOILER- Kal wird von Gladiator-Dad als Baby in eine Raumkapsel gesteckt und ins Weltall geschossen (es gibt Tage da möchte ich sowas auch für meinen Sohn haben 😉 ) im Gepäck das einzige Artefakt was Krypton hätte retten können – ein Schelm, wer da eigene Interessen reininterpretiert, aber wenn man die Wahl hat den eigenen Sohn zu retten, why not? Kurz darauf wird der "böse" General Zurg..sorry, Zod..mit seinen Schergen in die Phantomzone verbannt, kaum ist dies geschehen explodiert Krypton. Geil! Kind und Schurken evakuiert – restliche Rasse ausgelöscht. Herzlichen Glückwunsch zum Titel "Dumbest Race in the Universe"!

Somwhere in Kansas

Ja, gut. Wie wir alle wissen schafft es Kal-El zur Erde und wird dort von den Kents gefunden und augezogen. Wie die Kindheitserlebnisse und Erinnerungen in den Film eingebracht wurden, fand ich recht gut gemacht. Viel gibt es da aber nicht zu erzählen. Einzig der Zwiespalt in Kal-El (der nun Clark heisst) zwischen dem Einsatz seiner enormen Kräfte und der Gefahr entdeckt zu werden.

Um es auf den Punkt zu bringen: die Amis finden im ewigen Eis ein kryptonisches Raumschiff. Clark ist zufällig in der Nähe und stibitzt es. Was er nicht weiss, das Schiff hat ein Signal gesendet, welches General Zod und Co. auf den Plan ruft, die irgendwie aus der Phantomzone entkommen konnten. Sie erreichen die Erde und stellen ein Ultimatum zur Herausgabe von Kal-El oder Krieg. Dieser stellt sich der Übergabe freiwillig, doch Zod und Co halten natürlich nicht Wort und greifen die Erde an um ein neues Krypton zu erschaffen, natürlich nachdem sie die gegenwärtigen Bewohner vernichtet haben.

Jetzt beginnt der Film in eine Mischung von "Krieg der Welten" und Marvels "Avengers" oder "X-Men" überzugehen. Superman alias Clark Kent alias Kal-El und seine "Landsleute" kloppen eine ganze Stadt in Dutten. Mehr möchte ich an der Stelle nicht verraten, nicht weils sonst zu sehr spoilert- sondern weil es nicht vielmehr dazu zu sagen gibt. Ausser vielleicht, dass Superman am Ende gewinnt. Als Belohnung darf er nun als Praktikant beim "Daily Planet" anfangen, dank Brille nun natürlich vollkommen Inkognito (ja, nee – is klar). Somit ist der Grundstein zu möglichen weiteren Filmen gelegt.

 

Fazit

Tja, der stählerne Mann. Eigentlich ein schöner Popcorn Film. Allerdings muss man sich 143 Minuten ans Bein binden, die allerdings mit  jeder Menge Action ausgefüllt sind. Einige Zusammenhänge im Film fand ich schon sehr fragwürdig dargestellt – zum Beispiel den Anfang auf Krypton, der zwar richtig schön Sci-Fi stimmig ist, aber logisch ein Desaster bildet. Auch am Schluss gibt es eine Szene die mir unschön in Erinnerung blieb – nämlich während die Menschen den zweiten Terraformer zerstören und dort um jede Sekunde mit den Kryptoniern fighten, scheint Superman nichts besseres einzufallen, als erstmal den Schrott in den Trümmern zu sortieren. Ich denke Mal aus meinem Text kann man schon meine Meinung zum Gesamtwerk ablesen. Geile Effekte, viel Kawumm..aber irgendwie muss mans erstmal als Superman-Film verdauen. Somit bin ich als Sci-Fi Fan etwas zwiegespalten. Als Sci-Fi Superheldenfilm ist "Man of Steel" durchaus sehenswert, die Effekte sind genial und optisch ist der Film ein Kracher. Auch gut rübergebracht ist der ständige innere Kampf in Clark. Aber es gibt halt auch echte Hänger…

 

Bilder: Warner Bros

Wertung: 6/ 10 boreddave

Okt 252013
 
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Tower Rush. Im Großen und Ganzen ist das Spielprinzip, ob seiner Einfachheit, schnell erklärt. Über eine Karte bewegen sie Gegner auf eine Basis oder einen Ausgang zu, den es zu schützen gilt. Das ist die Aufgabe des Spielers. Durch das Bauen von Verteidigungsanlagen – Türmen- müssen die Gegnerhorden im besten Fall auf Null dezimiert werden, bevor sie das "Ziel" erreichen. Klingt einfach, isses auch…aber wird zunehmend schwieriger und taktischer…und macht süchtig.

Auf der Suche nach einem Tower-Rush Spiel nach meinem Geschmack, stieß ich im Playstore recht schnell auf "Kingdom Rush", welches mich vom Setting (Fantasy/Mittelalter) am ehesten ansprach. Auch die Optik, entsprach auf dem ersten Blick meinem erlesenen Geschmack 😉

Easy to learn, hard to master

Der Einstieg gestaltet sich recht leicht, wenn man das oben beschriebene Spielprinzip verinnerlicht hat.
Man startet auf einer Weltkarte, auf der man an der Käste beginnt und sich dann vorarbeitet.

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vorher nachher


Stellt man die Schwierigkeit auf "Einfach" hat man eigentlich bis zum Endlevel kaum Schwierigkeiten einen Level erfolgreich ohne ein einziges Herz Verlust abzuschliessen. Achja, Herzen. Man hat in Jedem Level (ausser den Herausforderungslevels) erstmal 20 Herzen. Jeder Gegner der den Ausgang erreicht zieht ein Herz ab, dickere Brocken bringen es auf bis zu 5 Herzen die dann sofort dahin schwinden. Dass der Level bei Verlust aller Herzen als gescheitert gilt, erwähne ich hiermit in einem Nebensatz. Von den am Ende verbleibenen Herzen hängt die Levelwertung ab, die man nach erfolgreichem Levelabschluss erhält. Maximum sind drei Sterne. Zusatzsterne kann man durch die Herausforderungen erringen, derer es in jedem Level noch zwei gibt. Dafür  gibt es je einen Stern.

Die Sterne sind eine von drei Ingame-Währungen. Mit den Sternen kann man sich Vorteile erspielen. Dazu gibt es eine Übersicht im Spiel auf der man sich je Kategorie von unten nach oben durcharbeiten muss. Der Einsatz dieser Upgrades ist essentiell, erhalten doch dadurch Spezialfähigkeiten, Türme und Einheiten Vorteile wie größere Reichweite, bessere Rüstung usw.

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Die andere "Währung" sind Edelsteine. Auch die erhält man im Spiel durch das vernichten von Einheiten. Im Shop kann man Edelsteine gegen allerlei nützliche Gegenstände wie einem Behälter, der Herzen wiederherstellt, kleine Sprengladungen, einem Vereisungselexier, einem Stab um alle Gegner auf der Karte zu stoppen, einem Sack voller Goldmünzen (der dritten Währung im Spiel) bis hin zur Megabombe, die alle Gegner auf der Karte wegplättet. Meine Empfehlung, hebt Euch die Edelstein Items für die Herausforderungen und die Elite Level, welche nach dem besiegen des Endbosses freigeschaltet werden, auf. Edelsteine können auch durch Echtgeld erworben werden, aber erforderlich ist es nicht, da man Level wiederholen kann um die eigene Schatztruhe aufzufüllen. Es dauert dann halt länger.

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"Du ….. kannst nicht …. vorbei!"

Am Anfang kommt man noch relativ leicht damit durch einfach wild die verschiedenen Türme zu bauen. Dabei sind die Bauplätze in jedem Level limitiert und vorgegeben. Zu Beginn eines Levels hat man etwas Gold und ausreichend Zeit sich eine Strategie zu überlegen und seine Starttürme zu bauen und aufzuwerten. Wenn man sich bereit wähnt, genügt ein Klick um den Gegnerstrom zu entfesseln. Wieviele Wellen von Gegner zu erwarten sind steht oben links. Dabei wird es natürlich von Welle zu Welle nicht einfacher. Für getötete Gegner erhält man neben den erwähnten Edelsteinen auch Gold, welches man direkt in Ausbau bestehender oder Errichtung neuer Türme investieren muss. Weiterhin stehen zwei Spezialfähigkeiten in Form von Unterstützungseinheiten, die man beliebig auf der Karte platzieren kann, wo sie dann für eine gewisse Zeit am Gemetzel teilnehmen und einem Kometenschauer der ebenfalls an eine beliebige Stelle entfesselt werden darf. Beide Special lassen sich ausbauen und haben eine gewisse Cooldown-Zeit bis man sie erneut einsetzen darf.

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Die Bauplätze für Türme sind limitiert udn vorgegeben (kleine Schildchen). Die Totenköpfe zeigen, woher die Gegner auf die Karte strömen werden. In vielen Leveln zeigt sich erst nach dem ersten Start der Gegnerwellen, ob man taktisch klug gebaut hat. Meist braucht zumindest es einen Testlauf um das Level perfekt abzuschliessen.

So ist es im Spielfortschritt zunehmend erforderlich die Plätze für bestimmte Türme wohl zu wählen um deren Fähigkeiten und Reichweite bestmöglich zu nutzen. Dabei muss man auch die verschiedenen Upgrade-Optionen der Türme zunehmend in seine Überlegungen einbeziehen. So kann man in der letzten Ausbaustufe zum Beispiel die Bogenschützen entweder zu Scharfschützen mit langsamen Tempo aber tödlicher Präzision, oder aber zu Dauerfeuernden Ballerelfen entwickeln. Doch als wäre das nicht genug, kann man die höchste Ausbaustufe auch noch durch Spezialfähigkeiten verbessern. Da sind wirklich coole Sachen dabei und es macht Spass den Bildschirm mit zuckenden Blitzen und umherschwirrenden Homing-Missiles zu beobachten. Aber ich will mal nicht zuviel verraten.

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Es gibt vier Arten von Türmen welche im späteren Verlauf jeweils noch einmal 2 unterschiedliche Spezialisierungen zulassen.
Von links: Bogenschützen, Kämpfer, Zauberturm, Artillerieturm.

Ein weiteres Feature sind die Helden. Die einzigen Einheiten die man während des Spiels beliebig über das Feld bewegen darf. Im Spiel enthalten sind 11 Helden, von denen man allerdings "nur" 3 im Spielverlauf freischalten kann. Die restlichen Helden müssen durch Echtgeld erkauft werden, und kosten zwischen 2€ und 5€ je nach Status (Normal, Elite, Legendär). Allerdings kommt man auch gewiss ohne "Kaufhelden" gut zurecht.

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Zock, Zap, Pow…

Die Grafik ist angemessen, Ich finde sie vom Stil her Super. Das ist aber sicherlich ein Stück weit auch Geschmacksache. Besonders abgefahren finde ich die Lautsprache die an Comics erinnert. Der Sound ist Okay. Die Musik hab ich eh abgeschaltet, die Soundeffekte passen.
 

Fazit

Naja, wie man unschwer bemerken wird. Bin ich ein Fan von Ironhides "Kingdom Rush" geworden. Das Spielprinzip und die Umsetzung sind wie gemacht für Tablet und Smartphone. Im Moment schlage ich mich noch durch die Herausforderungen und Elitelevels, welche es wirklich in sich haben. Mehr Levels wären natürlich cool gewesen, das ist auch das Einzige, was man enfernt als Manko durchgehen lassen könnte. Doch auch die Fortsetzung "Kingdom Rush Frontiers" hat inzwischen den Weg auf mein Smartphone gefunden, wartet dort aber noch auf seine Gelegenheit mich zu erfreuen. Alles in Allem ist "Kingdom Rush" eines der coolsten Spiele, die ich je auf meinem Smartphone hatte. Die knapp 1,50€ Anschaffungskosten im Google Playstore sind jeden Cent wert.

Eine abgespeckte Version (weniger Levels) kann man im Browser spielen, was ich allerdings noch nicht gemacht habe. Somit kann ich schlecht beurteilen, welche der Aussagen dieses Tests auf die Browserversion zutreffen und welche nicht. Hie rist der Link zur Browserversion. Klick mich hart!

Bilder/Logos: Armorgames

Wertung: 9,5/ 10 lovedave